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Rainer, Ulrike
411 |

John Bolton – Ein Mann von gestern

Ein Blick hinter die Kulissen einer finsteren Macht

Manches Mal sollte man sich ins Feindeslager begeben, auch wenn man danach am liebsten stundenlang unter der Dusche stehen möchte, um den Dreck wegzuschrubben. So geschehen bei der LektĂŒre von John Boltons sogenannten Memoiren. Wenn man bedenkt, dass der Mann gerade einmal siebzehn Monate als National Security Advisor unter Trump im Amt war, dann staunt man, dass das Buch satte 494 Seiten hat, und mit dem ausfĂŒhrlichen Register sogar auf 577 Seiten kommt. Auf den zweiten Blick wird aber dann klar, warum das so ist. Wenn in fast jedem Satz es um ICH geht und krĂ€ftig ins eigene Horn geblasen wird, fĂŒllen sich die Seiten wie von selbst. Der Mann hĂ€tte von einem guten Lektor profitieren können, denn es gibt auch viel zu viele Wiederholungen.

I...

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Rainer, Ulrike
410 |

Rassismus in den USA

DĂ©jĂ  vu oder brauchen wir wirklich noch eine weitere Kommission?

Wenn ich mir die Bilder anschaue, ĂŒberkommt mich ein GefĂŒhl von Resignation, um nicht zu sagen von Hoffnungslosigkeit. Das hatten wir doch schon alles. Im Sommer 1965 unterzeichnete PrĂ€sident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act.

Ein paar Tage spĂ€ter stand Watts in Flammen. Der ZĂŒnder war eine massive Polizeiaktion wegen einer Kleinigkeit. Viertausend Menschen wurden verhaftet und vierunddreißig starben. Damals sorgte die Polizei in Los Angeles effektiv dafĂŒr, dass Afro-Amerikaner keine Arbeit bekamen: FĂŒr eine geringfĂŒgige VerkehrssĂŒnde drohte Verhaftung und damit eine Anzeige. Der oder die Betroffenen waren nun vorbestraft und dadurch zu ewiger Arbeitslosigkeit verdammt. Zwei Jahre spĂ€ter blockierten tausende von Polizisten und...

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Rave, Marion
409 |

Der BĂŒcherwurm und seine hungrigen Geschwister

Als BĂŒcherwĂŒrmer werden ja gemeinhin die Menschen bezeichnet, die sich hartnĂ€ckig und systematisch durch ein Buch nach dem anderen frĂ€sen. In zahlreichen Cartoons wird der BĂŒcherwurm als possierliches, bebrilltes Kerlchen dargestellt, fröhlich winkend aus dem gerade zerstörten Werk. Aber gibt es das wirklich? SchĂ€dlinge, die sich durch ganze Regalmeter fressen, eine tunnelförmige Spur der VerwĂŒstung hinterlassend? Einen hochspezialisierten BĂŒcherwurm findet man nicht in der Welt der mitunter lĂ€stigen Kleintiere, dafĂŒr aber diverse andere Tiere, die durchaus Interesse an gepresster Zellulose, Leim und Leder haben. Niedlich sind sie meistens nicht und der angerichtete Schaden reicht von lĂ€stig bis immens, besonders bei grĂ¶ĂŸeren und nicht...

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Helga Schubert und der Bachmann-Preis, meine Großtante Hanna und ich

Als ich unter den Autoren und Autorinnen, die beim diesjĂ€hrigen Bachmann-Wettbewerb lesen wĂŒrden, auch Helga Schubert fand, war ich ĂŒberrascht. Nicht nur, weil die Autorin mittlerweile 80 Jahre alt ist, sondern vor allem deshalb, weil ich von ihr bereits in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erste Texte gelesen hatte. Die Autorin gehörte zu den drei Helgas, Helga Königsdorf, Helga SchĂŒtz und sie, die ich damals neben Christa Wolf, Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Maxie Wander gern las, weil sie stĂ€rker ĂŒber die weibliche als die mĂ€nnliche Seite der Welt schrieben. Die interessierte mich damals mehr, entsprach auch eher meiner eigenen Befindlichkeit in der DDR.

Jahrzehnte hatte ich nichts mehr von Helga Schubert gehört oder...

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Layne, Priscilla
407 |

UNLIKELY COUSINS

Inszenierungen von Blackness in deutschen Hip Hop- und antirassistischen Skinhead-Szenen

In diesem Beitrag möchte ich mich mit zwei deutschen Szenen auseinandersetzen, die sich beide jeweils rund um musikalische Genres entwickelt haben, die in Kulturen der afrikanischen Diaspora verwurzelt sind: HipHop- und antirassistische Skinhead-Szenen. OberflĂ€chlich betrachtet erscheint es kaum möglich, deutsche HipHop-Fans und antirassistische Skinheads in Einklang zu bringen. Dabei gibt es in den Vereinigten Staaten auffallende stilistische Überschneidungen der Szenen, beispielsweise Skinheads, die HipHop hören, Baggy-Kleidung und Sporttrikots tragen. In Deutschland scheint es zwischen antirassistischen Skinheads und HipHop-Fans keinerlei Verbindung zu geben. Sie kleiden sich unterschiedlich, hören unterschiedliche Musikgenres und...

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EINE REISE NACH CZERNOWITZ

Im Mai 1973 besuchte ich mit einem Freund den Dichter Peter Garstecki in Barth, einer kleinen Stadt an der Ostsee. Auf dem winzigen Balkon der von Garstecki und seiner Familie bewohnten Neubauwohnung las ich erstmals Gedichte von Paul Celan, nachdem uns der Gastgeber von seinem Lieblingsdichter Celan und der kurzen Begegnung mit ihm erzÀhlt und mich neugierig auf dessen Lyrik gemacht hatte. Ich begann zu lesen und versank alsbald in die mir unbekannte, fremdartige und faszinierende Lyrik Celans. Zum ersten Mal las ich auch den Namen Czernowitz, Geburtsstadt Celans, in der seine Lyrik ihren Anfang genommen hatte. Jahre spÀter begegnete ich ersten Gedichten von Rose AuslÀnder und Selma Meerbaum-Eisinger, und beide Lyrikerinnen waren ebenfalls...

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Rainer, Ulrike
405 |

WAS IST SCHON EINE NUMMER ?

Die Verluste

Die 58.220 Soldaten, die wĂ€hrend des zwanzigjĂ€hrigen Vietnam Kriegs starben, haben ihre Namen auf einem großen Monument eingraviert. Sie sollen nicht vergessen werden. An die Menschen, die am 11.09.2001 in den Twin Towers umkamen, wird ebenfalls namentlich erinnert. Wer aber, außer den Angehörigen, setzt den 100.000 Opfern des Corona-19 Virus, die innerhalb von drei Monaten starben, ein Denkmal? Und das Ende ist noch immer nicht in Sicht.

 

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Rainer, Ulrike
404 |

LIFE IN THE UNITED STATES AKTUELL

Corona - FĂ€lle und Tote in den USA

Die Stadt New York mit den verheerenden Opferzahlen stand lange im Mittelpunkt der Diskussion aller VersĂ€umnisse. Aber der Gouverneur Andrew Cuomo beschönigte und verschleierte wenigstens nichts. Er mutet den Menschen die Wahrheit zu, und die ist dĂŒster.

Die Reichen, die irgendwo auf dem Land ein Ferienhaus besitzen, verließen die Stadt. Einige meiner Nachbarn, deren Kinder in Manhattan arbeiten, holten ihre Sprösslinge nach Hause. Wir wohnen lĂ€ndlich und sind von Wald umgeben. Distanzhalten ist hier leicht.

Die volle Wucht traf die Armen. Erstens wohnen sie oft als Großfamilien in engen RĂ€umlichkeiten, zweitens sind die Vorbedingungen fĂŒr eine schwere Erkrankung vorgegeben. Sie leiden öfter an Diabetes und Herzerkrankungen. Und drittens...

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Dörwald, Uwe
403 |

NEBEN DER RUTE SOLL STETS DER APFEL LIEGEN

Eine Kindheit im konfessionellen Waisenhaus vor 1945

Es gibt nur Ă€ußerst spĂ€rliches (Forschungs-)Material zur Situation der Heimkinder vor 1945. Da nach 1945, das in der Heimerziehung sicher keine Stunde Null war, weil die Erzieher und Erzieherinnen wahrscheinlich nur die Farbe ihres Hemdes wechselten, von braun wieder zurĂŒck zu blau, und weil kein konsequenter Bruch mit den nationalsozialistischen ErziehungsgrundsĂ€tzen und Erziehungsleitlinien stattgefunden hat, – schwarze PĂ€dagogik gab es noch lange nach Kriegsende –, ist stark davon auszugehen, dass Kinderheime lange Zeit totale Institutionen im Sinne von Erving Goffman gewesen sind. Zudem wurde von 1933 bis 1945 mit Sicherheit im Geist der nationalsozialistischen Doktrin erzogen. Dem politischen Einfluss der Nationalsozialisten konnten...

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Berger, Thomas
402 |

GLANZ DES SCHEITERNS

Andreas Egerts Essay "Warum Cioran heute?"

WĂ€re E. M. Cioran, der aus RumĂ€nien stammende, die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich ansĂ€ssige Philosoph, in der Gegenwart populĂ€r, wĂ€re in den Köpfen vieler Menschen und folglich im Weltgeschehen manches anders als in der sich der „Unterhaltungs-philosophie“ und dem „Ökonomismus“ ausliefernden Gegenwart. Umso wichtiger und begrĂŒĂŸenswerter ist deshalb die intellektuelle Auseinandersetzung mit diesem Denker, die wir dem Aphorismus-Experten Andreas Egert verdanken.

Seit vielen Jahren widmet sich der 1968 in Frankfurt am Main geborene Autor der literarischen Gattung des Aphorismus. Er veröffentlichte die drei BĂŒcher fehlfarbenfroh – Aphorismen (Schardt Verlag), Vom Werden und Wesen des Aphorismus. Essays zur Gattungsproblematik bei...

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