Hoppe, Felicitas
333 | November 2018

KÄSE, FREIHEIT UND ANGST

Wir sind keine Bewohner des Elfenbeinturms

Elfenbeintürme werden im Zusammenhang mit Kunst (und Wissenschaft) immer wieder thematisiert. Im Zusammenhang mit Elfenbeintürmen geht es um den Realitätsbezug, - die Weltferne bzw. Weltfremdheit oder die Weltnähe -, von Kunst und Künstlern. Es geht um Fragen wie die, wofür Kunst steht und wozu Fiktion überhaupt nützlich ist. Es geht um die Daseinsberechtigung von Kunst und Künstlern in einer an Wirtschaft, Nutzen und Effizienz orientierten Welt, in der der Raum für Geschichten und Erzähltes enger wird. Es geht um die Freiheit der Kunst und um die Freiheit von Künstlern. Wo es um Freiheit geht, geht es immer um alles und - existenzialistisch gesehen - auch um die Angst (vor der Freiheit) und - salopp gesprochen - immer auch um den Käse, den alle zum Leben brauchen.     1972 proklamierte Peter Handke: Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms. Am 9. November 2018 eröffnete Felicitas Hoppe die BuchBasel. Der Untertitel ihrer Rede lautet: Wir sind keine Bewohner des Elfenbeinturms. - Die NZZ brachte in den vergangenen Tagen eine gekürzte Fassung dieser Rede. Hier kann man jetzt die ungekürzte Fassung lesen. [mehr]
Wolfgang HÖRNER & Tobias ROTH
332 | November 2018

>>Ich liebe die Freiheit. Ich will und kann keiner Partei dienen.<<

Möge der Name Verpflichtung sein!

"Manchmal hat man das Gefühl, es sei Zeit: diesmal, Zeit dafür, auf die Benennung der AfD-nahen Stiftung als "Desiderius Erasmus"-Stiftung zu reagieren. Die Benennung einer AfD-nahen Stiftung nach Erasmus hat kurz ein wenig schockiert und verblüfft und zum Widerspruch herausgefordert, aber beim Weiterdenken zu einer anderen Idee geführt: warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und einen kleinen Band Erasmus machen. Damit alle nachlesen können, wonach die sich benannt haben: nämlich nach einem höchst menschenfreundlichen, die Toleranz, den Ausgleich und die Herzensgüte propagierenden Menschen, den Deutschland nicht sonderlich interessierte und der nicht mehr und nicht weniger als Weltbürger sein wollte.“ Wolfgang Hörner    Wir von schwarz-auf-weiss wollen an dieser Stelle helfen, diesen kleinen Band ERASMUS bekannt zu machen und gegen die AfD und ihre Blindheit gegenüber der Geschichte, die Welt ein wenig zu erasmisieren. [mehr]
TU BERLIN
330 | November 2018

Antisemitismus 2.0

Antisemitismen haben im Netz stark zugenommen

In welchen Manifestationen tritt Antisemitismus im 21. Jahrhundert in Erscheinung? Welche Stereotype werden kommuniziert? Und welche Rolle spielt die emotionale Dimension beim aktuellen Judenhass? Mit diesen Fragen beschäftigt sich im Rahmen der empirischen Antisemitismusforschung die von 2014 bis 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Langzeitstudie zur Artikulation, Tradierung, Verbreitung und Manifestation von Judenhass im digitalen Zeitalter unter der Leitung der Kognitionswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel.  [mehr]
Rainer, Ulrike
329 | Oktober 2018

Life in the United States - 20

Ohio - Land der Mitte

Der Staat Ohio hat den Anschluß an die neuere Zeit verpasst. Es gibt verschiedene Wege aus der Krise. Aber ein Weg in die Zukunft erfordert überhaupt keine Wahl. - Der Weg von gestern leistet Veränderungen Widerstand und verweigert die Erkenntnis, da Kräfte am Werk sind, die grundlegende Wandlungen herbeigeführt haben. Es ist ein Weg in die Isolation und den Niedergang. Anstatt den Rückgang von Ohios Größe zu beklagen und die Vergangenheit in Museen zu feiern und zu pflegen, müssten sich die Menschen wie einst engagieren: durch Innovation, Experimentierfreudigkeit und vor allem Bildung. [mehr]
Dörwald, Uwe
328 | Oktober 2018

GATEWAYS TO HELL

Zum Bildband CTRL-X von Kai Löffelbein

Gesellschaften, in deren Mittelpunkt der Konsum steht, sind Gesellschaften, die Müll produzieren. In den USA und in der EU fallen pro Jahr und pro Kopf zwischen 20 und 30 Kilogramm Elektroschrott an, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt. Die Folgen des Müllexports zeigt uns der Fotograf Kai Löffelbein, der sich auf den Weg zu den weltweit größten Müllkippen für Elektroschrott gemacht hat. Diese trostlosen Orte des Müllexports findet Löffelbein in Ghana, Indien und in China. Die beeindruckenden Fotografien sind versammelt in seinem Buch CTRL-X. [mehr]
WORLD BANK
327 | September 2018

WHAT A WASTE 2.0

A Global Snapshot of Solid Waste Management to 2050

MÜLL und die Vermeidung von Müll ist ein wichtiges und ein globales Thema. Zu dieser Thematik hat die Weltbank eine Studie veröffentlicht, auf die wir hinweisen möchten.  [mehr]
Rainer, Ulrike
326 | September 2018

MEIN BERGMAN

Träumen wird man dürfen

Mein Bergman ist eine Hommage an den Regisseur Ingmar Bergman. Am 14. Juli 2018 jährte sich der hundertste Geburtstag Ingmar Bergmans. Er war einer der großen Auteur-Regisseure des 20.Jahrhunderts. Als er 2007 verstarb, hinterließ er über vierzig Filme. Zu den meisten Filmen schrieb er selbst das Drehbuch.  [mehr]
Dörwald. Uwe
325 | September 2018

Gretzky & ,Hoppe‘ – vom Spiel ,auf dünnem Eis‘ zu poetischen Freiheiten

Eine essayistische Annäherung an Hoppe

… weil wir nicht aufgeben, der Literatur eine Bedeutung abzuringen, beschäftigen wir uns mit Literatur und haben im besten Fall und ökonomisch gesprochen so etwas wie einen ,Mehrwert‘ von dieser Beschäftigung. Wir als Leser, die nach Sinn und Bedeutung oder den Erzählprinzipien in der Literatur und bei Hoppe suchen, werden „ohnehin alles durcheinanderbringen“, wenn wir ein literarisches Werk betrachten, weil wir uns „die Freiheit, die Hoppe im Akt des Schreibens erfährt“, auch als Leser nehmen dürfen.  [mehr]
Kiss, Endre
324 | September 2018

Georg Lukács´ Neubegründung des Marxismus

Von Hartmanns zu Lukács’ Ontologie

Der Positivismus galt Lukács’, allgemein formuliert, in allen Perioden als ein verachteter Gegner, - als ein seichtes Denken der Bourgeoisie -, sowohl der lebensphilosophische als auch der marxistische Lukács dachte so.    Der Neopositivismus dürfte Lukács als eine Fleischwerdung all jener Tendenzen vorgekommen sein, die in seinen Augen in Kant und im klassischen Positivismus nicht akzeptabel waren, insbesondere der Überdimensionierung der Erkenntnistheorie zuungunsten einer sich auf die Realität richtenden philosophischen Einstellung.     In der Gegenüberstellung des Neupositivismus und des in vielem verspäteten Spätstalinismus dürfte Lukács in der sich öffnenden Welt und in der immer freieren philosophischen Kommunikation klar geworden sein, dass in diesem Wettbewerb der Neupositivismus siegen wird. Dies war nicht nur der Grund seiner Kritik an dieser Philosophie, sondern auch der Grund für die Ausarbeitung der neuen Ontologie. [mehr]
Akbar, Murtaza
323 | August 2018

Sprache als Waffe: Gegen „Asyltourismus“ helfen nur „schärfste Grenzregime“

Die absichtliche Verrohung der Sprache schadet uns allen

Viele Worte werden einem in seiner Kindheit entgegengeworfen – bei mir waren einige darunter, die weniger üblich sind. Neger, Kanake und Asylant sind nur drei Beispiele. Heute kommt das offen glücklicherweise sehr selten vor. Was ansonsten oder an anderer Stelle über mich gesagt und gesprochen wird, weiß ich natürlich nicht, aber wer weiß das schon? Sprache ist Macht. Sprache ist Kraft. Sprache kann spalten, aber auch vereinen, motivieren, fördern, bilden. Abgesehen von physischer oder psychischer Gewalt kann kaum etwas so sehr verletzen wie Worte. Schon sehr früh habe ich deshalb feine Antennen dafür entwickelt, welches Gewicht Worte und Sprache haben. Deutlich mehr, als es vielen Menschen bewusst ist.  [mehr]