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Rainer, Ulrike
387 |

Life in the United States - 22

INDIANA - Wo ein Paradies ist, bleiben Utopisten nicht aus.

Es scheint, dass sich das Paradies immer weiter nach Westen verschiebt. Glaubte man nicht schon in Kentucky und Ohio am Ziel zu sein? Die Landschaft unterscheidet sich nĂ€mlich nicht von derjenigen der Nachbarstaaten. Der Autofahrer merkt nicht, ob er noch in Ohio oder schon in Indiana ist, oder ob er noch in Indiana oder schon in Illinois fĂ€hrt. Vom Flugzeug aus sieht man nur einförmige Weite. Deshalb nennt man Indiana auch den „Fly Over State“.

Die kĂŒnstlichen Grenzen des Staats sind wie mit dem Lineal gezogen, bloß Linien auf der Landkarte. Nur im sĂŒdlichen Teil sorgen der Ohio im Osten und der Wabash im Westen fĂŒr Abwechslung. Im Nordwesten unterbricht ein kleiner Teil des Lake Michigan die strengen Linien.

Mehr zur Geschichte INDIANAS...

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Berger, Thomas
386 |

"... alles in einem Satz" -

Ilse Aichingers Poetik des Schweigens und Verschwindens

 

In den Texten der 1921 in Wien als Tochter einer jĂŒdischen Ärztin geborenen und 2016 dort verstorbenen Schriftstellerin Ilse Aichinger spielt die kritische Sorgsamkeit in der Verwendung von Wörtern die zentrale Rolle. Bereits in ihrer zweiten Veröffentlichung, dem Essay Aufruf zum Misstrauen (1946), weist sie auf den Zusammenhang zwischen zerstörerischer Macht und verkommener Sprache hin. Dabei setzt sie den Akzent auf die Notwendigkeit, stets den eigenen Sprachgebrauch streng prĂŒfend in den Blick zu nehmen. Beim alltĂ€glichen Sprechen und Schreiben mĂŒsse solch konstruktives Misstrauen beginnen. Sie forderte, Verantwortung fĂŒr das, was man sagt und schreibt, zu ĂŒbernehmen. Wie radikal ihre sprachkritische Position war, zeigt beispielsweise...

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Dörwald, Uwe
385 |

DAS VERSCHWINDEN DER ROSEMARIES

Zur Transformation von HR2-Kultur

Endlich wird es nach der TRANSFORMATION des Kulturradios HR2 zu einem modernen und jungen(!) Klassik(!)sender – so meine Hoffnung - auch kein SilvesterrĂ€tsel mehr geben. Denn das war lĂ€stig und ein Ritual. Es hat die Nacht ins Neue Jahr quasi – alternativlos - formatiert. Wir haben trotz oder wegen reichlichen Genusses hochprozentiger GetrĂ€nke zur Jahreswende immer die Lösung herausbekommen, leider aber nur einmal etwas gewonnen, weshalb wir naturgemĂ€ĂŸ immer noch schmollen. Auch deshalb gehört HR2-Kultur natĂŒrlich abgeschafft. Der Sender hat nie unsere GenialitĂ€t erkannt. Wir und nur wir hĂ€tten in jedem Jahr den Hauptpreis verdient gehabt. Wahrscheinlich aber wurden wir aussortiert, weil wir keine hessischen Hörer waren (Achtung...

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KRÖLL, Tobias
384 |

Die Zerstörungen der Wirtschaftswissenschaften

Von „Komplizen der SachzwĂ€nge“ und warum es nach dem „Rezo-Effekt“ erst richtig losgehen muss!

Wenn es darum geht, die Klimakrise und soziale Probleme auf der Welt nachhaltig zum Besseren zu verĂ€ndern, muss nicht zuletzt darauf geschaut werden, auf welchen (unhinterfragten) Ideen und GedankengebĂ€uden die herrschende (Wirtschafts-) Politik beruht. Der Fokus liegt – trotz etwa 20 Jahren globalisierungskritischer Bewegung und fundierter Kritik – in den Mainstream-Wirtschaftswissenschaften immer noch vor allem auf dem „freien Markt“.

Mit „wirtschaftsliberal“ bezeichne ich das Gedankensystem, bzw. die Grundlagen des gĂŒltigen ökonomischen Fachwissens, das im Wesentlichen immer noch auf der so genannten „neoklassischen Theorie“ aufbaut. Mit „neoliberal“ bezeichne ich die darauf bezogenen politischen Aspekte.

Ein Auswechseln des Personals...

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Strigl, Daniela
383 |

MICHEL HOUELLEBECQ UND DIE SIEBEN TODSÜNDEN

Nachdruck der Laudatio anlĂ€sslich der Verleihung des österreichischen Staatspreises fĂŒr europĂ€ische Literatur 2019 an Michel Houellebecq - gekĂŒrzte Fassung

„Lob ist schlecht", heißt es bei Rainald Goetz, einst BĂŒrgerschreck, heute BĂŒchner-Preis-TrĂ€ger: "Zustimmung schwĂ€cht, Kritik stachelt an, energiefiziert die Welt." Ich bin also auf der Hut. Lob und Ruhm ist Michel Houellebecq, TrĂ€ger des Prix Goncourt, Ritter der Ehrenlegion, reichlich zuteilgeworden.

Er hat sich auch ĂŒber einen Mangel an anstachelnder Kritik bisher nicht beklagen können. Ich spreche hier ĂŒber Michel Houellebecq, und ich spreche ĂŒber die sieben TodsĂŒnden, die in der Sprache der "aufgeklĂ€rten" Kirche seit dem Zweiten Vatikanum gern "HauptsĂŒnden" genannt werden oder, noch genauer, "Hauptlaster", aus denen die SĂŒnden erst erwachsen. (...)

Vielleicht ist Houellebecqs Werk, bei aller ausdrĂŒcklichen Distanzierung von der...

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Dörwald, Uwe
382 |

BIG PLAYER - ESSAY ZU GOOGLE, FACEBOOK, AMAZON

Teil 1 – Über GesprĂ€che, Events, Likes und eine geschlossene TĂŒr

 

WĂ€hrend der letzten Wochen habe ich mehrere lĂ€ngere GesprĂ€che bzw. Interviews mit anspruchsvollen Inhalten transkribiert. Beim Verschriftlichen eines mĂŒndlichen GesprĂ€chs von einer mp3-Datei in Text kann man gut beobachten bzw. hören, wie sich Gedanken formen: langsam, zögernd, tastend von einem Punkt zum nĂ€chsten nimmt ein GesprĂ€ch, die Kommunikation zwischen den GesprĂ€chsparteien, seinen Gang. Als derjenige, der transkribiert, ist man (zu)hörender Beobachter, ein Ohrenzeuge. Neben dem Inhalt des GesprĂ€chs, auf den es natĂŒrlich in erster Linie ankommt, registriert man auch Kleinigkeiten am Rande. Man nimmt wahr, wenn gegessen und getrunken wird; man hört, wenn gezögert wird; man hört die Stille, wenn das GesprĂ€ch stockt und man hört auch,...

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Dörwald, Uwe
381 |

Nibelungenfestspiele 2019 - ÜBERWÄLTIGUNG

Impressionen von der Fotoprobe (10.07.2019) / PREMIERE: 12.07.2019

In diesem Jahr bringen wir keine Besprechung der Nibelungenfestspiele in Worms. DafĂŒr aber Impressionen der FOTOPROBE vor dem Wormser Dom.

Wir empfehlen den Besuch des StĂŒcks.

 

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Dörwald, Uwe
380 |

Über einige Fragen und Probleme einer Wissenschaftsethik

"Aber ich bin nun mal Historiker." (E. Albee)

In Zeiten, in denen das Pentagon, Amazon, Bayer und andere große Player ĂŒber nicht geringe Drittmittel auch die Forschung an deutschen UniversitĂ€ten finanzieren, und wahrscheinlich auch Einfluß nehmen; und in Zeiten, in denen Hochschulen bisweilen sehr eng unter dem Label bzw. dem Etikett der Forschung mit Kommunen oder deren Wirtschaftsförderungen kooperieren, was durchaus zu Konkurrenzsituationen mit lokalen Wirtschaftsunternehmen fĂŒhren kann, weil das simple Erstellen von APPs oder von HĂ€ndlerseiten auf Amazon zum Beispiel eigentlich keine (angewandte) Forschung ist; und in Zeiten, in denen geisteswissenschaftliche Institute wie zum Beispiel die Germanistik an der UniversitĂ€t Dortmund abgewickelt werden, kann man sich die Frage nach der ...

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Frank, Svenja
379 |

Das Feminine als Seinszustand

Essay ĂŒber die Schattenseite der Weltmeisterschaft im Frauenfußball, die gerade mit einem 2:0 Sieg der USA ĂŒber die NIEDERLANDE zu Ende ging.

Es ist Fußballweltmeisterschaft und niemand interessiert es. Naja fast. Ein paar Menschen interessieren sich dafĂŒr, dass es niemand interessiert. Mit der Aufstellung fĂŒr das nĂ€chste Spiel haben auch sie sich vermutlich nicht befasst. Die Fußballweltmeisterschaft in Frankreich zeigt auf bizarre Weise, was aus einem Ereignis, das alle vier Jahre das öffentliche Leben lahmlegt, wird, wenn es nicht von MĂ€nnern handelt. Dass sie zum Anlass wird, die Diskriminierung von Frauen anzuprangern und die Gleichberechtigung – aller – Geschlechter einzufordern, ist unerlĂ€sslich. In der Diskussion findet aber ein anderes Problem zu wenig Beachtung, das gesamtgesellschaftlich genauso gravierend ist, wie das Schattendasein des Frauenfußballs: die Tatsache,...

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Dietz, Harald
378 |

Strenges Denken und grundloses Meinen

"Wer selber denkt, hat Heimvorteil."

Neben dem ungenauen, eher meinenden als begrĂŒndenden Denken hat es immer ein strenges Denken gegeben. Eines, das auf GrĂŒnden und BegrĂŒndungen besteht und auf logischer SchlĂŒssigkeit. Das ist ein Denken, das das bloße Meinen erschwert, die bloß Meinenden oftmals verĂ€rgert, ihnen zumutet, worin sie keine Übung haben: Das BegrĂŒnden der eigenen Meinung, das Achten auf (einfache) Regeln der Logik.

Eine hĂ€ufige Reaktion auf dieses Erschweren des eigenen Meinens ist naheliegender Weise nicht Dankbarkeit und Bescheidenheit. Selten sagt dann jemand, dass er schlecht begrĂŒnde und argumentiere und nun einsehe, dass er das lernen mĂŒsse. Vielmehr fĂŒhlt er oder sie sich im Meinen eingeschrĂ€nkt, ist verĂ€rgert, erhebt vielleicht sogar den Vorwurf...

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