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Dörwald, Uwe
382 |

BIG PLAYER - ESSAY ZU GOOGLE, FACEBOOK, AMAZON

Teil 1 – Über GesprĂ€che, Events, Likes und eine geschlossene TĂŒr

 

WĂ€hrend der letzten Wochen habe ich mehrere lĂ€ngere GesprĂ€che bzw. Interviews mit anspruchsvollen Inhalten transkribiert. Beim Verschriftlichen eines mĂŒndlichen GesprĂ€chs von einer mp3-Datei in Text kann man gut beobachten bzw. hören, wie sich Gedanken formen: langsam, zögernd, tastend von einem Punkt zum nĂ€chsten nimmt ein GesprĂ€ch, die Kommunikation zwischen den GesprĂ€chsparteien, seinen Gang. Als derjenige, der transkribiert, ist man (zu)hörender Beobachter, ein Ohrenzeuge. Neben dem Inhalt des GesprĂ€chs, auf den es natĂŒrlich in erster Linie ankommt, registriert man auch Kleinigkeiten am Rande. Man nimmt wahr, wenn gegessen und getrunken wird; man hört, wenn gezögert wird; man hört die Stille, wenn das GesprĂ€ch stockt und man hört auch,...

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Dörwald, Uwe
381 |

Nibelungenfestspiele 2019 - ÜBERWÄLTIGUNG

Impressionen von der Fotoprobe (10.07.2019) / PREMIERE: 12.07.2019

In diesem Jahr bringen wir keine Besprechung der Nibelungenfestspiele in Worms. DafĂŒr aber Impressionen der FOTOPROBE vor dem Wormser Dom.

Wir empfehlen den Besuch des StĂŒcks.

 

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Dörwald, Uwe
380 |

Über einige Fragen und Probleme einer Wissenschaftsethik

"Aber ich bin nun mal Historiker." (E. Albee)

In Zeiten, in denen das Pentagon, Amazon, Bayer und andere große Player ĂŒber nicht geringe Drittmittel auch die Forschung an deutschen UniversitĂ€ten finanzieren, und wahrscheinlich auch Einfluß nehmen; und in Zeiten, in denen Hochschulen bisweilen sehr eng unter dem Label bzw. dem Etikett der Forschung mit Kommunen oder deren Wirtschaftsförderungen kooperieren, was durchaus zu Konkurrenzsituationen mit lokalen Wirtschaftsunternehmen fĂŒhren kann, weil das simple Erstellen von APPs oder von HĂ€ndlerseiten auf Amazon zum Beispiel eigentlich keine (angewandte) Forschung ist; und in Zeiten, in denen geisteswissenschaftliche Institute wie zum Beispiel die Germanistik an der UniversitĂ€t Dortmund abgewickelt werden, kann man sich die Frage nach der ...

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Frank, Svenja
379 |

Das Feminine als Seinszustand

Essay ĂŒber die Schattenseite der Weltmeisterschaft im Frauenfußball, die gerade mit einem 2:0 Sieg der USA ĂŒber die NIEDERLANDE zu Ende ging.

Es ist Fußballweltmeisterschaft und niemand interessiert es. Naja fast. Ein paar Menschen interessieren sich dafĂŒr, dass es niemand interessiert. Mit der Aufstellung fĂŒr das nĂ€chste Spiel haben auch sie sich vermutlich nicht befasst. Die Fußballweltmeisterschaft in Frankreich zeigt auf bizarre Weise, was aus einem Ereignis, das alle vier Jahre das öffentliche Leben lahmlegt, wird, wenn es nicht von MĂ€nnern handelt. Dass sie zum Anlass wird, die Diskriminierung von Frauen anzuprangern und die Gleichberechtigung – aller – Geschlechter einzufordern, ist unerlĂ€sslich. In der Diskussion findet aber ein anderes Problem zu wenig Beachtung, das gesamtgesellschaftlich genauso gravierend ist, wie das Schattendasein des Frauenfußballs: die Tatsache,...

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Dietz, Harald
378 |

Strenges Denken und grundloses Meinen

"Wer selber denkt, hat Heimvorteil."

Neben dem ungenauen, eher meinenden als begrĂŒndenden Denken hat es immer ein strenges Denken gegeben. Eines, das auf GrĂŒnden und BegrĂŒndungen besteht und auf logischer SchlĂŒssigkeit. Das ist ein Denken, das das bloße Meinen erschwert, die bloß Meinenden oftmals verĂ€rgert, ihnen zumutet, worin sie keine Übung haben: Das BegrĂŒnden der eigenen Meinung, das Achten auf (einfache) Regeln der Logik.

Eine hĂ€ufige Reaktion auf dieses Erschweren des eigenen Meinens ist naheliegender Weise nicht Dankbarkeit und Bescheidenheit. Selten sagt dann jemand, dass er schlecht begrĂŒnde und argumentiere und nun einsehe, dass er das lernen mĂŒsse. Vielmehr fĂŒhlt er oder sie sich im Meinen eingeschrĂ€nkt, ist verĂ€rgert, erhebt vielleicht sogar den Vorwurf...

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Steierwald, Ulrike
377 |

1046: Finis.

Zu Hermann Burgers Gedicht "Worte"

2019 jĂ€hrte sich der Todestag des Schweizer Autors Hermann Burger zum dreißigsten Mal. Jenseits der Schweiz waren jedoch nur wenige Texte der Erinnerung an diesen Schriftsteller – in Feuilletons oder literarischen / literaturwissenschaftlichen Zeitschriften –  zu finden. Dies mag auch daran liegen, dass seine Mortologismen wenig aktuellen Unterhaltungs- und damit Marktwert haben.

Ulrike Steierwald nahm in der Vorlesungsreihe 10 Minuten Lyrik. Der Dichtung eine Gasse (Leuphana UniversitĂ€t LĂŒneburg) Burgers drei Jahrzehnte zurĂŒckliegenden Suizid zum Anlass, ihm mit seinen eigenen  Worten und in der ihm eigenen logischen Konsequenz zu antworten: „Aber du bist nicht tot.“ (Aus: Der stumme Bruder. In: Rauchsignale. Gedichte. ZĂŒrich und...

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Dörwald, Uwe
376 |

Max Ottes Abschiedsvorlesung an der Hochschule Worms

Kein Verlust: Ein Netzwerker am konservativen rechten Rand der Gesellschaft verlÀsst die akademische Welt.

Am 15. Mai 2019 hielt Max Otte seine Abschiedsvorlesung vor circa 180 Gästen im halbgefüllten Audimax der Hochschule Worms. Anders als bei einer Veranstaltung Ottes Ende Dezember 2018 an der Universität Köln regte sich in Worms kein Protest gegen seine Vorlesung.

Das Thema der Abschiedsvorlesung war: „Meinungsfreiheit in Deutschland im Jahr 2019.“ Die Frage: „Wie steht es um die Demokratie?“, die noch in der Einladungzur Vorlesung stand, stand nicht mehr auf der Eingangsfolie zur Vorlesung. Eigentlich ein interessantes Thema, wenn es denn eine Vorlesung gewesen wäre und keine eklektizistische Aneinanderreihung von Allgemeinplätzen, mit denen Max Otte aufzeigte, dass und wie er nach seiner Wahlempfehlung für die AfD bei der letzten...

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Hoppe, Felicitas
375 |

Mein Mensch, mein Hund:

Hermynia Zur MĂŒhlen im 21. Jahrhundert lesen

Das Vorwort ist eine Gattung fĂŒr sich, das, wenn es wie im vorliegenden Fall gelingt, in einen Text oder ein Werk auf eigene Weise einfĂŒhrt und Lust macht, auf eine literarische Entdeckungsreise zu gehen.

Wir danken der Autorin und dem Paul Zsolnay Verlag fĂŒr die Genehmigung das Vorwort zur gerade erschienenen Ausgabe der Werke von Hermynia Zur MĂŒhlen publizieren zu dĂŒrfen und empfehlen auf diesem Weg die LektĂŒre einer vergessenen Autorin des 20. Jahrhunderts.

Hermynia Zur MĂŒhlen: Werke
Im Auftrag der Deutschen Akademie fĂŒr Sprache und Dichtung und der WĂŒstenrot Stiftung herausgegeben von Ulrich Weinzierl. Mit einem Essay von Felicitas Hoppe.

Bibliothek WĂŒstenrot Stiftung. Autorinnen des 20. Jahrhunderts * 4 BĂ€nde im Schuber, 2581...

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Hoppe, Felicitas
374 |

DAS ROTKÄPPCHENPRINZIP

Wie oft haben Sie in Ihrem Leben versucht, wirklich (tatsÀchlich) originell zu sein? Ich erinnere mich, vage, an Themenpartys, die das gestellte Thema möglichst originell konterkarieren sollten. Die Aufgabe erzeugte vor allem Stress, weil sich das Thema in der Regel aus dem Fundus alter Partykulturen bediente und damit selten unter OriginalitÀtsverdacht stand. Es ging um JahrgÀnge, Orte, Musik oder Farben, um Kleidung, Tiere und Statussymbole oder, nur scheinbar ambitionierter, um Ideen und Kunst. Sind Sie jemals als Dichter, Komponist oder Philosoph zum Fasching gegangen? Und war die Aufgabe leichter, als Sie sich in eine Dichterin, Komponistin oder Philosophin verwandeln durften?

   Ich wusste nie, als was ich gehen sollte – als Frau...

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Kiss, Endre
373 |

Naturschutz und Gesellschaftsschutz

Globalisation hat eine besondere Relation zum Klimawandel, und umgekehrt. Der Klimawandel besitzt auch eine besondere Relation zur Globalisation.

Sie leben und existieren zusammen und oft werden sie auch gemeinsam genannt und teilweise auch für identisch gehalten. Es ist jedoch klar, dass die Globalisation auch ohne Klimawandel problemlos existieren kann, während dasselbe auch vom Klimawandel ausgesagt werden kann.

Da es sich jedoch um zwei Phänomene von universaler, geradezu totaler Extensität handelt, haben wir mit einer langen Reihe von Fakten und Interpretationen zu tun, die davon zeugen, dass das Aufkommen der Globalisation und das des Klimawandels miteinander bereits relativ früh in Interaktion traten. Ein besonders wichtiges...

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Perina, Jitka
372 |

ASPEKTE DER ANDERSHEIT

Das neue Buch der Philosophin Karen Gloy trifft mit seinem Fokus auf das VerhÀltnis von Ich und dem Anderen genau das aktuelle Problem unserer westlichen Welt - die Begegnung mit dem Fremden.

Mit der zunehmenden Globalisierung scheint das Thema der Andersheit zunächst überwunden zu sein, was sich jedoch als Täuschung erweist. Zwar ist die traditionelle Grenzziehung durch die Globalisierung, Digitalisierung und Vernetzung aufgehoben und heterogene Kulturen vermischen sich und erzeugen Multikulturalität. Die Daseinsbewältigung des Einzelnen gründet jedoch auf einem rigorosen Egoismus. Dem Einzelnen geht es vor allem um sich selbst, er setzt seine Interessen im Kampf gegen andere durch und verfolgt die Gedanken der Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Demgegenüber rückt die Beziehung zum anderen auf den zweiten Rang. Das Wir-Gefühl haben wir weitgehend verloren. Die Konflikte werden zu Gunsten des Ich entschieden.

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Eisenberg, Peter
371 |

Hannover hat das beste Deutsch

Die Stadt Hannover will die Sprache gerechter machen. Sie empfiehlt dafĂŒr geschlechtsumfassende Formulierungen. Der Linguist Peter Eisenberg hat sich einige davon genauer angeschaut.

Im FrĂŒhjahr 2019 hat die Landeshauptstadt Hannover ein Faltblatt mit „Empfehlungen fĂŒr eine geschlechtergerechte Verwaltungssprache“ veröffentlicht. Es bestehen Zweifel daran, dass es sich tatsĂ€chlich um Empfehlungen und nicht um verbindliche Sprachregelungen handelt. So liest man im einleitenden Text: „Wenn eine geschlechterumfassende Formulierung nicht möglich ist, ist der Genderstar (z. B. Antragsteller*innen) zu verwenden.“ Das ist keine Empfehlung, sondern eine Anweisung, die zudem gegen geltendes Recht verstĂ¶ĂŸt. FĂŒr den öffentlichen Dienst ist die Verwendung der amtlichen Rechtschreibung verbindlich.

Ko-Publikation mit freundlicher Genehmigung von Peter Eisenberg und von MERTON (www.merton-magazin.de)

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Rainer, Ulrike
370 |

Life in the United States - 21

Louisiana: Les Belles Et Les Bêtes

Louisiana war von 1682-1762 französische Kolonie, von 1762 bis 1800 unter spanischer Herrschaft, und wurde von 1800 bis 1803 wieder an Frankreich abgegeben. 1803 fiel das Territorium durch den Louisiana Purchase an die USA.

Mehr zur Geschichte LOUISIANAS lesen Sie in unserem neuen Text aus unserer AMERIKA-Reihe.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
369 |

Das ökologische Auge

Eine andere Möglichkeit der Kulturgeschichte

Das Buch mit dem Titel Das ökologische Auge und dem Untertitel Landschaftsmalerei im Spiegel nachhaltiger Entwicklung besteht aus zwei Teilen. Teil I: Das gab es schon -Teil II: Das gab es noch. Ich wusste zunächst gar nicht so genau, was es mit dem Buch auf sich hat, als ich es eines Tages bei uns auf dem Tisch liegen sah. Dann entdeckte ich für mich aber schon bald: So gab es das noch nicht. Ich mag mich irren, aber für mich war die Lektüre ein besonderes Erlebnis, denn es war wie eine große Überraschung, die sich mir beim Lesen entfaltete, ich hatte so ein Buch noch nie gelesen.

 

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Dörwald, Uwe
368 |

Salman Rushdies "Satanische Verse"

Begleitet von einer Art doppeltem Vorspann bringen wir aus Anlass des dreißigsten Jahrestages der Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie (Februar 1989) eine Besprechung der Satanischen Verse aus dem gleichen Jahr.

Denn es bleibt wichtig, sowohl die Meinungsfreiheit als auch die Kunstfreiheit zu verteidigen.

Am 21. Februar 2019 brachte die FAZ einen Text des amerikanischen Journalisten James Kirchick mit der Überschrift Die freie Welt legt sich selbst einen Maulkorb an. Kirchick beschreibt in seinem Text, wie seit der Fatwa gegen Salman Rushdie die Schere im Kopf funktioniert und er beklagt ein „kollektives Versagen westlicher Gesellschaften, die vor drei Jahrzehnten, als ein Schurkenstaat einen Schriftsteller zur Zielscheibe einer...

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Boulous Walker, Michelle
367 |

Walter Benjamin: The Art of Critical Thought

Walter Benjamin's art survives in a series of critical texts, each embodying a poetic sensibility toward truth. It’s the artistic quality of Benjamin’s work that I am most interested in here, and my plan is to trace its movement throughout the ambivalent terrain of his critical thought. In so doing, I’ll touch upon the question of aura and the mimetic and sensuous moment this quality implies.

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Red.
366 |

GRUNDRAUSCHEN - 01 / 2019

Schaut man in die Medien, stellt man fest: Es ist wieder einmal Zeit fĂŒr unser GRUNDRAUSCHEN.

Unser zweifellos völlig subjektives und - einseitiges - Grundrauschen stellt in unregelmĂ€ĂŸiger Folge die verrĂŒcktesten Überschriften und Schnipsel aus Teasertexten zusammen. In diesem Sinne stellt unser Grundrauschen ein kleines MedienĂŒberschriftenarchiv oder ein kleines MedienĂŒberschriftengedĂ€chtnis dar.

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Dörwald, Lukas
365 |

4 Tage Dauerpredigt - Von Aktivisten, einem Wolf und teurem Kaffee

EindrĂŒcke eines Geografen von den Naturschutztagen 2019 am Bodensee

Über Nacht hat es ziemlich abgekühlt, der Kaffee im Pappbecher wärmt meine Hände auch nur noch bedingt. In ein paar Minuten würde ich mich auf den Weg machen. Ziel: Radolfzell am Bodensee. Ein guter Kontakt aus meiner Bachelorzeit in Gießen hat mich darauf aufmerksam gemacht. Mitfahrt mit anderen Studenten im Institutsbus und Unterkunft in einer Ferienwohnung waren dann auch kein Problem mehr.

Mittags um 14:00 Uhr sollte es losgehen, BegruÌˆĂŸung durch Honoratioren. Doch zunächst hatten wir noch 404 Kilometer hinter uns zu bringen. Das sollte noch der leichteste Teil der vier Tage am Bodensse sein.

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SIRI 16,
364 |

JOHN CALE in der Vertie Music Hall

In Berlin passiert es mir manchmal, dass ich längere Zeit nicht mehr an einem bestimmten Ort war und mich dann nicht mehr zurechtfinde, wenn ich dort wieder hinkomme. So ging es mir, als ich kürzlich zu einem Konzert des sogenannten Art- Musikers John Cale nach Friedrichshain fahren wollte. Allein schon von dem Veranstaltungsort hatte ich noch nie gehört, Vertie Hall, geschweige denn eine Ahnung, wie man es ausspricht.

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100 Jahre DADA

Vom Dadaismus zum Surrealismus

Konformer als in unserer Welt, die zugleich einen ausgeprägten Individualismus propagiert, ging es vielleicht nie zu. Skandale scheinen niemanden mehr hinter dem Ofen hervorzulocken. DADA gelang es noch, Skandale zu erzeugen!

Manchmal muss ein Buch nicht dick sein, um eine große Wirkung zu erzielen. Der kleine Band, der es in sich hat, ist zugleich ein wundervoller Band, der Lust macht, sich mit dem Dadaismus und Surrealismus intensiver zu befassen. Das verdanken wir dem Verlag Das Wunderhorn mit dieser herrlichen Ausgabe von Ré Soupaults Essays. Wir treffen auf die kurzen Phasen in der Kunst und in der Literatur, die auch für die heutige Zeit inspirierend wirken könnten, wenn es darum geht, Neues radikal zu denken.

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Red.
362 |

70 Jahre Allgemeine ErklÀrung der Menschenrechte

UN-Resolution 217 A (III)

Heute vor 70 Jahren, am 10.Dezember 1948, wurde die Allgemeine ErklÀrung der Menschenrechte unterzeichnet.

Aus diesem Anlass haben wir einige unserer Autoren gebeten, ein kurzes Statement zum Stellenwert der Menschenrechte zu schreiben. Mit den Statements von Hartmut Buchow, Lukas Dörwald, Jitka Perina, Ulrike Rainer und Milo Rau gratulieren wir der UN-Resolution 217 A zum Geburtstag.

 

 

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Berger, Thomas
361 |

Tunnel des Lebens

Das sÀkulare Gewand eines theologischen Denkmodells

Der 1990 in NeuchĂątel verstorbene schweizerische Schriftsteller Friedrich DĂŒrrenmatt (geboren 1921) hinterließ ein breit gefĂ€chertes Werk: TheaterstĂŒcke, Hörspiele, Romane, ErzĂ€hlungen und Essays. Vor allem einer seiner Texte ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben: die ErzĂ€hlung Der Tunnel. Sie erschien erstmals 1952, in der bearbeiteten Fassung 1978.   

Steigen wir in einen Eisenbahnzug nach ZĂŒrich, wie es der vierundzwanzigjĂ€hrige Student der Geschichte an einem Sonntagnachmittag tut. Lassen wir nun etwa zwanzig Minuten Fahrtzeit vergehen, wobei wir uns dessen erfreuen, was zwischen Alpen und Jura vom Fenster aus zu betrachten ist. Nach Verstreichen dieser Frist fĂ€hrt unser voll besetzter Zug gleich nach Burgdorf im Kanton Bern in...

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Brose, Thomas
360 |

Universalisten aller Lager vereinigt Euch!

Wenn Katholiken und Linke miteinander diskutieren

An der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen fand am 13. November 2018 ein GesprĂ€ch zwischen dem Politiker Gregor Gysi und Bischof Gerhard Feige statt. Betitelt war das GesprĂ€ch mit: "Ich hasse nicht zurĂŒck." Eine das GesprĂ€ch leitende Fragen war: Gibt es Möglichkeiten, Konfessions-, Religions- und Weltanschauungsunterschiede zu ĂŒberwinden, um gemeinsam die tiefen GrĂ€ben, die unsere Gesellschaft durchziehen, zu verringern?

Dass die Leipziger Diskussion sich durch PrĂ€gnanz und Schlagfertigkeit auszeichnete, war auch Frank Richter zu verdanken. Der Theologe und BĂŒrgerrechtler, der den christlich-sozialistischen Dialog moderierte und zu einem Trialog erweiterte, trug dazu bei, eine manchmal bedrĂŒckende Gegenwart an den...

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Hoppe, Felicitas
359 |

KÄSE, FREIHEIT UND ANGST

Wir sind keine Bewohner des Elfenbeinturms

ElfenbeintĂŒrme werden im Zusammenhang mit Kunst (und Wissenschaft) immer wieder thematisiert. Im Zusammenhang mit ElfenbeintĂŒrmen geht es um den RealitĂ€tsbezug, - die Weltferne bzw. Weltfremdheit oder die WeltnĂ€he -, von Kunst und KĂŒnstlern. Es geht um Fragen wie die, wofĂŒr Kunst steht und wozu Fiktion ĂŒberhaupt nĂŒtzlich ist. Es geht um die Daseinsberechtigung von Kunst und KĂŒnstlern in einer an Wirtschaft, Nutzen und Effizienz orientierten Welt, in der der Raum fĂŒr Geschichten und ErzĂ€hltes enger wird. Es geht um die Freiheit der Kunst und um die Freiheit von KĂŒnstlern. Wo es um Freiheit geht, geht es immer um alles und - existenzialistisch gesehen - auch um die Angst (vor der Freiheit) und - salopp gesprochen - immer auch um den KĂ€se, den...

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Wolfgang HÖRNER & Tobias ROTH
358 |

>>Ich liebe die Freiheit. Ich will und kann keiner Partei dienen.<<

Möge der Name Verpflichtung sein!

"Manchmal hat man das GefĂŒhl, es sei Zeit: diesmal, Zeit dafĂŒr, auf die Benennung der AfD-nahen Stiftung als "Desiderius Erasmus"-Stiftung zu reagieren. Die Benennung einer AfD-nahen Stiftung nach Erasmus hat kurz ein wenig schockiert und verblĂŒfft und zum Widerspruch herausgefordert, aber beim Weiterdenken zu einer anderen Idee gefĂŒhrt: warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und einen kleinen Band Erasmus machen. Damit alle nachlesen können, wonach die sich benannt haben: nĂ€mlich nach einem höchst menschenfreundlichen, die Toleranz, den Ausgleich und die HerzensgĂŒte propagierenden Menschen, den Deutschland nicht sonderlich interessierte und der nicht mehr und nicht weniger als WeltbĂŒrger sein wollte.“ Wolfgang Hörner   

Wir von sc...

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TU BERLIN
357 |

Antisemitismus 2.0

Antisemitismen haben im Netz stark zugenommen

In welchen Manifestationen tritt Antisemitismus im 21. Jahrhundert in Erscheinung? Welche Stereotype werden kommuniziert? Und welche Rolle spielt die emotionale Dimension beim aktuellen Judenhass?

Mit diesen Fragen beschĂ€ftigt sich im Rahmen der empirischen Antisemitismusforschung die von 2014 bis 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Langzeitstudie zur Artikulation, Tradierung, Verbreitung und Manifestation von Judenhass im digitalen Zeitalter unter der Leitung der Kognitionswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel. 

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Rainer, Ulrike
356 |

Life in the United States - 20

Ohio - Land der Mitte

Der Staat Ohio hat den Anschluß an die neuere Zeit verpasst. Es gibt verschiedene Wege aus der Krise. Aber ein Weg in die Zukunft erfordert ĂŒberhaupt keine Wahl. - Der Weg von gestern leistet VerĂ€nderungen Widerstand und verweigert die Erkenntnis, da KrĂ€fte am Werk sind, die grundlegende Wandlungen herbeigefĂŒhrt haben. Es ist ein Weg in die Isolation und den Niedergang. Anstatt den RĂŒckgang von Ohios GrĂ¶ĂŸe zu beklagen und die Vergangenheit in Museen zu feiern und zu pflegen, mĂŒssten sich die Menschen wie einst engagieren: durch Innovation, Experimentierfreudigkeit und vor allem Bildung.

 

 

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Dörwald, Uwe
355 |

GATEWAYS TO HELL

Zum Bildband CTRL-X von Kai Löffelbein

Gesellschaften, in deren Mittelpunkt der Konsum steht, sind Gesellschaften, die MĂŒll produzieren. In den USA und in der EU fallen pro Jahr und pro Kopf zwischen 20 und 30 Kilogramm Elektroschrott an, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Die Folgen des MĂŒllexports zeigt uns der Fotograf Kai Löffelbein, der sich auf den Weg zu den weltweit grĂ¶ĂŸten MĂŒllkippen fĂŒr Elektroschrott gemacht hat. Diese trostlosen Orte des MĂŒllexports findet Löffelbein in Ghana, Indien und in China. Die beeindruckenden Fotografien sind versammelt in seinem Buch CTRL-X.

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WORLD BANK
354 |

WHAT A WASTE 2.0

A Global Snapshot of Solid Waste Management to 2050

MÜLL und die Vermeidung von MĂŒll ist ein wichtiges und ein globales Thema.

Zu dieser Thematik hat die Weltbank eine Studie veröffentlicht, auf die wir hinweisen möchten. 

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Rainer, Ulrike
353 |

MEIN BERGMAN

TrĂ€umen wird man dĂŒrfen

Mein Bergman ist eine Hommage an den Regisseur Ingmar Bergman.

Am 14. Juli 2018 jĂ€hrte sich der hundertste Geburtstag Ingmar Bergmans. Er war einer der großen Auteur-Regisseure des 20.Jahrhunderts. Als er 2007 verstarb, hinterließ er ĂŒber vierzig Filme. Zu den meisten Filmen schrieb er selbst das Drehbuch. 

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Dörwald, Uwe
352 |

Gretzky & ,Hoppe‘ – vom Spiel ,auf dĂŒnnem Eis‘ zu poetischen Freiheiten

Eine essayistische AnnÀherung an Hoppe


 weil wir nicht aufgeben, der Literatur eine Bedeutung abzuringen, beschĂ€ftigen wir uns mit Literatur und haben im besten Fall und ökonomisch gesprochen so etwas wie einen ,Mehrwert‘ von dieser BeschĂ€ftigung. Wir als Leser, die nach Sinn und Bedeutung oder den ErzĂ€hlprinzipien in der Literatur und bei Hoppe suchen, werden „ohnehin alles durcheinanderbringen“, wenn wir ein literarisches Werk betrachten, weil wir uns „die Freiheit, die Hoppe im Akt des Schreibens erfĂ€hrt“, auch als Leser nehmen dĂŒrfen. 

 

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Kiss, Endre
351 |

Georg LukĂĄcsÂŽ NeubegrĂŒndung des Marxismus

Von Hartmanns zu Lukács’ Ontologie

Der Positivismus galt LukĂĄcs’, allgemein formuliert, in allen Perioden als ein verachteter Gegner, - als ein seichtes Denken der Bourgeoisie -, sowohl der lebensphilosophische als auch der marxistische LukĂĄcs dachte so.   

Der Neopositivismus dĂŒrfte LukĂĄcs als eine Fleischwerdung all jener Tendenzen vorgekommen sein, die in seinen Augen in Kant und im klassischen Positivismus nicht akzeptabel waren, insbesondere der Überdimensionierung der Erkenntnistheorie zuungunsten einer sich auf die RealitĂ€t richtenden philosophischen Einstellung.    

In der GegenĂŒberstellung des Neupositivismus und des in vielem verspĂ€teten SpĂ€tstalinismus dĂŒrfte LukĂĄcs in der sich öffnenden Welt und in der immer freieren philosophischen Kommunikation klar geworden...

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Akbar, Murtaza
350 |

Sprache als Waffe: Gegen „Asyltourismus“ helfen nur „schĂ€rfste Grenzregime“

Die absichtliche Verrohung der Sprache schadet uns allen

Viele Worte werden einem in seiner Kindheit entgegengeworfen – bei mir waren einige darunter, die weniger ĂŒblich sind. Neger, Kanake und Asylant sind nur drei Beispiele. Heute kommt das offen glĂŒcklicherweise sehr selten vor. Was ansonsten oder an anderer Stelle ĂŒber mich gesagt und gesprochen wird, weiß ich natĂŒrlich nicht, aber wer weiß das schon? Sprache ist Macht. Sprache ist Kraft. Sprache kann spalten, aber auch vereinen, motivieren, fördern, bilden. Abgesehen von physischer oder psychischer Gewalt kann kaum etwas so sehr verletzen wie Worte. Schon sehr frĂŒh habe ich deshalb feine Antennen dafĂŒr entwickelt, welches Gewicht Worte und Sprache haben. Deutlich mehr, als es vielen Menschen bewusst ist. 

 

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Dörwald, Uwe
348 |

Spielotheken in Worms

Eine Fotoreportage

Wenn man Spielotheken ohne Wertung betrachtet, dann sind sie ein GeschĂ€ft wie jedes andere auch und noch dazu steuerlich interessant. Auf der anderen Seite verĂ€ndern sie das Bild (und auch die AtmosphĂ€re) einer Stadt und zwar nicht unbedingt positiv. Viele Spielotheken machen eine Stadt nicht unbedingt attraktiv(er).   

Dass in Spielhallen auch pathologische Spieler (SpielsĂŒchtige) zu finden sein dĂŒrften, versteht sich von selbst. Die Politik sollte ĂŒberlegen, was mehr zĂ€hlt: Die Steuereinnahmen durch Spielotheken oder die Krankheitskosten fĂŒr die Behandlung der Spielsucht.  

Interessanterweise geht der Gesetzgeber in seiner Rechtssystematik zu Spielotheken davon aus, dass  diese Angebote grundsĂ€tzlich gesellschaftsschĂ€dlich und damit gru...

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SIRI 16,
346 |

40 Jahre SO36 in Berlin

Depeschen aus der Kapitale - 2/2018

AnlĂ€sslich des 40jĂ€hrigen Geburtstags vom SO36 in Berlin lud mich Wolfgang MĂŒller in seinen Erinnerungsbus ein, der in Kreuzberg stehen sollte. In der Einladung war von einer Gala die Rede und GesprĂ€chen mit WeggefĂ€hrten des legendĂ€ren Clubs.   

Wolfgang MĂŒller ist KĂŒnstler, Musiker, Autor, Elfen-Experte, Punk, Professor und MissverstĂ€ndnis-Wissenschaftler. Und fĂŒr alle Nicht-Berliner: Das SO36 zĂ€hlt zu den sagenumwobenen Orten in Kreuzberg, benannt nach dem alten Poststellbezirk SĂŒdost 36. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Epizentrum der New Wave- und Punkszene – im Esso, wie Insider es nennen, sind die Toten Hosen aufgetreten, EinstĂŒrzende Neubauten, Fettes Brot und auch Wolfgang MĂŒllers Band Die tödliche Doris, um nur...

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GEMETZEL MIT ETZEL

Nibelungenfestspiele 2018

Die Nibelungenfestspiele 2018 sind eröffnet, der rote Teppich fĂŒr die B-Promis ist entrollt, der Heylshof erstrahlt in bester Gastgebermanier und die Schönen und Reichen strömen herbei. Premierenkarten sind besondere Karten, da strengen sich viele noch mal ganz besonders an.  

Die Regie fĂŒhrt in diesem Jahr Roger Vontobel, das Autorenduo Feridun Zaimoglu und GĂŒnter Senkel haben den Federkiel gespitzt und den Text fĂŒr das StĂŒck geschrieben. Eine Fortschreibung wird angekĂŒndigt, es wird etwas ganz Neues, heißt es.

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Berger, Thomas
341 |

GRAZIE UND INTUITION

Zur AktualitÀt einer VerhÀltnisbestimmung

bei Heinrich von Kleist

 

Vor mehr als zweihundert Jahren, genauer: 1810, erschien in den Berliner BlĂ€ttern die Abhandlung Über das Marionettentheater. Der Dichter Heinrich von Kleist (1777−1811) wendet sich darin – der Sache nach − einem Begriffspaar zu, das die Philosophie seit Platon (428/427−348/347) beschĂ€ftigt. Auch die Psychologie, etwa C. G. Jung (1875−1961), und die Ethik, wenn sie nach dem Fundament der Unterscheidung von Gut und Böse forscht, widmen sich den polaren GrĂ¶ĂŸen GefĂŒhl und Verstand, Anschauung und Reflexion, intuitives und diskursives Erfassen. Die zentrale Frage lautet: Welcher Stellenwert kommt den kontrĂ€ren GrĂ¶ĂŸen zu, und in welchem VerhĂ€ltnis stehen sie zueinander?     

JĂŒngere Untersuchungen, beispielsweise das Werk Multiple Intelligences...

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Senigaglia, Cristiana
339 |

DIE VIRTUELLE WELT, NIETZSCHE UND DIE FRAGE DER WAHRHEIT

Die Beschaffenheit der virtuellen Welt entkrĂ€ftet zumindest partiell die Aussagekraft der realitĂ€tsbezogenen Wahrheitskriterien. Die vier ĂŒblichsten Kriterien der Wahrheit beruhen auf: Kongruenz, KohĂ€renz, Pragmatik und Konsensus. In der virtuellen Welt verlieren sie teilweise an Bedeutung und PrĂ€gnanz, weil sie in den Konstellationen der VirtualitĂ€t nicht mehr als notwendig und direkt anwendbar empfunden werden.   

(
)   

... laut Nietzsche (bedeutet) die Kritik an den Fakten und an dem festen Glauben daran keine Form der Relativierung und der GleichgĂŒltigkeit ihnen gegenĂŒber, sondern sie deutet auf die Notwendigkeit hin, das vermeintliche SelbstverstĂ€ndliche zu hinterfragen und genau da Verdacht zu schöpfen, wo alles selbstverstĂ€ndlich...

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Berger, Thomas
337 |

POESIE UND SCHICKSAL

Zum 130. Todestag Theodor Storms

Der deutsche Schriftsteller Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 im nordfriesischen Hademarschen. Seine literarischen Werke sind weltweit verbreitet. Zum 130. Todestag am 4. Juli 2018 widmet sich der nachfolgende Essay dem Leben und Wirken des bedeutenden Lyrikers und Novellisten. Zudem wird die Frage erörtert, ob beziehungsweise inwiefern Storm als Heimatdichter zu betrachten ist. 

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Wallenhorst, Paul
335 |

SELFIES MIT DELEUZE

Ziel dieser Arbeit ist es zu verdeutlichen, dass Fotografie durchaus nichts Immaterielles an sich hat, auch wenn sich die Überlegungen ausdrĂŒcklich auf solche Fotografie beziehen, wie sie tĂ€glich mit digitalen Handy-Kameras fĂŒr soziale Netzwerke betrieben wird. Im Gegenteil soll die Fotografie als eine materielle und performative TĂ€tigkeit verstanden werden, weswegen der Begriff des fotografischen Aktes, der diese Tatsache verdeutlicht, hĂ€ufiger fallen wird.

„Instagram-Fotografie“ ist eine Operation, die durch und in unserem Fleisch verlĂ€uft. Sie funktioniert mit unserem Begehren, WĂŒnschen und Verlangen, die nur als materielle verstanden werden können. Es muss die Frage gestellt werden, ob sich in den Prozessen eines fotografischen Aktes...

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Dörwald, Uwe
333 |

THINKING IS READING-ON-THE-MOVE

"Slow Philosophy" is a love letter to philosophy

Man kann die Welt der BĂŒcher beschreiben wie Hans Blumenberg in Die Lesbarkeit der Welt: "... mit einem Mal (wird) der Staub auf den BĂŒchern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in BĂŒchern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der Überdruß, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. BĂŒcher machen kurzsichtig und lahmĂ€rschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist." Man kann einen Durchlauf, wenn nicht durch die ganze Geschichte der Kunst, so doch durch die im Louvre ausgestellte Kunst haben, entweder in 9 Minuten und 43 Sekunden wie in Jean-Luc Godards Film Bande Ă  Part von 1964 oder gar in 9 Minuten und 27...

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Ilgner, Julia
331 |

DEAD BUT ALIVE

Felicitas Hoppe und Jo Lendle erwecken in ihrem Akzente-Band die Legende zu

neuem Leben

Tot sind sie (fast) alle – die Helden und Heiligen, BerĂŒhmten und Vergessenen, Wahren und Erfundenen, die in der aktuellen Ausgabe der traditionsreichen Akzente- Literaturzeitschrift des MĂŒnchner Hanser-Verlags, vor ĂŒber 60 Jahren von Walter Höllerer und Hans Bender gegrĂŒndet, dann lange Zeit von Micheal KrĂŒger betreut und seit 2015 mit neuem Konzept von Jo Lendle und einem wechselnden Gast herausgegeben, literarisch reanimiert werden – mit Ausnahme von Whistleblower und WikiLeaks-GrĂŒnder Julian Assange, der sich mit seiner eskapistischen Existenz in der ecuadorianischen Botschaft in London jedoch auch irgendwie dem Leben und den Lebenden entzogen hat.   

Aber Totgesagte leben, zumindest dem Volksmund nach, bekanntlich lÀnger: So mag das...

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Reporter ohne Grenzen
329 |

Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa

Rangliste der Pressefreiheit 2018

In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen: Vier der fĂŒnf LĂ€nder, deren Platzierung sich am stĂ€rksten verschlechtert hat, liegen in Europa, drei davon sind Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union.   

Bei uns werden seriöse Medien von rechts-nationalen KrĂ€ften als "LĂŒgenpresse" diffamiert, die TĂŒrkei ist inzwischen bekannt fĂŒr ihre EinschrĂ€nkungen der Pressefreit und in Ungarn gab es Listen unliebsamer Jourmalisten in der staatsnahen Presse. Wenige Tage nach dem erneuten Sieg der Fidesz-Partei bei den Parlamentswahlen, veröffentlichte das regierungsnahe Wochenblatt Figyelö unter der...

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Dörwald, Uwe
326 |

Krisenliteratur und ihre Halbwertszeit

AnlÀsslich Slavoj Zizeks >>Der Mut der Hoffnungslosigkeit<<

Wir leben, so lautet ein wirkmĂ€chtiges Narrativ der Gegenwart, in postmodernen und postfaktischen Zeiten, was zur Folge hat, dass sich Begriffe wie Wahrheit oder Erkenntnis verflĂŒssigen. Dies gilt fĂŒr den politischen und den sozialen wie auch fĂŒr den wissenschaftlichen Raum. Dabei gibt es natĂŒrlich ein Interesse an der momentanen Verblödung der Welt und an der zunehmenden Politisierung des Alltags, zu der auch, wie manche vermuten, die digitale Verflachung der Welt ihren Obulus entrichtet. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in Denkfallen gelockt wird.

 

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Rainer, Ulrike
324 |

Life in the United States - 19

Tennessee - Der dreigeteilte Staat

Gallia est omnis divisa in partes tres ... Tennessee auch. Neben dem geographischen Aspekt gibt es natĂŒrlich viele andere Dinge in der Geschichte Tennessees zu entdecken.  

Angefangen hat alles mit den ersten Siedlern: "Es waren Trapper, solche auf der Suche nach Gold und Ruhm; die TrĂ€umer einer besseren Welt; die Retter von Seelen; Landspekulanten, die ihre eigenen Gesetze machten und Schlingel, die vor dem Gesetz flĂŒchteten, und immer mehr Siedler, die kleine Gehöfte in die Wildnis bauten."   

Zu Tennessee gehört auch die Geschichte des Ku Klux Klans und der kleine Ort Black Oak Ridge, der durch ein wichtiges militÀrisches Projekt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kurzzeitig seine Einwohnerzahl vervielfachen konnte. 2012 gibt es dann...

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Wendzel, Steffen
323 |

Ich hab' nichts zu verbergen!

Rezension zum Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes"

In den letzten Jahren gab es viele Skandale, die die Datensicherheit von Nutzerprofilen in den sozialen Netzwerken betreffen. Momentan wird diese Debatte dominiert von der aktuellen und berechtigten Aufregung um Facebook. - Facebook ist mal wieder in den Schlagzeilen. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach der Sicherheit unserer Daten und unserer Profile, die wir im digitalen Raum hinterlassen.    

Vor diesem Hintergrund rezensiert Steffen Wendzel, Professor fĂŒr IT-Sicherheit an der Hochschule Worms, fĂŒr uns das Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur" von A. Bernard.

 

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
321 |

FREIE PRESSE IST EXISTENZIELL

Rezension zu Philippe Soupaults "Die Zeit der Mörder. Erinnerungen aus dem Gefängnis."

Damals galt und heute gilt: Das freie Wort ist immer gefĂ€hrdet. Ganz besonders gilt das in totalitĂ€ren Regimen. Journalisten sind mitunter unbequem mit dem, was sie zu sagen haben. Viel zu oft zahlen Journalisten wie Deniz YĂŒcel, Caruna Galizia (Malta) oder JĂĄn Kuciak (Slowakei) einen hohen Preis fĂŒr ihre Arbeit.

Auch Philippe Soupault, dessen Buch Zeit der Mörder jetzt auf deutsch erschienen ist, ging fĂŒr die Wahrheit ins GefĂ€ngnis.

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SIRI 18
319 |

Über Hitchcocks Lieblingsblondine, Nagelstudios und Löwenhunde

Depeschen aus der Kapitale - 1/2018

Letztendlich war es ein Zufall, der mir half, mit Tam ins GesprĂ€ch zu kommen. Verzweifelt auf der Suche nach einem Paket, das angeblich an mich zugestellt worden war, mich jedoch nie erreicht hatte, fragte ich erst all meine Nachbarn in unserem Mietshaus, dann die mir bekannten Ladenbesitzer in meiner Straße, die auch Post–Pakete annehmen. Niemand konnte mir weiterhelfen, bis einer der immer wechselnden DHL-Zusteller mir sagte, bei den Nageldamen wĂŒrde er auch manchmal Pakete abgeben. Er zeigte auf einen Laden namens PINK NAILS, der bisher nur schemenhaft in mein Gesichtsfeld gerĂŒckt war. Den Ausdruck Nageldamen kannte ich nicht. Auch danach hörte ich die seltsamsten Bezeichnungen fĂŒr Tam und ihre MĂ€dchen, ManikĂŒristinnen, Kosmetikerinnen,...

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Dörwald, Uwe
317 |

Eine völlig durchgeknallte Arbeitswelt

Undurchsichtige Rankings und charmante Cheerleader

Stellen sie sich vor, sie kommen morgens zu ihrem Arbeitsplatz und in der Lobby ihrer Firma hĂ€ngt ein ĂŒberdimensionierter Bildschirm, auf dem sie immer ihren Namen finden können und dahinter steht eine Bewertung, wo sie gerade in der Firma gerankt sind. Ob ihre firmeninternen Aktien oder ihre Reputation gestiegen oder gesunken sind, sehen sie sofort, wie alle anderen auch. Den Algorithmus bzw. die Kriterien, nach denen sie und ihre KollegInnen bewertet werden, kennt niemand, außer dem Chef, den noch niemand gesehen hat und der sich nur mit unverstĂ€ndlich gemurmelten Anweisungen, die durch Lautsprecher in die BĂŒros ĂŒbertragen werden, zeigt. ZusĂ€tzlich mĂŒssen sie sich tĂ€glich einen neuen freien Arbeitsplatz suchen und den KollegInnen im BĂŒro...

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Uzukauskaite, Lina
314 |

ZUR UTOPIEAUFFASSUNG INGEBORG BACHMANNS

Die Utopieauffassung Ingeborg Bachmanns (1926-1973) wurde durch ihre Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Robert Musil (1880-1942) und seinem Hauptwerk Der Mann ohne Eigenschaften (1930/31, 1932/33, 1952) entscheidend geprÀgt. Im Bereich der Literaturwissenschaft wurden die im Werke Bachmanns nachzuweisenden Spuren der intensiven Musilrezeption in mehreren Publikationen bereits behandelt (vgl. u. a. Agnese, 1996, 103-114; Bartsch, 1980, 162-169; Weber, 1986, 55-74).

Dieser Beitrag konzentriert sich in erster Linie auf das Möglichkeitsdenken und die fĂŒnf zentralen Utopien im Mann ohne Eigenschaften sowie im weiteren Verlauf auf das utopische Denken Bachmanns, das u. a. anhand einiger Beispiele aus ihrem Roman Malina (1971)...

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Dörwald, Uwe
312 |

BĂŒcher statt Screens

Vom Wert der privaten und öffentlichen Bibliotheken

Es gibt die wahren Mythen von berĂŒhmten und verschwundenen Bibliotheken und die Geschichte des großen Schriftstellers, Bibliothekars und Lesers Jorge Luis Borges, der fĂŒr den Autor der Verborgenen BibliotheknatĂŒrlich eine große Rolle spielte. Es gibt den Gedanken, dass jede Bibliothek auch etwas ĂŒber seinen Besitzer aussagt - Zeige mir deine Bibliothek und ich sage dir, wer du bist! - und es gibt natĂŒrlich die völlig subjektiven Umgangsweisen mit privaten Bibliotheken, die auch Orte der Erinnerung sind, und deren Wichtigkeit und Bedeutung man erst bemerkt, wenn sie nicht mehr da sind. Man hat schon von Leuten gehört, die am Verlust ihrer BĂŒcher zu Kranken, von anderen, die an ihrem Erwerb zu Verbrechern geworden sind. Über einer privaten...

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Rose, Mathew D.
310 |

Germany and the loss of political trust

Vertrauen ist ein hohes Gut, ob im Leben, an der Börse oder in der Politik. Vertrauen kann man auch verspielen und verlieren. Das gilt auf besondere Weise in der Politik.  

Vertrauensverlust in die deutsche Politik ist das Thema von Mathew D. Rose, der nicht nur investigativer Journalist und Historiker, sondern auch einer der Herausgeber von BRAVE NEW EUROPE ist. -

"Although nearly four months have passed since the national election, Germany still hasn’t formed a government. The Dutch, with their complicated coalition process, may find this normal, but for Germans it certainly isn’t. Initially it seemed feasible that chancellor Angela Merkel’s Christian Democratic Union (CDU) and its Bavarian partner Christian Social Union (CSU) could...

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Dörwald, Uwe
349 |

Soziologie oder Biographie? Man muss sich entscheiden.

Eribons privater Klassenkampf in „Gesellschaft als Urteil“

Didier Eribon, der mutmaßlich neue Stern am französischen Intellektuellenhimmel, braucht ganze 264 Seiten bis er zum Schluss seines Buches „Gesellschaft als Urteil“, das in den Feuilletons auch schon mal als Meta-Buch bzw. als Begleit- oder Kommentarbuch zu seinem Erfolgstitel „RĂŒckkehr nach Reims“ bezeichnet wurde, auf den Punkt kommt: „Sicher bin ich mir nur, dass einzig eine immer wieder erneuerte theoretische Analyse der Herrschaftsmechanismen mit ihren unzĂ€hligen Funktionen, Registern und Dimensionen in Verbindung mit dem unverwĂŒstlichen Willen, die Welt im Sinne einer grĂ¶ĂŸeren sozialen Gerechtigkeit zu verĂ€ndern, uns in die Lage versetzt, den vielgestaltigen KrĂ€ften der UnterdrĂŒckung zu widerstehen.“ In diesem Sinne ist sein Buch eine...

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Rainer, Ulrike
347 |

Life in the United States - 18

Kentucky - Der unentschlossene Staat

Was hat Kentucky neben der Corvette und dem Mythos um den grĂ¶ĂŸten Boxer aller Zeiten, Muhammad Ali, der Welt noch zu bieten? Fort Knox zum Beispiel mit 8.000 Tonnen Gold oder Colonel Saunders, der eigentlich kein Oberst war, sondern schlicht Harland Saunders hieß, sich aber in der militĂ€rischen Rolle gefiel. Ihm verdanken wir Kentucky Fried Chicken.  

Die Geschichte des Staates ist insofern spannend, weil Kentucky wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges sowohl enge Beziehungen zum SĂŒden als auch zum Norden hatte. Der Staat schwankte anfĂ€nglich und war unentschlossen, auf welche Seite er sich im BĂŒrgerkrieg stellen sollte.

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Lederer, Sylvia
345 |

Lichtkunst in Amsterdam

Mit einer Installation des chinesischen KĂŒnstlers AI WEIWEI

Das Light-Festival in Amsterdam kehrt dieses Jahr zum sechsten Mal zurĂŒck, um die Grachten und Straßen in ein betörendes Licht zu hĂŒllen. Viele internationale KĂŒnstler wie der Chinese Ai Weiwei und die britische KĂŒnstlerin Cecil Balmond verzaubern die Besucher mit 36 Lichtinstallationen unter dem Thema„Existential“. Die diesjĂ€hrigen teilnehmenden KĂŒnstler, Designer und Architekten stammen aus Australien, Belgien, China, Kanada, England, Deutschland, Indonesien, Italien, Japan, Kosovo, den Niederlanden, Russland und den Vereinigten Staaten. Mit „Existential“ wollen sie uns Besucher anregen, darĂŒber nach zu denken, was Menschen verbindet und welche Rolle das Licht dabei spielt.  

In diesem Jahr zeigten mehr als 2.500 KĂŒnstler aus 98...

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Steierwald, Ulrike
344 |

Literarische Über-Setzungen

Lorenzo da Ponte und Thomas Kling im Rahmen der Leuphana Reihe "10 Minuten Lyrik"

An der UniversitĂ€t LĂŒneburg gibt es die schöne Reihe "10 Minuten Lyrik". - Ulrike Steierwald, Professorin fĂŒr Literaturwissenschaft, befasst sich im Rahmen dieser Reihe mit Lyrik von Lorenzo da Ponte und Thomas Kling.

  • Literatur vermag es, im Sprachraum des brennenden Archivs das eigentlich nicht zu Denkende und nicht in Worte zu Fassende zu ĂŒbersetzen.
  • Eine Übertragung ist keine Übersetzung. VerstĂ€ndigung und Kommunikation können nur durch den ĂŒbertragenen Sinn gelingen, die Übersetzungen des nicht zu Begreifenden hingegen sind beim Wort zu nehmen.

 

 

 

 

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Giebenhain / Dörwald
342 |

Ex-Landrat Dietrich KĂŒbler wegen Untreue verurteilt

Bericht und Kommentar zum Ende des Prozesses im Amtsgericht Michelstadt

"Man darf nicht bescheißen! Wenn man eine Rechtswidrigkeit erkennt, muss man diese Rechtswidrigkeit abstellen. Das ist nicht passiert." Das sagte Amtsrichter Schmied in seiner UrteilsbegrĂŒndung.   

Nach zwölf Verhandlungstagen mit umfangreicher Beweisaufnahme und etlichen Zeugen gibt es ein Urteil im Untreueprozess gegen den Ex-Landrat des Odenwaldkreises. Sieben Monate Haft, die fĂŒr drei Jahre zur BewĂ€hrung ausgesetzt sind, und eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro - so lautet das Urteil des MichelstĂ€dter Amtsgerichts gegen Dietrich KĂŒbler, der auch die Kosten des Verfahrens zu tragen hat.  

Nachtrag (03.01.2018): Inzwischen ist sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung in die Berufung gegangen. Der Prozess geht in die...

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Dörwald, Uwe
340 |

Yanis Varoufakis’ Kampf gegen die Institutionen

Schulden sind Schulden sind Schulden sind Schulden - Basta

Varoufakis kommt in seinem Buch zu dem Schluss, dass das, was er „unmittelbar miterlebte, nur als ein nackter Klassenkampf zu beschreiben war, der die Armen traf und die herrschende Klasse auf skandalöse Weise begĂŒnstigte.“, was sich zum Beispiel daran zeigte, dass die GehĂ€lter von griechischen FunktionĂ€ren, die die Troika zu ihren Leuten zĂ€hlte, nicht gekĂŒrzt, sondern angehoben wurden. Das ist fĂŒr Varoufakis die Anwendung nackter Gewalt, um politische Maßnahmen durchzusetzen. So wird der Grundsatz eines Robert Bosch, dass Vertrauen wichtiger ist als Zahlen, vom Kopf auf die FĂŒĂŸe gestellt: Im Neoliberalismus sind Zahlen wichtiger als Vertrauen.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
338 |

Mein Leben mit Maarten Koning

Was kann an einem ĂŒber 5.000 Seiten dicken Roman mit dem eher langweiligen Titel „Das BĂŒro“ schon so interessant sein, dass man sieben BĂ€nde verschlingt, zumal dieser Roman schon fast aus der Zeit gefallen erscheint, da er sich in den Jahren 1957 bis 1989 abspielt? Wir befinden uns immer im Gestern und was soll da an dreißig Jahren BĂŒroalltag schon spannend sein ...

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Dimmers, Jan
336 |

Das Lachen in Shakespeares >>Ein Sommernachtstraum<<

In diesem Texte ĂŒber Lachen und Humor habe ich Inspiration in einer Zeit gesucht, in der Humor ins Zentrum der Aufmerksamkeit gezogen wurde. Das war an der Grenze des spĂ€ten Mittelalters und der Renaissance. Die Wurzeln der Moderne stammen aus dieser Zeit und in diesem Zusammenhang nenne ich die Namen von Erasmus, Rabelais, Montaigne, Cervantes und Shakespeare. Die vier genannten Autoren rĂŒckten auf Ă€hnliche Weise und aus gleichen GrĂŒnden das Lachen in den Mittelpunkt wie Shakespeare.  

Zuerst spreche ich ĂŒber das Lachen und auch ĂŒber das LĂ€cherliche als gesellschaftliches PhĂ€nomen. Dann lasse ich Theorien darĂŒber Revue passieren und versuche diese auf die Werke von Shakespeare anzuwenden. Zur weiteren Konkretisierung hole ich dies nĂ€her...

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SIRI 17
334 |

Depeschen aus der Kapitale - 7

Milo Rau ließ den Reichstag stĂŒrmen

Am 07. November 2017, am hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland, stĂŒrmt die General Assembly und ihre AnhĂ€nger den Berliner Reichstag und liest die Charta fĂŒr das 21. Jahrhundert vor.

    Große Worte, großes Vorhaben - und ziemlich gut durchstrukturiert, jedenfalls in der AnkĂŒndigung. Und so kam es mir auch vor, als ich zusammen mit 500 anderen Zuschauern den Saal der SchaubĂŒhne betrat, in dem ich mir sonst Shakespeare oder Ibsen anschaue. Ich war ĂŒberwĂ€ltigt von der logistischen Leistung.

   Die General Assembly war ein Versuchslabor, das wie ein globales Weltparlament ablaufen könnte, nichts anderes; inszeniert, gespielt, vorbereitet und durchgeplant. NatĂŒrlich hatte niemand die 60 Abgeordneten demokratisch gewĂ€hlt....

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Dörwald, Uwe
332 |

Ein Container der Zeitgeschichte

Voskuils Roman DAS BÜRO - Band 2

Georg Steiner zitiert in seinem Buch Warum Denken traurig macht den DichterColeridge: „Arbeit ohne Hoffnung leert Nektar in ein Sieb, Hoffnung ohne Objekt kann nicht ĂŒberleben.“ Da man das Denken ebenso wenig wie das Atmen einstellen kann, kann man auch einer gewissen Traurigkeit am Arbeitsplatz nicht entgehen, wenn man nachdenkt ĂŒber das, was man den ganzen Tag in einem BĂŒro so tut oder tun muss. Das weiß auch Maarten Koning, unser Held des BÜROS, wenn er am Ende des zweiten Bandes mit dem Titel Schmutzige HĂ€nde sagt „Kraft schöpft man aus der Sicherheit, dass man so lebt, wie man leben will. ... Wenn man etwas tut oder an etwas glaubt, das es wert ist, es gegen die Mehrheit der Menschen zu verteidigen. ... Die Arbeit von halb neun bis...

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Dörwald, Uwe
330 |

Gerechtigkeit fĂŒr alle ist eine Illusion

Die Frage nach der Gerechtigkeit, insbesondere im gesellschaftspolitischen Bereich, ist spĂ€testens seit dem Wahlkampf von Martin Schulz wieder auf der Tagesordnung. Schulz plakatierte und proklamierte den (inhalts)leeren Slogan Zeit fĂŒr mehr Gerechtigkeit.

Karen Gloy nun sieht und benennt aktuelle Problematiken von Gerechtigkeitsfragen an vielen Stellen ihres Textes, fĂŒr sie sind die (politischen/soziologischen) Beschreibungen der Gegenwart evident. Ihr Ziel ist aber ein anderes; denn „es (gibt) in der Hitze des Gefechtes kaum eine tiefer dringende Analyse und philosophische Reflexion (...)“. Analyse und philosophische Reflexion entsprechen aber genau der Aufgabe, die sich Gloy selbst stellt: "Meine Aufgabe als Philosophin, als Vor- und...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
328 |

Die Geschichte eines Almajirai

Mit dem Roman An einem Dienstag geboren von Elanthan John legt der Heidelberger Wunderhorn Verlag ein weiteres bemerkenswertes Buch in seiner Reihe fĂŒr zeitgenössische afrikanische Literatur (AFRIKAWUNDERHORN), herausgegeben von Indra Wussow, vor.

   Das Buch An einem Dienstag geboren ist die Geschichte von Dantala, einem KoranschĂŒler, der seine Geschichte erzĂ€hlt und es fĂŒhrt uns in den Norden Nigerias. Alles beginnt im Jahr 2003, auf den Straßen von Bayan Layi, einer fiktiven Stadt.

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Rau, Milo
327 |

„MAN MUSS NEUE, UTOPISCHE INSTITUTIONEN VORBEREITEN“

MILO RAU IM GESPRÄCH MIT HARALD WELZER ÜBER DIE GENERAL ASSEMBLY

WĂ€hrend die Parteien in Berlin noch versuchen eine regierungsfĂ€hige Koalition zu bilden und der nĂ€chste Weltklimagipfel in Bonn vor der TĂŒr steht, tagt in diesen Tagen in Berlin das von MILO RAU initiierte WELTPARLAMENT, das Lobbylosen aus aller Welt eine Stimme geben will.  

Mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle der General Assembly bringen wir ein GesprĂ€ch zwischen Harald Welzer und Milo Rau ĂŒber die Ziele des Weltparlaments.

 

 

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Hoppe, Felicitas
325 |

Dichter, deine Angst ist berechtigt!

Vom mÀchtigsten Handwerk der Welt

(
) Lesen ist Übersetzung im Wortsinn, ein gutes StĂŒck Arbeit, und fĂŒr den, der dabei zuschauen darf, ziemlich erkenntnisreich.

   Auch wenn manche Schriftsteller und Dichter immer noch glauben, ihr Text sei autonom, unberĂŒhrbar und lasse nur eine einzige Lesart zu, weshalb jede Übersetzung Irrtum und Anmaßung sei, liegt, um auch diesen Spieß umzudrehen, der Irrtum natĂŒrlich auf ihrer Seite: Es gibt keine richtige oder falsche Lesart, jeder Text ist nicht mehr als ein Angebot und jede LektĂŒre Transformation. Leser, Dolmetscher, Übersetzer und Interpreten sind Reisende in eine andere Welt, deren Abenteuer- und Reiselust allerdings nicht immer belohnt wird, finanziell schon gar nicht. (...)

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Giebenhain, Manfred
322 |

Jeder einzelne Regelverstoß rechtfertigte den Mittelentzug

MarketingaffÀre: Zeugin der WI-Bank sagt zur StandortmarketingaffÀre aus

Am 25. Oktober 2017, dem inzwischen neunten Verhandlungstag im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler, wollte das Schöffengericht in Michelstadt von einer Mitarbeiterin der Rechtsabteilung der landeseigenen Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI-Bank) wissen, wie es zum Teilwiderruf der Fördergelder gekommen ist.

Es stellte sich klar heraus, dass bei der Vergabe fĂŒr ein Standortmarketingkonzept des Odenwaldkreises gegen gleich drei VergabegrundsĂ€tze verstoßen wurde und zwar gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, die Transparenzpflicht und das Diskriminierungsverbot. Schon ein Verstoß gegen nur einen dieser drei GrundsĂ€tze hĂ€tte einen Widerruf der Fördergelder gerechtfertigt.

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Berger, Thomas
320 |

Toleranz bei G. E. Lessing

Ein Problemfall

Lessings Nathan der Weise nimmt in der Geschichte des Toleranzbegriffs einen herausgehobenen Platz ein. Die in dem Drama enthaltene Botschaft der viel gerĂŒhmten Ringparabel bildet einen festen Bestandteil der deutschen AufklĂ€rung und erfreut sich bis heute einer breiten Rezeption.

Vor dem Hintergrund der Beschreibung des zeitgeschichtlichen Entstehungszusammenhangs werden die inhaltlichen GrundzĂŒge des Werkes mit der Ringparabel als Zentrum dargelegt. Auf diesem Fundament wird das Lessingsche Toleranzideal einer kritischen Betrachtung unterzogen.

 

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SIRI 17
318 |

Depeschen aus der Kapitale - 6

Panda-Manie in BÄRlin

Als die beiden PandabĂ€ren im Juli 2017 aus der selbst ernannten chinesischen Panda-Hauptstadt Chengdu in den Berliner Zoologischen Garten transportiert wurden, gab es schon im Vorfeld Sondersendungen. Diese Ehre ist sonst nur hohen Politikern vergönnt, wenn sie Berlin besuchen. Im regionalen RBB-Fernsehen konnte man die Ankunft der PandabĂ€ren auf dem Schönefelder Flughafen sowie die Fahrt in den Zoo live verfolgen. Die Aktion dauerte drei Stunden. Zum letzten Mal sah ich diese Art Sendung 1992, als der Sarg von Marlene Dietrich aus Paris kommend vom Flughafen Tegel auf den Friedhof im Berliner Stadtteil Friedenau ĂŒberfĂŒhrt wurde.

Wie immer bei diesen Live-Sendungen waren Experten dazwischengeschaltet, die statistisch brillierten: 100 kg...

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Dörwald, Uwe
316 |

Die Menschen zahlen immer die Rechnung

Über den dokumentarischen Bildband „The Human Cost of Agrotoxins“ von Pablo E. Piovano

Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und Glyphosat ist in nahezu allen Lebensmitteln zu finden. Hersteller sagen dann immer und gebetsmĂŒhlenhaft, die Menge des Giftes, die gefunden wird, sei unbedenklich im Rahmen der Grenzwerte, aber es gebe natĂŒrlich immer etwas, das verbessert werden könnte. Forscher erwidern, die offiziellen Grenzwerte seien ĂŒberholt und mĂŒssten verschĂ€rft werden.

Die Diskussion um den Einsatz von Glyophosat-Herbiziden kocht bei uns immer dann hoch, wenn RĂŒckstĂ€nde des Herbizids in Lebensmitteln wie zum Beispiel in Edelmarken wie dem Speiseeis von Ben und Jerry’s gefunden wurden.

Die Folgen des Einsatzes von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierte Nutzpflanzen in Argentien hat der Fotograf Pablo E....

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FrĂŒhauf, Swetlana
315 |

Leadership im Changemanagement

Über den Einfluß und die Bedeutung von FĂŒhrungsstilen

„... man erlebt in den erzwungenen menschlichen Kontakten an seinem Arbeitsplatz Dinge, die irgendwie nicht stimmig sind, d.h. jemand tut etwas außerhalb des Rahmens, dem man ihm zugewiesen hat. Man schiebt diese Dinge weg, aber man hĂ€lt sie doch fest und erinnert sich spĂ€ter daran.“

Der niederlĂ€ndische Schriftsteller Voskuil, der Autor von „Das BĂŒro“, sagte diesen Satz einmal in einem Interview. Der Satz betrifft die Zumutungen, mit denen man es an manchen ArbeitsplĂ€tzen zu tun hat. Zu diesen Zumutungen gehören auch Dinge wie die, dass es Menschen gibt, die ihren Beruf nicht hinreichend ernst nehmen.

Ermöglicht wird dies mitunter durch GewÀhrenlassen und dadurch, dass keine Grenzen gesetzt werden. Letzteres nun hat etwas mit dem Thema...

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Kiss, Endre
313 |

Essay über die neue Globalisation

Um die aktuellen und, wie gesagt, „alltĂ€glichen” Prozesse im allgemeinen Sinne des Wortes (es geht also keineswegs um hermeneutische Spitzfindigkeiten angesichts extrem komplexer TatbestĂ€nde) zu verstehen, sollten die gewöhnlichen Akteure unserer Zeit ein Zeitalter sich vergegenwĂ€rtigen, das aus unendlich vielen kleinen Facetten besteht, weit auf dem ganzen Globus verstreut geschieht, auf vielen Sprachen lĂ€uft und aufgearbeitet wird, wegen des enormen Ausmasses der Informationsmengen ĂŒberhaupt nicht begreifbar ist, dazu noch im Kontext einer Vielheit alter und neuer, bekannter und noch unerkannter Ideologien konzeptualisiert wird.

Das ist aber noch nicht alles.

Man kann mit gutem Recht vorausschicken (angesichts der umfassenden...

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Brose, Thomas
311 |

PlĂ€doyer fĂŒr Zeitverschwendung

„Fast alle meine Handlungen waren vorlĂ€ufig, unfertig und ohne ein allgemeines Ziel. Vielleicht hing ich an zu vielen Dingen und wollte nicht festgenagelt werden. Es gab lange Phasen der Einsamkeit und Langeweile.“, schreibt Paul Feyerabend (1924-1994) in seiner Autobiografie. Der Philosoph und Physiker hat seinem letzten Buch einen verblĂŒffenden Titel gegeben: ZEITVERSCHWENDUNG.

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Egert, Andreas
309 |

Chamfort und Lichtenberg

Die BlĂŒte des europĂ€ischen Aphorismus

Im folgenden Vortrag geht es um die Untersuchung des Aphorismus in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts anhand zweier prĂ€gender Protagonisten der Gattung. Nicolas Chamfort, der 1741 wie Blaise Pascal in Clermont-Ferrand zur Welt kommt, steht dabei schon in einer Tradition, die sich seit der Neuzeit vor allem in La Rochefoucauld, aber auch in Pascal und Montaigne manifestierte. Darauf folgten ein La BruyĂšre, Vauvenargues, Fontenelle und der Zeitgenosse Chamforts - Rivarol - anders in Deutschland, wo Georg Christoph Lichtenberg ĂŒberhaupt erst den Grundstein der Gattungsgeschichte legt. Als Chamfort als Hauslehrer des Grafen von Eyck frĂŒh in die deutschen Lande nach Köln kommt, notiert er: „Ich wĂŒĂŸte nicht, wozu ich weniger taugte als zu...

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Giebenhain, Manfred
308 |

Viel Geld fĂŒr Negativ-Marketing ausgegeben

Ex-Landrat Dietrich KĂŒbler muss sich vor Gericht verantworten

Seit Anfang Juli 2017 muss sich der frĂŒhere Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler, vor dem Schöffengericht am MichelstĂ€dter Amtsgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Untreue im Amt.

Die DarmstĂ€dter Staatsanwaltschaft wirft dem heute 67jĂ€hrigen vor, im Herbst 2011 nachweislich wiederholt widerrechtlich in das Vergabeverfahren zur Auswahl eines Bewerbers fĂŒr einen Standortmarketingauftrag eingegriffen zu haben. Als die Manipulationen öffentlich bekannt wurden und einen politischen Wirbelsturm ausgelöst haben, blieb der Odenwaldkreis fĂŒnf Jahre spĂ€ter auf den Gesamtkosten sitzen.

Lesen Sie hier einen Zwischenbericht zum Prozess.

 

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Dörwald, Uwe
307 |

Hybris, Macht und NaivitÀt

Kommentar zum Untreue-Prozess gegen Ex-Landrat KĂŒbler (Odenwaldkreis)

Gegen Ende des fĂŒnften Verhandlungstages wegen Untreue gegen den Ex-Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler (ÜWG), meinte ein Kreisausschussmitglied vor dem Amtsgericht in Michelstadt halb im Scherz und halb im Ernst zu mir: „Wenn Sie etwas zu diesem Prozess schreiben, dann schreiben Sie etwas gutes. Sonst lĂ€sst man Sie vielleicht nicht mehr in den Odenwald rein. Den Odenwald verteidigen wir alle!“ So etwas geht einfach nicht, auch nicht (halb) im Scherz. Als ob der Odenwaldkreis eine Insel wĂ€re. Was hier zum Ausdruck kommt, ist nicht nur eine gewisse Enge, sondern sicher auch eine Art von Gruppenbewusstsein zu einem Club der AnstĂ€ndigen zu gehören und es beschreibt das PhĂ€nomen, wie der Mensch ĂŒberhaupt zu dem ZauberkunststĂŒck in der...

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Steierwald, Ulrike
306 |

Was ist „gute” Lehre?

If it’s really really real 


Als sich die Leuphana, eine der kleinen und jungen UniversitĂ€ten in Deutschland, vor etwa zwei Jahrzehnten neu definierte, stand der Wille zu besonderer „QualitĂ€t“ einer interdisziplinĂ€r ausgerichteten Lehre im Mittelpunkt. Der Bologna-Prozess wurde im Unterschied zu anderen Hochschulen modellartig gefasst und fĂŒhrte zu einer umfassenden Neustrukturierung der LĂŒneburger UniversitĂ€t. Nicht nur die vier FakultĂ€ten Bildung, Kultur, Nachhaltigkeit und Wirtschaft, sondern insbesondere die fakultĂ€tsĂŒbergreifenden Schools – College, Graduate und Professional School – sollten eine interdisziplinĂ€re wissenschaftliche Ausrichtung in Lehre, Forschung und Transfer sowie ein Zusammendenken dieser drei grundlegenden universitĂ€ren Aufgabenbereiche in...

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Rainer, Ulrike
305 |

Life in the United States - 17

Vermont - Der spezielle Staat

Wie kommt es, dass aus einem Staat grundsÀtzlich konservativer Bauern einer der liberalsten Staaten wurde?

Schließlich ist der einzige sozialistische Senator in Washington Bernie Sanders, der 2016 als Außenseiterkandidat der PrĂ€sidentschaftswahl besonders von der Jugend begeistert gefeiert wurde. 2007 waren dreiviertel aller Vermonter gegen den Krieg im Irak, und 2000 war der Staat der erste ĂŒberhaupt, der Civil Unions (Gleichberechtigung fĂŒr gleichgeschlechtliche Partner) gesetzlich verankerte.

Und in den spĂ€ten 1960iger Jahren brach eine grĂ¶ĂŸere Anzahl von stadtmĂŒden Menschen auf, um in Vermont ein neues Leben zu beginnen. Kommunen von KĂŒnstlern und Aussteigern sproßen wie Pilze aus der Landschaft. ZurĂŒck zur Natur war das Motto. Alte...

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Dietz, Angela
304 |

NIBELUNGEN-FESTSPIELE WORMS 2017 (2)

Eine wĂŒste Zugfahrt nach Bagdad

Es fĂ€hrt ein Zug nach Bagdad. Vorerst steht er auf den Schienen in 70 Tonnen Sand vor dem Westportal des Wormser Doms. Ein gestrichener Baßton stimmt auf das drohende Unheil ein.

Dazu passt BĂŒhnenbauerin Irina Schickedanz` schiefe Ebene hinter dem Bahnsteig, auf der „es kein Halten mehr“ gibt. Im zweiten Akt kommt sie als SpielflĂ€che fĂŒr den Tenor Bassem Alkhouri und die Sopranistin Nadja Michael zum vollen Einsatz.

Nach Gemetzel und Gold verlegen Autor Albert Ostermeier und Regisseur Nuran David Calis den dritten Teil ihrer Nibelungen Trilogie kurzerhand nach Arabien.

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NIBELUNGEN-FESTSPIELE WORMS 2017 (1)

Neben der Spur: GLUT - Siegfried von Arabien.

Mit "GLUT. Siegfried von Arabien." findet die Trilogie von Albert Ostermaier bei den Nibelungen-Festspielen 2017 in Worms ihren Abschluss. Wie in den beiden letzten Jahren auch endet das StĂŒck am Hof von König Etzel, auch diesmal wieder mit einem Gemetzel.

Eine historische Begebenheit inspirierte Albert Ostermaier, den StĂŒckeschreiber, maßgeblich. Die Tatsache, dass eine militĂ€rische Operation stattfand, bei der die Beteiligten wirklich und als Theatergruppe verkleidet ins osmanische Reich reisten, war - so Albert Ostermaiers ErklĂ€rung -  der ideale Stoff, weil fĂŒr ihn diese Reise in die Vergeblichkeit mit der Reise der Nibelungen an den Hof König Etzels vergleichbar war. Beide Reisen waren von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

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SIRI 17
302 |

Depeschen aus der Kapitale - 5

Die doppelte Sibylle: Über die Fotografin Sibylle Bergemann.

Warum nur, frage ich mich, hat keine der Chefredakteurinnen der zahlreichen Frauenzeitschriften auf dem spĂ€teren gesamtdeutschen Zeitungsmarkt sich etwas von S. Bergemann abgekupfert? Warum mĂŒssen wir im Jahr 2017 immer noch in diese leicht dĂŒmmlichen Model-Gesichter schauen? Ganz zu schweigen davon, dass man mit Bergemanns Modefoto-Stil sicherlich Heidi Klum und ihr sexistisches, sozialdarwinistisches Germanys next Topmodel verhindert hĂ€tte.

Ganz im Gegensatz zu Fotos mit heutigen Models haben alle Frauen bei Sibylle Bergemann Selbstbewusstsein, Stolz, Kraft und trotzdem ein Geheimnis. Ach, was sage ich, man möchte gleich einen Roman schreiben, wenn man die beiden schönen Missmutigen auf RĂŒgen betrachtet. Sofort bekommt Nina Hagens...

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Dörwald, Uwe
301 |

Voskuils Roman DAS BÜRO

Ein Ort ohne Abenteuer

BĂŒros können seelenlose und freudlose Orte sein. BĂŒros sind in der modernen Gesellschaft auch Orte, die manchmal mit einem Haufen von Tölpeln besetzt sind, die sonst nirgendwo mehr einen Job bekommen wĂŒrden. In manchen BĂŒros wird gemobbt und gefaulenzt. Es wird Arbeit verschoben oder gleich ganz liegen gelassen. Manchmal werden auch Dinge erledigt, vorzugsweise dann, wenn es brennt.

Voskuils Romanzyklus DAS BÜRO nimmt sich diesen Ort der Moderne, an dem unzĂ€hlige Menschen arbeiten und viel Zeit verbringen, vor. Man bekommt intime Einblicke in die AblĂ€ufe einer (modernen) Arbeitsorganisation, wie man sie sonst nur bekommt, wenn man selbst Teil dieser Organisation ist und ein Dasein in einem Ă€hnlichen geistigen Vakuum zwischen...

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Dörwald, Uwe
300 |

DER MARNER UND DER PRÄSIDENT

Von Strophen und Tweets: Eine kleine Polemik zur LĂŒge in postfaktischen Zeiten.

In dieser kurzen Polemik geht es um Strophen, Tweets und Alarmismus. Es geht um Aufgeregtheit, Gereiztheit, unterschwellige Aggression und NervositĂ€t auf Social-Media Plattformen. Es geht aber auch um die Schönheit und die Klarheit und die Ausdruckskraft der mittelhochdeutschen Sprache. Denn wir begegnen dem MARNER, einem gebildeten Berufsdichter, der u.a. ĂŒber die LĂŒge dichtete, wobei wir unwillkĂŒrlich an einen bestimmten PrĂ€sidenten und seinen Account bei Twitter denken mĂŒssen.

Und es geht um einen kleinen Abschied vom GRUNDRAUSCHEN.

 

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Dörwald, Uwe
299 |

Ungebremst gegen die Wand

Lobbyismus und Bildungsreformen

Schraipsd du widu schprichsd?

Mittels einer alten, aber politisch wirkungsvollen Berater- bzw- Lobbyistenweisheit - Man darf die Frösche nicht fragen, wenn man ihren Teich austrocknen will. - zeigt Josef Kraus in seinem Buch "Wie man eine Bildungsnation an die Wand fĂ€hrt" (2017), wer die Treiber, die Nutznießer und die Opfer von Schulreformen sind und er beschreibt klar und deutlich, was Schulreformen bringen und was sie nicht leisten können.

 

 

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SIRI 17
298 |

Depeschen aus der Kapitale - 4

Über Obdachlosigkeit

Obwohl die Zahl der Obdachlosen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, fĂŒhrt die Bundesregierung selbst keine eigene Statistik ĂŒber wohnungslose Menschen in unserem (reichen) Land.

Dies ist Grund genug, das Problem anhand eines Beitrags unserer Hauptstadt-Korrespondentin zu verdeutlichen.

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Dörwald, Uwe
297 |

Anmerkungen zum Pflege- und Gesundheitssystem

... es bleibt die Feststellung, dass in dem beschriebenen Fall die UnzulĂ€nglichkeiten ĂŒberwiegen und dass man als Angehöriger mit Fragen (zu oft) alleine gelassen wird. Dies gilt auch fĂŒr die Pflegekasse(n), bei der wegen jeder Kleinigkeit umfangreiche Formulare ausgefĂŒllt werden mĂŒssen und bei der ich inzwischen mehr als 15 verschiedene Ansprechpartner habe, was auch fĂŒr MĂ€ngel im bĂŒrokratischen und organisatorischen Ablauf spricht. Das fein gewobene bĂŒrokratische Netz aus ZustĂ€ndigkeiten und UnzustĂ€ndigkeiten zermĂŒrbt. Gesundheit und Pflege gehören nicht zu den Bereichen des gesellschaftlichen Lebens, die man (nur) verwalten und nach betriebswirtschaftlichen Kriterien oder Kosten-Nutzen-KalkĂŒlen organisieren kann. Kliniken und auch...

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Rainer, Ulrike
294 |

Life in the United States - 16

Rhode Island - Der kleinste Staat

Es ist selten, daß Dichter auch StĂ€dtegrĂŒnder sind. Roger Williams war beides. Aber er war noch mehr: Er war Pastor und Linguist, einer der Wenigen, die die Sprache der Indianer lernten. FĂŒr ihn waren die Narragansetts und Wampanoags weder geringwertig noch unzivilisiert, sondern er glaubte fest, daß “die Natur keinen Unterschied in Ursprung, Geburt und Körper zwischen EuropĂ€ern und Indianern kennt”. Mit dieser Einstellung erntete er das Vertrauen und die Freundschaft der Indianer aber die Feindschaft des Königs, weil er in einer SchmĂ€hschrift forderte, daß die Siedler fĂŒr das Land der Indianer bezahlen mĂŒĂŸten, anstatt es sich einfach unverschĂ€mt unter den Nagel zu reißen. Ihm selbst brachte die Freundschaft der Narragansetts Gewinn. Sie...

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SIRI 17
296 |

Depeschen aus der Kapitale - 3

REISEN MIT FLIXBUS

Seitdem der Fernbusverkehr in Deutschland 2013 liberalisiert wurde und es aufgrund des Personenbeförderungsgesetzes erlaubt ist, in Konkurrenz zur Deutschen Bundesbahn zu treten, gab es anfangs mehrere Anbieter auf dem Markt. Manche erinnern sich vielleicht noch an Mein Fernbus.de. Seit vier Jahren hat Flixbus den Markt komplett ĂŒbernommen, so dass es sich fast schon um ein Deonym handelt, also um die Wandlung von einem Eigennamen zum Gattungsnamen, wie Tempotaschentuch oder Tesafilm.

Flixbus scheint also alles richtig gemacht zu haben, mit mehr als 60 Millionen Fahrgasten seit der GrĂŒndung im Jahr 2011 und über 300 Haltestellen europaweit. Trotzdem verwĂ€ssert so ein Deonym natĂŒrlich die Tatsache, dass es sich bei Flixbus um ein...

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Dimmers, Jan
292 |

Tulpen aus der TĂŒrkei

Wahlergebnisse in der VorfrĂŒhlingszeit

Ein von Twitterlauten und Tweets begleitetes FrĂŒhlingserwachen war von der extremen Rechten in den Niederlanden erwartet und erhofft worden. Der Untergang des sehr kleinen StĂŒckchen Abendlandes an der Nordsee wurde in zahllosen, immer dasselbe wiederholenden Schlagzeilen heraufbeschworen.

Wartend auf die Barbaren zÀhlte der Rechtsextremismus jeden Tag seine Segnungen.

Die Niederlande wurden in eine politische Arena umgewandelt. Da gab es 81 registrierte politische Parteien. Davon sagte eine Rekordzahl (28) einander letzten Endes den Kampf um 150 Sessel an. (...)

Holland ist nicht nur klein, es hat auf dieser kleinen Welt auch die allerkleinste Partei. Die Partei fĂŒr die Freiheit (PVV) hat nur ein einziges offizielles Mitglied. Das ist...

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Hoppe, Felicitas
290 |

FELICITAS HOPPE SAGT

Ein GesprÀch zur Filmpremiere

„Man muss bedrohlichen ZustĂ€nden mit ProduktivitĂ€t begegnen.“

Ein GesprĂ€ch mit Felicitas Hoppe anlĂ€sslich der UrauffĂŒhrung des Films Felicitas Hoppe sagt

Der Film Felicitas Hoppe sagt ist eine Suche nach Antworten auf scheinbar einfache Fragen, es ist Hoppe in der ersten Person: Wie lebt man zwischen Produktion und Selbstreflexion, zwischen Gipfelsturm und möglichem Absturz, zwischen Selbstanschauung und Selbstvermarktung? Oliver Vogel, Hoppes Lektor, sprach mit der Autorin wenige Tage vor der UrauffĂŒhrung des Films, die am 17. MĂ€rz im Sprengel Museum Hannover stattfinden wird.

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Kroitzsch, Friederike
288 |

GRUSSWORT

Manchmal dĂŒrfen wir BeitrĂ€ge von anderen Blogs oder aus Zeitschriften ĂŒbernehmen. So auch in diesem Fall. Der Beitrag GRUSSWORT von Friederike Kroitzsch bietet uns auch die Möglichkeit, auf ihren sehr schönen und lesenswerten LandLebenBloghinzuweisen.

Grusswort ist ein Ă€ußerst humorvoller Beitrag zur Unsitte langer und langweiliger Grussworte. Wie die Autorin habe auch ich, insbesondere im lĂ€ndlichen Raum, unter Grussworten und Grusswort-Rednern gelitten. Ich habe die Politiker und auch Dezernenten hinter den Rednerpulten noch in lebhafter Erinnerung. Besonders natĂŒrlich jenen, der immer grinste und sich ĂŒberaus wichtig vorkam. Oder den, der meinte, etwas von Sprache zu verstehen, aber nicht verstand. Grussworte sind mitunter Zumutungen...

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SIRI 17
286 |

Depeschen aus der Kapitale - 2

ZUM HUNDERTSTEN GEBURTSTAG VON JANE BOWLES

Heute möchte ich nicht ĂŒber die Hauptstadt schreiben, sondern ĂŒber meine Jane Bowles. Ja, genau, meine. Einige Seiten lang soll sie nur mir gehören. Am liebsten wĂŒrde ich sie JB nennen oder sogar zĂ€rtlicherweise Janie. Denn es hat Jahre gegeben, in denen ich geradezu besessen von Jane Bowles war. Heute weiß ich nicht genau, ob man sie ĂŒberhaupt noch kennt. Wenn ich in meinem Bekanntenkreis herumfrage, nennen einige ihren Ehemann, Paul Bowles, den Komponisten und Weltbestseller-Autor von Himmel ĂŒber der WĂŒste. Manche Homosexuelle ĂŒber 50 haben wegen Tennessee Williams und Truman Capote ihren Namen schon einmal gehört. Jane Bowles selbst ist in Vergessenheit geraten.

Am 22. Februar 2017 wÀre sie 100 Jahre alt geworden. Zeit an sie zu...

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Rainer, Ulrike
283 |

And the Truth Keeps Marching on

Women's March Washington D.C.

Schon im Flughafen von Hartford, Connecticut, fĂ€llt mir auf, daß zwei Drittel der Passagiere rosa KatzenmĂŒtzen tragen. Es herrscht Aufbruchstimmung. GroßmĂŒtter, ihre Töchter und Enkelinnen machen sich auf den Weg, um gegen den neuen PrĂ€sidenten, dessen Namen wir nicht ĂŒber die Lippen bringen, zu protestieren. Der kurze Flug nach Washington vergeht schnell, denn neben mir sitzt zufĂ€llig eine ehemalige Studentin meines Colleges, und wir kommen leicht ins GesprĂ€ch. Überhaupt reden alle mit allen, weil sich endlich jede, die bisher im eigenen Saft schmorte, in Gesellschaft Luft machen und krĂ€ftig schimpfen kann. Es gibt genug GrĂŒnde dafĂŒr. (...)

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Rainer, Ulrike
281 |

Paradiese?

Kaum steige ich in Puerto Rico aus dem Flugzeug, schlĂ€gt mir die warme Luft entgegen. Vor knapp vier Stunden trug ich noch die Winterjacke. WĂ€hrend ich auf die kleine Propellermaschine warte, die mich weiter nach St. Thomas bringen wird, bewundere ich zwei niedliche Hunde, die friedlich neben einem Ehepaar mittleren Alters sitzen. Wie immer, wenn man Hunde bewundert, kommt man sofort mit ihren Besitzern ins GesprĂ€ch. Da erfahre ich, daß sie mit uns in der engen SardinenbĂŒchse mitfliegen werden, denn sie seien psychische Therapiehunde. Und richtig: sie haben entsprechende MĂ€ntelchen, die sie als solche kennzeichnen. Was es nicht alles gibt. Ich staune nicht schlecht.

Der Pilot merkt wohl mein Unbehagen und meint beruhigend, daß er diese...

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Red.
279 |

#GRUNDRAUSCHEN - Q1/2017

Eigentlich ist unser Grundrauschen wie ein moderates Hintergrundrauschen.

Diesmal kommt es heftiger daher. Es gleicht eher dem Prasseln und Trommeln eines Platzregens auf einer Fensterscheibe. Überall und hochgetaktet Trump, Trump, Trump - ob in den Zeitungen, im Radio und im TV, ob bei Facebook oder Twitter.

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Dörwald, Uwe
278 |

Kunst als Geschichtsschreibung

Zur AktualitĂ€t von Adornos Ästhetischer Theorie

Warum gerade jetzt Adorno lesen? In diesem Beitrag geht es darum, was man versĂ€umt, wenn man sich mit der Ästhetischen Theorie Adornos ohne Bezug zu ihrer und unserer Geschichte (und Gegenwart) auseinandersetzt. Man kann sagen, daß Adornos Werk – und nicht nur seine Theorie ĂŒber die Kunst (der Moderne) - in bewußter Abgrenzung zum Faschismus entwickelt worden ist. Weil fĂŒr die Kritische Theorie gerade diese Abgrenzung von Bedeutung ist, hat sie auch eine Bedeutung in unserer Gegenwart; denn besonders in Zeiten, in denen Politiker wie Erdogan, Orban oder Trump, also (gefĂ€hrliche) Populisten, nicht nur die Sprache, das freie Wort (Journalisten) oder Kunst und Wissenschaft diskreditieren, angreifen und bedrohen, ist es wichtig, ein Mittel...

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SIRI 17
276 |

Depeschen aus der Kapitale - 1 (2017)

Breitscheidplatz

... Obwohl ich auch in der Bibliothek die Berliner Tageszeitungen der letzten Wochen durchsuchte und in zahlreichen Artikeln ĂŒber den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt viele Informationen bekam, wunderte ich mich, dass es nur einen Gedenkgottesdienst in der GedĂ€chtniskirche gegeben hatte. Ich dachte, ich hĂ€tte etwas Wichtiges ĂŒberlesen, forschte weiter und fand nichts....

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Brose, Thomas
274 |

Die Kunst, ein Leben zu erzÀhlen

„Ich bin nicht verrĂŒckt, ich kann nur nicht sprechen!“ Als GĂŒnter de Bruyn im FrĂŒhjahr 1945 schwer am Kopf verwundet wurde, schrieb ein SanitĂ€ter auf ein Schild: „Kopfverletzung – nicht auskunftsfĂ€hig.“ Erst langsam realisierte der lallende Soldat, dass nicht bloß sein Sprachzentrum betroffen war, sondern dass er auch die FĂ€higkeit verloren hatte, sich schriftlich ĂŒberhaupt zu Ă€ußern – aus der erhofften „Gegendarstellung“ wurde deshalb nichts. Von der Verzweiflung, die ihn darauf ergriff, berichtet der Schriftsteller in seiner Zwischenbilanz (1992). Der Leser kann darin miterleben, wie er damit beginnt, sich Geburtsjahre von Dichtern ins GedĂ€chtnis zu rufen oder Namen von Karl-May-Figuren aufzuzĂ€hlen. Als er dieses literarische Pensum...

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Dietz, Harald
272 |

Der vermeintliche Untergang des BĂŒrgertums

Eine verfrĂŒhte Grabrede von Panajotis Kondylis?

In seinem 1991 erschienen Buch „Der Niedergang der bĂŒrgerlichen Denk- und Lebensform“ analysiert Panajotis Kondylis zutreffend den Untergang des klassischen bĂŒrgerlichen Denkens und seine Abdankung zugunsten einer postmodernen Beliebigkeit, die sich vom (bĂŒrgerlichen) ObjektivitĂ€ts- und Wahrheitsbegriff verabschiedet hat. Wie Kondylis haben auch wir uns nicht von einer objektiven Erkenntnis zugunsten von bloßen Perspektiven verabschiedet und setzen im Folgenden voraus, dass Erkenntnis objektiv ist (ansonsten gĂ€be es auch nichts zu streiten, wenn alles bloß Perspektive ist!)

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Wohl dem, der niemals fliehen muss!

Ich wurde auf ein kleines BĂŒchlein aufmerksam und eigentlich war es der Titel, der mich sofort ansprach: Katakomben der Seele– Eine Reportage ĂŒber Westdeutschlands Vertriebenen- und FlĂŒchtlingsproblem 1950, geschrieben von RĂ© Soupault, 1901 in Bublitz/Pommern geboren. SpĂ€ter geht sie nach Frankreich, arbeitet als Modistin, als Fotografin und Journalistin. Sie weiß, was Flucht bedeutet; denn sie musste 1942 zusammen mit ihrem Mann vor General Rommels Nazitruppen aus Tunis fliehen. Sie lebte dann in den USA, reiste aber 1950 nach Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, um sich selbst einen Überblick ĂŒber die Lage der FlĂŒchtlinge und Vertriebenen zu machen. Sie sprach mit Lagerverantwortlichen, Politikern, GeflĂŒchteten und Vertriebenen.

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Lederer, Sylvia
268 |

Lichtkunst in Amsterdam

Leuchtende Tulpen, FahrrÀder und Grachten

Vom 1. Dezember 2016 bis zum 22. Januar 2017 findet zum fĂŒnften Mal das jĂ€hrliche Amsterdamer Lichtfestival statt.

Mehr als 35 Kunstwerke von internationalen KĂŒnstlern, Designern und Architekten beleuchten die Stadt. Man hat zwei Möglichkeiten die Lichtskulpturen zu bewundern, entweder ĂŒber die Wanderroute „Illuminade“ oder gemĂŒtlich per Boot auf den Amsterdamer Grachten die „Water Colors“-Schiffsroute entlang.

Thema dieses Jahr ist „Biomimicry“, die Wissenschaft, in der die Muster und Strategien der Natur verwendet werden, um menschliche Probleme zu lösen.

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SIRI 16,
266 |

Depeschen aus der Kapitale - 3

Folge 3

In ihrer neuen Depesche aus Berlin erinnert sich SIRI 16 an den Prinz von Theben und an David Bowie, begegnet einem höflichen Kellner, betĂ€tigt sich als TouristenfĂŒhrerin und verschwindet am Ende auf geheimnisvolle Weise durch eine mysteriöse TapetentĂŒr.

Nebenbei erfahren wir etwas ĂŒber Wilmersdorfer Witwen und das nicht mehr existente Romanische CafĂ©. Ein Wartesaal fĂŒr Talente scheint nicht mehr in die Zeit zu passen.

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Jan Dimmers, Endre Kiss, Jitka Perina, Katharina Worring
264 |

VOICES TO TRUMP

Teil II

Immer noch ist Trump in aller Munde. Donald Trump hat es inzwischen ja auch auf die Titelseite vom TIME MAGAZINE geschafft als PERSON OF THE YEAR 2016.

Auch vor diesem Hintergrund bringen wir unseren zweiten Teil der VOICES TO TRUMP. Diesmal sind es Stimmen aus den Niederlanden, Ungarn, der Schweiz und eine kĂŒnstlerische Stimme aus Trier.

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Harald Dietz, Ulrike Rainer, Mathew D. Rose
262 |

VOICES TO TRUMP

Teil I

Das Wahlergebnis in den USA ist eines mit großem Einfluss. In den vergangenen Wochen konnte man die unterschiedlichsten EinschĂ€tzungen zum Ergebnis der Wahl und zum zukĂŒnftigen PrĂ€sidenten D. Trump in den Medien lesen, hören und sehen.

FĂŒr uns ist dies Grund genug, unsere Autoren zu Wort kommen zu lassen. Wir bieten (in zwei Teilen) ein breites und differenziertes Spektrum an Stimmen zur Wahl - Stimmen mit unterschiedlichem Hintergrund und aus verschiedenen LĂ€ndern, um möglichst viele Perspektiven und Aspekte zu zeigen.

Wir danken unseren Autorinnen und Autoren, die einen Text zu VOICES TO TRUMP beigesteuert haben.

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Rainer, Ulrike
260 |

USA WAHL 2016

Between a Rock and a Hard Place

Nach einer beispiellosen Schlammschlacht und Inszenierung im Wahlkampf werden wir am Mittwoch wissen, wer ins Oval Office in Washington einziehen wird: Trump oder Clinton. Nach der SHOW des Wahlkampfs gilt: Politik must go on.

Peter Weiss, dessen 100.tem Geburtstag man am Wahltag gedenken kann, hĂ€tte den Stil des Wahlkampfs vielleicht mit einem Satz aus seinen NotizbĂŒchern (1971-1980, Bd.2) kommentiert: "die Verrohung der Menschen allzuweit fortgeschritten, als daß Argumente der Vernunft noch helfen könnten"

Hoffentlich ist Trump bald Geschichte - Politik must go on!

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HORST, Falk
258 |

Einige Grundpositionen im Werk von Panajotis Kondylis

Im Jahr 2004 ist schwarz-auf-weiss mit einer Besprechung zu Panajotis Kondylis Buch "Planetarische Politik nach dem Kalten Krieg" gestartet.

Heute prĂ€sentieren wir einen Beitrag, den uns Falk HORST vom Freundeskreis Panajotis Kondylis e.V. dankenswerterweise zur Publikation ĂŒberlassen hat. In seinem Beitrag gibt Falk Horst einen Überblick ĂŒber Leben und Werk eines außergewöhnlichen Intellektuellen, der sich mit theoretischen Fragen zur Gesellschaft und zur Politik befasste. Die Analysen von Kondylis sind brilliant, seine Argumente fundiert und durchdacht.

Wir hoffen, dass Panajotis Kondylis, der sein Hauptwerk "Das Politische und der Mensch" wegen seines zu frĂŒhen Todes nicht beenden konnte, neue Leser findet. Seine BĂŒcher sind heute...

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SIRI 16,
256 |

Depeschen aus der Kapitale - 2

Folge 2

SIRI 16 hat sich mit einem neuen Beitrag aus Berlin gemeldet.

Diesmal geht es um ein besonderes CafĂ©, die letzte RuhestĂ€tte von Rio Reiser und den GebrĂŒdern Grimm, aber auch um den Hartzer-Roller. Was es mit diesem auf sich hat, erfahren sie hier.

 

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Dimmers, Jan
254 |

FLANDERN & DIE NIEDERLANDE ZU GAST AUF DER BUCHMESSE 2016

Irrungen und Wirrungen in zwei weiten Feldern

>>In jedem Literaturgebiet hat man die großen Kathedralen. Ein ganzes Zeitalter haben sie in ihrem Griff: Proust, Balzac, Thomas Mann, Dickens, Thomas Hardy, Dos Passos. Die Konkurrenz mit der Geschichtsschreibung ist groß. In den Niederlanden und Flandern gibt es aber nicht nur die Kathedralen. Es gibt auch die anspruchslose Schönheit der kleinen HĂ€uschen und die Stille der Innenhöfe. In den Niederlanden kann das Kleine groß sein.

Literatur relativiert die nationale Selbstherrlichkeit und kann gesehen werden als Erwachen aus dem Alptraum der Geschichte.<< (J.D.)

Unser Autor Jan Dimmers (Amsterdam) befasst sich in seinem Essay anlĂ€ĂŸlich der Frankfurter Buchmesse mit einer ganzen Reihe empfehlenswerter Autoren und lesenswerten BĂŒchern in...

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Dörwald, Uwe
252 |

KONZEPT : MALEREI

Drei besondere Malerinnen im Kunstverein Frankenthal

Am 9. Oktober wurde im Kunstverein Frankenthal die Gemeinschaftsausstellung der drei Malerinnen Martina Diederich (Trier), Irmgard Weber (Pirmasens) und Katharina Worring (Trier) mit dem Titel KONZEPT : MALEREI eröffnet.

Drei Malerinnen und drei RĂ€ume im Kunsthaus – da könnte man meinen, jede Malerin stellt ihre teils groß-, teils mittel- bis kleinformatigen Bilder in einem eigenen Raum aus. Dem ist jedoch nicht so. Martina Diederich, Irmgard Weber und Katharina Worring haben sich fĂŒr ihre Ausstellung in Frankenthal ein ganz besonderes Konzept einfallen lassen.    

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Rainer, Ulrike
250 |

Life in the United States - 15

North Carolina: Der arme Staat

Wenn die geografische Lage Schicksal ist, so trifft dies fĂŒr NORTH CAROLINA ganz besonders zu. North Carolina ist in drei Regionen geteilt - Berge, VorlandhĂŒgel und KĂŒste -, die ihn gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich trennen.

Weshalb man NORTH CAROLINA als die erste WHITE TRASH Kolonie bezeichnen könnte, lesen Sie hier.

 

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SIRI 16
249 |

Depeschen aus der Kapitale - 1

Folge 1

Berlin steht fĂŒr Weltoffenheit. Berlin steht aber auch fĂŒr Projekte, die wie zum Beispiel der neue Flughafen nicht fertig werden, oder fĂŒr eine stĂ€dtische BĂŒrokratie, die aufreibend langsam ist und schlampig arbeitet.

Auch Kunden des Jobcenters sind von dieser Schlampigkeit betroffen, wie in Folge 1 unserer neuen Serie Depeschen aus der Kapitale berichtet wird.

SIRI wird sich regelmĂ€ĂŸig bei uns melden und aus der Hauptstadt berichten.

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Rainer, Ulrike
246 |

Life in the United States - 14

NEW YORK - NEW YORK

Heute, zum 15 Jahrestag von 09/11, erscheint in der Reihe LIFE IN THE UNITED STATES der vierzehnte Beitrag. Und diesmal befasst sich Ulrike Rainer mit NEW YORK - als Stadt und als Staat.

Wenn eins sicher ist, dann dies: Schnelligkeit sowie die FÀhigkeit zur VerÀnderung und zum Wandel sind die herausragenden Eigenschaften in der Geschichte einer faszinierenden Stadt.

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Red.
295 |

#GRUNDRAUSCHEN - Q3/2016

Auch im dritten Quartal 2016 hat es wieder mÀchtig und ausdrucksstark im BlÀtterwald und in den Medien gerauscht. Es gilt aber weiterhin der Satz: Nichts ist Àlter ist als die Zeitung von heute.

Welche Schlagzeilen in unser GRUNDRAUSCHEN aufgenommen wurden, finden Sie hier.

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Dörwald, Uwe
293 |

Der gestohlene Garten

Malerei von Fabian SEYD im Museum Heylshof (Worms)

Die Ausstellung "Malerei von Fabian Seyd", die momentan im Museum Heylshof (Worms) zu sehen ist, ist unser Sommerkulturtipp fĂŒr regnerische Tage.

Jetzt, da die Nibelungenfestspiele vorbei sind, lohnt sich ein Ausflug ins vermeintlich unscheinbare Museum Heylshof in der NĂ€he des Wormser Doms, das neben wechselnden Ausstellungen natĂŒrlich auch eine sehenswerte Sammlung zu bieten hat.

Die Ausstellung von Fabian Seyd ist noch bis Anfang September 2016 zu besichtigen.

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Klein, Naomi
291 |

Change Everything or Face A Global Katrina

In einem seiner einflussreichsten Essays schrieb Milton Friedman: "only a crisis produces real change". Er meinte damit, dass es darauf ankomme, Krisen als Chancen zu begreifen und fĂŒr einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Umbau zu nutzen. Und mit Umbau war der Umbau hin zu einer neo-liberalen Gesellschaft gemeint.

Die realen Umbauten haben vielen Gesellschaften mit Beginn der Ära Thatcher u.a. den Abbau von sozialen Standards, Verschlechterungen im Bildungs-, Gesundheits- und Rentensystem gebracht. Diese Prozesse beschreibt Naomi Klein in dem hier vorliegenden Beitrag.

Inzwischen scheint angesichts der Einsicht, dass mit wachsender Armut kein oder weniger Wachstum zu generieren ist, auch der IWF umzudenken (Neoliberalism: Oversold? -...

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Hoppe, Felicitas
289 |

ES GAB KEINE SIEGER

KÖPFE ZÄHLEN. Ein Interview zwischen Tilman Spreckelsen und Felicitas Hoppe

Der F.A.Z. Redakteur Tilman Spreckelsen und die Schriftstellerin Felicitas Hoppe fĂŒhrten vor einiger Zeit ein GesprĂ€ch zu den Nibelungen, das uns freundlicherweise und anlĂ€ĂŸlich des Starts der 15. Nibelungen-Festspiele von Felicitas Hoppe zur VerfĂŒgung gestellt wurde. Das GesprĂ€ch wurde zuerst 2013 in die horen (Heft 252) publiziert.

Es ist, auch was die aktuelle AuffĂŒhrung in Worms betrifft, erhellend. Denn es thematisiert die Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit einem großen Stoff der Literatur. Insofern ist dieses GesprĂ€ch mehr als eine ideale ErgĂ€nzung zu unserer Premierenkritik der 15. Wormser Nibelungen-Festspiele.

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Dörwald, Uwe
287 |

15. NIBELUNGEN-FESTSPIELE IN WORMS

Kein Gold fĂŒr GOLD

Mit der Premiere am 15.07. starteten die Nibelungen-Festspiele ihr JubilÀumsprogramm.

Mit GOLD. Der Film der Nibelungen bekommen die Besucher in diesem Jahr die zweite Inszenierung unter der Intendants von Nico Hofmann zu sehen. Ob das TheaterstĂŒck hĂ€lt, was das Programmheft verspricht, erfahren sie in unserer Premieren-Kritik.

 

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KINDER MACHEN - KINDERLEICHT?

Die Geschichte der Reproduktionstechnologie

Die Reproduktionstechnologie und -medizin wirft nicht nur Fragen auf, sie polarisiert und verstört zum Teil, andererseits verhilft sie vielen Menschen zur ErfĂŒllung ihres Kinderwunsches.

Andreas Bernard befasst sich mit seinem Buch KINDER MACHEN mit der Vielfalt an Techniken, die es heute möglich machen, dass scheinbar jeder, der unbedingt möchte, auch Kinder bekommen kann - egal wie und egal um welchen Preis.

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Red.
284 |

FELICITAS HOPPE ERHÄLT EHRENDOKTORWÜRDE

Am 06. Juli verlieh die FakultĂ€t Bildung der LEUPHANA UNIVERSITÄT LÜNEBURG Fe­li­ci­tas Hop­pe die Eh­ren­dok­torwĂŒrde (Dr. phil. h.c.).

Ausgezeichnet wurde FELICITAS HOPPE>>fĂŒr ihr Werk in sei­ner her­aus­ra­gen­den li­te­ra­tur­wis­sen­schaft­li­chen, poe­to­lo­gi­schen wie bil­dungs­theo­re­ti­schen Be­deu­tung.

Mit die­ser Eh­ren­pro­mo­ti­on wĂŒrdigt die Leu­pha­na Uni­ver­sitĂ€t LĂŒne­burg erst­ma­lig eine Schrift­stel­le­rin und zu­gleich Wis­sen­schaft­le­rin in ih­rer höchs­ten sprach­li­chen Sou­verĂ€nitĂ€t. Ihr Schrei­ben re­flek­tiert die fĂŒr Wis­sen­schaft wie Bil­dung glei­cher­maßen re­le­van­ten epis­te­mo­lo­gi­schen Fra­gen nach Wahr­neh­mung und Über­set­zung, Be­we­gung, Ent­wurf und Pra­xis. Ihre Tex­te wur­den...

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SPIEGEL, Sigrid und GĂŒnter
282 |

THE FLOATING PIERS

Interesseloses Wohlgefallen fĂŒr den Augenblick

Ob die ReichstagsverhĂŒllung in Berlin, ob die Wrapped Trees in der Schweiz, ob die Gates in New York oder ob jetzt die FLOATING PIERS - immer sind es Kunstwerke fĂŒr den Augenblick, die weder Zweck noch Nutzen haben und die von Christo und Jeanne-Claude geschaffen wurden.

Christos jĂŒngstes Projekt THE FLOATING PIERS kann man noch bis zum 3. Juli 2016 am Lago d'Iseo erleben.

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Brose, Thomas
280 |

In der Löwengrube des Lebens

Anmerkungen zum Werk von Hilde Domin

Zu Anfang von Hilde Domins Gedicht Bitte "erscheint es geradezu als anthropologische Konstante, dass der Mensch anonymen MĂ€chten ausgeliefert ist: Er wird in die Löwengrube gestoßen, in den feurigen Schlund geworfen. Nichts an ihm bleibt unversehrt und heil. Mit Haut und Haaren wird der Mensch hinabgerissen in die Tiefe - ein Sog, dem er sich nicht zu entziehen vermag." Aber trotz oder wegen ihrer existenziellen Erfahrungen von Verfolgung, Verlust und Heimatlosigkeit - aktuelle Themen auch heute - findet die Autorin Worte der Hoffnung.

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Dörwald, Uwe
277 |

ZWEI WELTEN

Im GesprÀch mit Felicitas Hoppe und Timo Bracht

Die Idee zu einem GesprÀch mit Felicitas Hoppe und Timo Bracht kam dadurch zustande, dass es vielleicht Schnittmengen zwischen Prozessen im Leistungssport und beim Schreiben eines neuen Buches gibt, Schnittmengen also zwischen Sport und Literatur.

Beide Welten, die der Literatur und die des Sports, haben Gemeinsamkeiten wie zum Beispiel Ausdauer, Fleiß, Leistungsbereitschaft oder schlicht Leidenschaft fĂŒr die Sache. Aber auch Einsamkeit ist ein Thema - sowohl beim Schreiben, als auch beim Training.

Was meine GesprÀchspartner zu diesen und anderen Themen zu sagen haben, kann man hier lesen.

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Rainer, Ulrike
275 |

Life in the United States - 13

Virginia: Der Stolze

Nicht nur das Pentagon und der LuftwaffenstĂŒtzpunkt Langley befinden sich in Virginia, sondern auch 9 ArmeestĂŒtzpunkte, 7 der KĂŒstenwache, 13 der Marine/Navy. Wir wissen nur allzu gut, dass das Ende des Kalten Krieges keinen Frieden brachte, und Virginia bleibt weiterhin Heimat eines enormen MilitĂ€rapparates einschließlich der CIA. Die Kehrseite der Medaille zeigen uns die zahlreichen GedenkstĂ€tten, allen voran Arlington National Cemetery. ....

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Rainer, Ulrike
273 |

Life in the United States - 12

New Hampshire: Der Eigenwillige

LIVE FREE OR DIE - New Hampshire hat viel mehr zu bieten als Granit oder die vier Jahreszeiten: "fast Winter, Winter, immer noch Winter und Straßenbau". Auch nicht der Umstand, dass es in New Hampshire "keine Mehrwertsteuer, keine Sitzgurtpflicht und keine Motorradhelmpflicht" gibt, machen den Staat attraktiv.

Hier und jetzt lesen Sie mehr ĂŒber die Geschichte New Hampshires, einem relativ kleinen Staat mit einer phantastischen Landschaft.

 

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Red.
271 |

#GRUNDRAUSCHEN - Q2/2016

Es ist wieder Zeit fĂŒr das GRUNDRAUSCHEN. Im BlĂ€tterwald und auch in den sozialen Netzwerken gab es wieder famose und kuriose Überschriften, die hier als Nachhall und Echo ihren Niederschlag finden.

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RoG, Reporter ohne Grenzen
269 |

Im Fadenkreuz

Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck

TĂŒrkei oder Ägypten oder Syrien - es sind nur traurige Beispiele, die stellvertretend fĂŒr viele LĂ€nder stehen. Journalisten haben weltweit mit zunehmendem Druck und Repressalien zu rechnen. Dies belegen die Recherchen und Zahlen von >>Reporter ohne Grenzen<<.

Auch in Deutschland haben sich die Arbeitsbedingungen verschlechtert bzw. ist das Bedrohungspotential gegenĂŒber Journalisten gewachsen. Dies ist ein Zustand, der nicht hinnehmbar ist: nirgendwo.

Wir danken REPORTER OHNE GRENZEN dafĂŒr, dass wir die BeitrĂ€ge ĂŒbernehmen konnten; denn wir finden, diese Berichte brauchen eine weite Verbreitung.

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Dörwald, Uwe
267 |

70 Jahre International Court of Justice

Macht ohne Recht ist tyrannisch

Recht ist manchmal eine trockene, immer aber eine wichtige Angelegenheit. Recht und Rechtsstaatlichkeit sind ebenso existenziell fĂŒr das Zusammenleben von Nationen wie von Privatpersonen.

Dies wurde in der feierlichen Sitzung zum 70. JubilÀum des Internationalen Gerichtshofes am 20. April 2016 im Friedenspalast, Den Haag, deutlich.

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Mausfeld, Rainer
265 |

Warum schweigen die LĂ€mmer?

Der Vortrag von Rainer Mausfeld (UniversitÀt Kiel) zeigt, welche Strategien und Techniken manipulativer Art in unserer Gesellschaft wirkmÀchtig sind, um echte Demokratie nicht entstehen zu lassen. Er zeigt, wie diese Techniken zum Beispiel des Meinungsmanagements funktionieren.

Er zeigt aber auch, dass das Wissen um diese offenen und subtil verdeckten Strukturen wichtig ist und dass eine Abwehr indoktrinĂ€rer Strukturen (innerhalb der Gesellschaft) darin besteht, dass "wir uns entschließen, uns unseres Verstandes zu bedienen und unsere induzierte moralische Apathie ĂŒberwinden, und nicht mehr bereit sind, die Illusion der Informiertheit, die Illusion der Demokratie, die Illusion der Freiheit ... " hinzunehmen.

 

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Dimmers, Jan
263 |

Interview mit HEINRICH HEINE

Über die Bedeutung des Lachens in unserer Zeit

" ... FĂŒr die heutige Zeit ergibt sich eine wichtige Warnung. Ihr glaubt an die Demokratie, aber man kann die Demokratie nicht in ein Land hineinbombadieren. Das ist die Komödie, die man im Westen mit sich selbst und auch mit anderen spielt. Man spielt den Welterzieher und man vergisst, dass nichts komischer anmutet als die ErziehungsansprĂŒche selbst. ... "

" ... Donald Trump und die WutbĂŒrgerphilisterei ohne Humor hinter ihm macht mir Angst. Es ist die unheimliche Kombination des Komischen und des Mangels an Humor, der vielen Diktatoren anhaftet. ... Überall in der Welt hat Trump und besonders auch seine MentalitĂ€t DoppelgĂ€nger. ... "

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Dörwald, Uwe
261 |

Leben ist das Problem

Jedes Buch ist ein aufgeschobener Selbstmord

Anstelle eines Nachrufs zum heutigen Tod des Literatur-NobelpreistrĂ€gers (2002) Imre KertĂ©sz bringen wir eine Kritik aus dem Jahr 1993, die anlĂ€ĂŸlich der Veröffentlichung der deutschen Übersetzung seines Galeerentagebuchs in der Rheinpfalz erschienen ist. Was seinerzeit zu Kertesz gesagt wurde, gilt heute erst recht.

KertĂ©sz' Stimme wird in Erinnerung bleiben. Er hinterlĂ€ĂŸt ein großes Werk in der Geschichte der Weltliteratur.

 

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Brose, Thomas
259 |

Auf der Höhe der Zeit?

Krieg und Frieden im "Hochland" 1914 - 1918

"Hochland" - unter diesem Titel erschien im Oktober 1903 die erste Ausgabe einer MĂŒnchener "Monatsschrift fĂŒr alle Gebiete des Wissens, der Literatur und Kunst". Ihr GrĂŒnder und langjĂ€hriger Chefredakteur war Carl Muth, der das Periodikum bis zum Verbot durch das NS-Regime im Jahr 1941 auch herausgab.

Unter Muths FederfĂŒhrung entwickelte die Zeitschrift einen offenen, essayistischen und interdisziplinĂ€ren Publikationsstil ...

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Rainer, Ulrike
257 |

Life in the United States - 11

South Carolina: Der AbtrĂŒnnige

Vor der Revolution war South Carolina eine der, wenn nicht die reichste Kolonie. So sah es zumindest fĂŒr die obersten FĂŒnftausend aus einer Bevölkerung von 20.000 Weißen aus. Der Gouverneur James Glen schĂ€tzte, daß weitere 5000 sich “mancher der Bequemlichkeiten des Lebens” erfreuen, 10.000 “das Notwendigste” und 5000 bis 6000 “kaum ihr Auskommen” haben. Die Reichen wie Gabriel Manigault, Charles Pickney, Andrew Rutledge und Henry Laurens Ă€fften den Lebensstil des englischen Landadels nach. Besucher der Kolonie fanden die Menschen unverantwortlich und vergnĂŒgungssĂŒchtig. 

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Kiss, Endre
255 |

Von der Omnipotenz der ethischen Wertung

Nietzsches Luther-Interpretation

Die ethische Wertung leitet in Nietzsches Augen das menschliche Verhalten. Sie hat deshalb Konsequenzen, die auf Leben und Tod gehen. Somit hat ethische Wertung auch eine unvergleichliche Verantwortung.

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Dörwald, Uwe
253 |

Transformationsprozesse

Teil 1 - Arbeit

Wir leben in einer Zeit der vielfĂ€ltigen Transformationen, in der ein Befund klar zu sein scheint: Die FinanzmĂ€rkte geben den Takt in den meisten Gesellschaften und in der Politik vor. Das Stichwort hier heißt: Ökonomisierung des Politischen.

Im Zuge dieses Prozesses werden soziale Errungenschaften abgeschafft oder ausgehöhlt, Kosten sozialisiert und Gewinne privatisiert. In der Massendemokratie hat die Sorge um die Wirtschaft PrioritÀt und es geht mehr um Konsum als um Werte.

 

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Red.
251 |

#GRUNDRAUSCHEN - Q1/2016

DADA zum Hundertsten

Unter dem Hashtag Grundrauschen bringen wir immer zur Quartalsmitte einen Zusammenschnitt von Mediensplittern, die uns ins Auge gefallen sind.

Das Grundrauschen des 1.ten Quartals in 2016 steht aber auch noch unter einem anderen Stern. In dieser Woche wird DADA 100 Jahre alt und das wollen wir auf unsere Weise wĂŒrdigen.

Happy Birthday - DADA

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Dörwald, Uwe
248 |

Vom Foto zum Bild

Jeder ist ein Knipser, aber nicht jede eine Malerin - Ein Atelierbesuch bei Martina Diederich

Der Umgang mit dem Material, das handwerkliche Können, die Bildidee, die GrĂ¶ĂŸe einer begrenzten FlĂ€che, die Wahl der Farben und des Motivs sowie der Wille zur Form - all diese Dinge sind mit entscheidend dafĂŒr, ob am Ende ein Bild entsteht, bei dem man von Schönheit oder von Kunst sprechen kann.

Die (großformatigen) GemĂ€lde von Martina Diederich aus Trier jedenfalls berĂŒhren auf eigene und spezielle Weise. Sie herauszuheben kann kein Fehler sein.

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Perina, Jitka
247 |

Die Frage nach der Wirklichkeit

Karen Gloy zeichnet das RealitĂ€tsproblem auf und stellt die Fragen: Was ist wirklich? Gibt es nur eine einzige Wirklichkeit? Welches ist die Beziehung der Vorstellung von der Welt zur realen Welt? Ob und unter welchen Bedingungen können sich unsere Vorstellungen ĂŒberhaupt auf reale Objekte beziehen? Alle Menschen haben nicht die gleiche Wahrnehmung und sehen die einzelnen Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven. Der Multiperspektivismus betrifft nicht nur das Einzelne, sondern die Welt im Ganzen.

 

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HURM, Gerd
245 |

Die Rhetorik des Details

Barthes, Brecht und die epochale Fotoausstellung >>The Family of Man<<

In unserem Beitrag 214 haben wir die Ausstellung The Family of Man in Luxemburg vorgestellt. In dem hier ko-publizierten Beitrag von Gerd Hurm (Amerikanistik / UniversitÀt Trier) wird anhand eines Teils der Rezeptiongeschichte noch einmal der Stellenwert und die herausragende Bedeutung der von Edward Steichen initiierten Ausstellung, die um die Welt ging, deutlich.

Wir danken dem Autor und dem Wissenschaftlichen Verlag Trier fĂŒr die freundliche Genehmigung, den Beitrag auf schwarz-auf-weiss publizieren zu können.

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Rainer, Ulrike
244 |

Life in the United States - 10

Maryland: Zwischen Nord und SĂŒd

Der zehnte Beitrag zu unserer Reihe Life in the United States beschĂ€ftigt sich mit Maryland, dem Staat zwischen Nord und SĂŒd. Sichtbar wird in dem Beitrag von Ulrike Rainer, dass Geschichte immer gegenwĂ€rtig ist. Insbesondere betrifft dies den gesellschaftlichen Umgang mit Einwanderern. In dieser Hinsicht hat der Beitrag auch einen Bezug zu unserer Gegenwart.

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Dörwald, Uwe
243 |

ALTE MEISTER IN ROTTERDAM

van Bosch tot Bruegel

Noch bis Mitte Januar 2016 findet in Rotterdam, im Museum Boijmans Van Beuningen, die Ausstellung From Bosch to Bruegel - Uncovering Everday Life statt. Diese Ausstellung ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert, einerseits weil die Alten Meister schon an sich sehenswert sind und andererseits weil einige der in Rotterdam gezeigten GemĂ€lde Leihgaben aus BrĂŒssel (Museum der schönen KĂŒnste), Paris (Louvre) und aus Madrid (Prado) sind, die Zusammenstellung der in der Ausstellung versammelten GemĂ€lde also einzigartig ist. - van BOSCH tot BRUEGEL ist also in jeder Hinsicht empfehlenswert.

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Red.
242 |

#GRUNDRAUSCHEN

Der Apparat der sozialen Medien und der Massenmedien lĂ€uft und er hĂ€lt zum "Nulldenken" (A. Glucksmann) an. Das Grundrauschen, ein Wort, das uns in den letzten Tagen hĂ€ufiger begegnete, ist eine kleine Darstellung wert, mit einem Null-Text, der Dringlichkeit vorgaukelt und die narzißtische Tendenz des sozialen Mediums facebook in einer Momentaufnahme zeigt. Aufgereiht zu einem Textblock zeigen einzelne Postings in ihrem unverbundenen Nebeneinander das Grundauschen auf dem Rummelplatz der Kommunikation: Der Welttoilettentag steht neben dem Welttag der Philosophie und ein antikes Epos ist in 15 Minuten zu haben.

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241 |

FAMILY OF MAN

SCHLOSS CLERVAUX in Luxemburg - ein HIDDEN CHAMPION der Museumslandschaft

Gelegenheiten muss man beim Schopfe packen.

Anke Reitz, die HĂŒterin der fotografischen Sammlung The Family of Man fĂŒhrte uns - Felicitas Hoppe (Schriftstellerin), Gerd Hurm (Amerikanistik Professor aus Trier), der sich stark fĂŒr die Sammlung engagiert, und mich - in der vergangenen Woche durch die historische Foto-Ausstellung Family of Man, die prominent, wenn auch etwas abseits von den großen Kunst-Metropolen, im Schloss von Clervaux (Luxemburg) eine Bleibe auf Dauer gefunden hat.

Der Besuch der Ausstellung (Weltdokumentenerbe der UNESCO) mit ihren fast 500 (schwarz/weiß) Fotografien ist nicht nur fĂŒr uns von schwarz-auf-weiss ein Muss, sondern fĂŒr jeden, der sich mit der Fotografie und ihrer Geschichte beschĂ€ftigt.

Einige Worte und...

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Dörwald, Lukas
227 |

Heiß, kalt, sandig, eisig, riesig

Ein Blick auf die WĂŒsten dieser Welt

"Die grĂ¶ĂŸte SehenswĂŒrdigkeit, die es gibt, ist die Welt - sieh sie dir an!" schrieb der Schriftsteller Kurt Tucholsky. Der Fotograf und Geograph Michael Martin kommt dieser Aufforderung seit ĂŒber 30 Jahren nach und liefert nun mit seinem neuen Bildband "Planet WĂŒste" einen faszinierenden Blick auf die WĂŒsten dieser Welt.

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Jana MĂŒller (Fotos) und Felicitas Hoppe (Text)
224 |

3668Ilfpetrow: Ein Kleinplanet reist weiter (4)

Letzte Lieferung

Die kĂŒrzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist eine Gerade.

In diesem Sinne hĂ€tte der Weg unserer die USA bereisenden KĂŒnstlergruppe zwischen Boston und New York auch kĂŒrzer sein können. KĂŒnstler aber benötigen Erfahrungen und EindrĂŒcke, um etwas gestalten zu können. So entstand auf den Spuren des russischen Journalisten-Duos Ilf und Petrow die Idee, die historische Route nachzureisen.

Hier nun der letzte Stand der Reise - kurz vor Kirch und Turm.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
221 |

Ein Ort der Stille

Der JAPANISCHE GARTEN in Kaiserslautern

Wenn man sich auch nur ein wenig fĂŒr Gartenkultur interessiert, dann ist ein Besuch in diesem Garten ein MUSS! Der Garten besticht durch einen alten Baumbestand und das formgebende minimalistische Konzept japanischer GĂ€rten: ZEN-Garten und Teehaus laden ein zur Besinnung.

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Dörwald, Lukas
219 |

Wie Enten hausen

Elvis Ducksley lÀsst es schnattern

Wer Gequake, Gewatschel und Geschnatter mag und wer wissen will, was die ENTE fĂŒr die Welt bedeutet, dem sei der Besuch der DUCKOMENTA im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim wĂ€rmstens empfohlen.

Auf geht's ! Quak !

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Jana MĂŒller und Felicitas Hoppe
216 |

3668Ilfpetrow: Ein Kleinplanet reist weiter (3)

OVER THE HILL

Die als Kleinplanet Reisenden haben uns ein UPDATE ihrer USA-Reise geschickt.

Erfahren Sie mehr ĂŒber den Kilometerstand und die Stationen der Reise. Diesmal mit wunderbaren Fotos der KĂŒnstlerinJana MĂŒller, deren Arbeiten und Webseite wir an dieser Stelle empfehlen wollen.

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213 |

Ein Fest fĂŒr das Auge

Farbe, Form und Licht. Ein Atelierbesuch bei Katharina Worring

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit. Kunst regt zum Denken an. Kunst bereichert unser Leben. Kunst bringt Farbe ins Sein. Kunst entfaltet ihre Wirkung im Auge des Betrachters. Kunst ist abstrakt, figurativ, konkret, realistisch und vieles andere mehr wurde schon ĂŒber Kunst gesagt.

Wir wollen hier nicht (er)klĂ€ren, was Kunst ist. Wir wollen kurz eine Malerin vorstellen, die uns beeindruckt (hat) und der wir mehr Bekanntheit wĂŒnschen.

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Felicitas Hoppe und Uwe Dörwald
211 |

3668Ilfpetrow: Ein Kleinplanet reist weiter (2)

HOPPE meets GRETZKY

This is the road and we are still on it: 3668 IlfPetrow ist inzwischen von Boston nach Kanada weitergereist und, nach einem Stop in Montreal, in Brantford (Ontario) bei Hoppes Traumschwiegervater Walter Gretzky gelandet ...

Erfahren Sie mehr ĂŒber die reale Reise in Texten und Bildern.

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Neudeck, Rupert
209 |

Wie Politik und Wirtschaft das Klima anheizen, Natur vernichten und Armut produzieren

"Aus kontrolliertem Raubbau"

Zu Beginn des Buches sagt die Autorin, wie verlogen die Bilanz in Sachen „Nachhaltigkeitsexzellenz“ aussieht. „Zwischen 2004 und 2012 hat Deutschland den Transport von Waren mit dem Flugzeug, dem klimaschĂ€dlichsten Fortbewegungsmittel, um mehr als 50 Prozent gesteigert. Der Export der deutschen Industrie ist zwischen 2007 bis 2013 auf 43 (von 35) Prozent gestiegen, parallel dazu natĂŒrlich der CO2 Ausstoß. Die neue Zauberformel heiße „Green Economy“. Die Idee wurde geboren, „Wachstum und Naturverbrauch mit Hilfe neuer Technologien zu entkoppeln“.

Das Buch zeigt, wie diese Formen der neuen technologischen Versuchungen alle gescheitert sind und scheitern werden. 

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Hoppe, Felicitas
206 |

3668 Ilfpetrow: Ein Kleinplanet geht online

Imperien schauen sich an: Das eingeschossige Amerika

schwarz-auf-weiss begleitet in den nĂ€chsten Wochen eine nicht alltĂ€gliche Reise durch die USA mit Texten und Bildern. 

»3668 IlfPetrow« heißt ein geheimnisvoller, von der sowjetischen Astronomin Ljudmila Georgijewna Karatschkina entdeckter Kleinplanet, getauft auf die Namen des Schriftstellerduos Ilja Ilf und Jewgeni Petrow, die Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, auf dem Höhepunkt des stalinistischen Terrors und der Great Depression, im Auftrag der Prawda vier Monate lang die USA bereisten. Unter dem Titel »Das eingeschossige Amerika« haben die beiden Satiriker einen faszinierenden Reisebericht in Wort und Bild verfasst.

80 Jahre spĂ€ter tritt die Schriftstellerin Felicitas Hoppe, zusammen mit den bildenden KĂŒnstlern Alexej...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
203 |

Schön vermessen oder Die Gnade der frĂŒhen Geburt

Selfies und Apps

Alles, was nicht gemessen wird, ist nicht. Das Schöne an den Zahlen ist ihre Objektivierbarkeit. Bei den Soziologen heißt dieses PhĂ€nomen Objektivierungs-Suggestion. Es wird der Eindruck erweckt, dass die numerische Darstellung einen höheren Wahrheitsgehalt hat, also verlĂ€sslicher ist als das, was wir wahrnehmen, empfinden und fĂŒhlen, ohne daraus ableitbare Daten generieren zu können. Außerdem erzeugt dieser Blick auf die eigenen Daten eine Distanz zum eigenen Körper. Alles geht in eine distanzierte Selbstbetrachtung ĂŒber, garniert durch eine umfangreiche Sammlung von Selfies, die die visuelle Kontrollinstanz zu den Daten darstellt.

Wozu findet diese Selbstoptimierung ĂŒberhaupt statt? Wir wissen, dass der Mensch den Vergleich zu seinen...

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Brose, Thomas
201 |

Im Leben geht mancher Schuss daneben

"Der FreischĂŒtz" am Erfurter Dom als PlĂ€doyer fĂŒr "Fehlerfreundlichkeit"

Sommer ist Festspielzeit. Bayreuth mit Wagner oder Salzburg mit Mozart sind die großen Highlights.

Doch auch kleinere Festspielorte haben sommerliche Unterhaltung zu bieten. So wie Leuk mit der kurzweiligen Operette "Die Zirkusprinzessin" oder die Nibelungenstadt Worms mit dem StĂŒck "Gemetzel". Neben dem Unterhaltungswert der Festspiele spielt natĂŒrlich die touristische Vermarktung eine große Rolle. Manchmal fragt sich der geneigte Zuschauer, ob das Beiprogramm wichtiger ist als das StĂŒck selbst. In jedem Fall sind die Kulissen sehenswert: egal ob es sich um die Burg in Leuk, den Dom in Worms oder den Dom in Erfurt handelt.

Eine AuffĂŒhrung der Oper "Der FreischĂŒtz" von Carl Maria von Weber nimmt Thomas Brose zum Anlass, sich ĂŒber die Zerb...

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Dörwald, Uwe
199 |

Klimawandel global

Die Kohle muss im Boden bleiben

Am 7. August 2015 veröffentlichte die Nachrichtenagentur Reuters einen Beitrag zum Thema Klimawandel mit dem Titel „The reality of global warming: We’re all frogs in a pot of slowly boiling water“. Darin finden sich Fakten wie zum Beispiel die bis jetzt messbare ErwĂ€rmung, der langfristige Trend der Temperaturentwicklung an Land und ĂŒber dem Wasser sowie eine Statistik ĂŒber die wĂ€rmsten Jahre seit 1880. Roz Pidcock stellt in seinem Beitrag fest „it’s clear that as temperature rises, so do the risks“ und er kommt zu dem Schluss: „The science is solid enough that whatever we choose, we can’t tell future generations that we didn’t know the risks (of global warming).“

In der gleichen Woche, in der Reuters seinen Artikel publizierte, war der...

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Die Durchsichtigen

LebenskĂŒnstler in Luanda

Phantastisch - trÀumerisch - ironisch und poetisch zugleich.

So prĂ€sentiert sich Ondjakis Roman Die Durchsichtigen, der dem europĂ€ischen Leser durch die Beschreibung des Lebens in Luanda ein StĂŒck von Afrika zeigt.

SatellitenstĂ€dte und Hochhaussiedlungen prĂ€gen maßgeblich das Bild von Luanda. Die Bewohner der Stadt und der vertikalen Armensiedlungen haben mit den Widrigkeiten des Alltags zu kĂ€mpfen und teilen ihre Sorgen und Nöte.

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Dörwald, Uwe
197 |

STAHL UND KUNST

Zeitgenössische Kunst in einem Industriedenkmal

Industriekultur hat ihren ganz eigenen Charme. Auch den der Worte; denn was Hund, Fuchs und Ofensau im Kontext eines HĂŒttenwerks bedeuten, weiß heute kaum noch jemand. ...

Eines dieser großen und rostigen IndustriedenkmĂ€ler der Stahlindustrie, die Völklinger HĂŒtte, ist Unesco Weltkulturerbe und richtet seit 2011 alle zwei Jahre auf dem GelĂ€nde der HĂŒtte die UrbanArt Biennale aus. Kunst und Industriedenkmal verbinden sich an der Saar zu einem einmaligen Ensemble, das zu einem Besuch des HĂŒttenwerks und zu einer Kunstentdeckungsreise einlĂ€dt.

 

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Dörwald, Uwe
196 |

Ein Lob des Handwerks

Warum Manufakturen wichtig sind

Es ist sicher möglich, ohne Hingabe durchs Leben zu kommen. Ob ein Leben ohne Hingabe und ohne Leidenschaft fĂŒr eine Sache am Ende aber glĂŒcklich macht, bleibt zumindest fraglich.

Der Bereich des Handwerks, der Manufakturen, die spezielle Produkte herstellen können, ist einer, in dem Hingabe und Leidenschaft noch einen Wert darstellen. Diese Manufakturen, in denen bedingungslos QualitĂ€t vor QuantitĂ€t geht, zu fördern, kann eine lohnenswerte und erfĂŒllende Aufgabe fĂŒr Unternehmer sein.

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Rainer, Ulrike
194 |

Life in the United States - 9

Massachusetts: Der Rebellische

Wir wissen bereits, welche wichtige Rolle Massachusetts im Revolutionskrieg spielte. Die berĂŒhmt-berĂŒchtigte Boston Tea Party war erst der Anfang. Ihre 180 Teilnehmer wĂŒrden heute manche als Hooligans bezeichnen, denn zwei Drittel von ihnen waren unter zwanzig Jahren und nicht unbedingt an grĂ¶ĂŸeren politischen ZusammenhĂ€ngen interessiert.  Die Verkleidung einiger als Indianer war nicht dazu gedacht, den Eingeborenen die Tat in die Schuhe zu schieben, sondern diente dem Selbstschutz. Das Zerstören von Tee fiel unter die Rubrik Hochverrat und darauf stand die Todesstrafe. Zwei der AnfĂŒhrer, John Adams und sein Cousin Samuel Adams, sind uns schon bekannt. John Adams, spĂ€ter der zweite PrĂ€sident der vereinigten Kolonien, war zusammen mit John...

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Dörwald, Uwe
195 |

Statt eines Nachrufs auf GĂŒnter Grass

Die wirkmĂ€chtige Stimme Oskar Matzeraths aus der BLECHTROMMEL, die Kochrezepte aus dem BUTT, manche politischen Statements und EinwĂŒrfe, einige Gedichte und ausgewĂ€hlte Stiche werden sicher in Erinnerung bleiben.

Statt eines Nachrufs auf einen großen ErzĂ€hler bringen wir drei alte Rezensionen, die u.a. in der RHEINPFALZ publiziert wurden.

GĂŒnter Grass war fĂŒr mich als SchĂŒler ein Auslöser, mich ĂŒberhaupt mit so etwas wie Literatur zu befassen.

 

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Die heilige Jungfrau vom Nil kann keine Wunder

Ein Guckloch in afrikanische Geschichte

Von Anfang an durchzieht den Roman, wie eine unheilvolle Ahnung, die Geschichte Ruandas, die sich nicht ablegen lĂ€sst, die sich nicht heilen lĂ€sst, die nicht zur Ruhe kommen will und die fĂŒr Außenstehende vielleicht auch niemals verstĂ€ndlich wird.

 

 

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Brose, Thomas
192 |

GĂŒnter de Bruyn

Im Spannungsfeld von Literatur, Macht und Wahrheit

Warum im Jahr 2015 ein Beitrag zu GĂŒnter de Bruyn? Das kann man sich fragen. Die Antwort scheint einfach. GĂŒnter de Bruyn stellt wichtige Fragen, die auch heute Geltung haben.

- Wie reagiert man auf politische Heilsversprechen, die es immer geben wird?

- Welche Denkverbote halten uns (auch heute) von Reformen ab?

- Wie gegenwÀrtig sind autoritÀr vorgeprÀgte Charaktere (in der Gesellschaft, in Institutionen, in Firmen, etc.), die mit Gesten der Machtanbetung und Untertanen-MentalitÀt auf Machtstrukturen reagieren?

Thomas BROSE macht am Beispiel GĂŒnter de Bruyns klar, das Spannungsfeld aus Literatur, Macht und Wahrheit ist immer eines der Gegenwart.

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SCHROM, Michael
191 |

Die schwarze Taube ĂŒber Paris

"Unterwerfung" - eine politische Fiktion

>>Am selben Tag, an dem das Buch in Paris vorgestellt wurde, ermordeten Dschihadisten viele Redakteure und Karikaturisten von "Charlie Hebdo". Houellebecq selbst steht unter Polizeischutz. Der vom Autor stets bestrittene Vorwurf, "Unterwerfung" sei ein islamophobes Werk, ist nicht haltbar.

Es gibt keine gotteslĂ€sterlichen Passagen, keinen Satz ĂŒber Mohammed, dafĂŒr umso mehr kritische Anfragen an die sĂ€kulare laizistische Gesellschaft des Westens hinsichtlich ihres Umgangs mit dem kulturellen und christlichen Europa.<<

Wir danken Michael SCHROM und der Wochenzeitschrift CHRIST IN DER GEGENWART fĂŒr die Abdruckgenehmigung. Der hier publizierte Text ist im Original erscheinen in:

Nr.7/2015, Freiburg i.Br., www.christ-in-der-gegenwart.de

 

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Dörwald, Uwe
190 |

FOTOS VOM KRIEG

>>AT WAR<< - Fotos von Anja Niedringhaus im Museum Pfalzgalerie in Kaiserslautern

Fotografien spielen in unserer bildorientierten und von Bildern besessenen Welt eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle. Auf der einen Seite zurecht, weil unsere Erinnerung Bilder braucht, damit sie nicht blass bleibt; auf der anderen Seite ist ein Bild fĂŒr sich allein nicht immer aussagekrĂ€ftig. Erst der Text, der das Foto in einen zeitlichen und rĂ€umlichen Zusammenhang stellt, erschließt den Kontext des Augenblicks.

Mit Fotografien kann man beschönigen und lĂŒgen und man kann darstellen und zeigen, was ist. Bilder erzĂ€hlen Geschichten.

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Redaktion
189 |

Mission Statement

AnschlĂ€ge wie auf "Charlie Hebdo" haben das Ziel, einen freien Geist und die Toleranz zu vernichten sowie Angst zu schĂŒren. Wir wollen und werden unser Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit nicht aufgeben.

Deshalb stehen wir fĂŒr die Freiheit des Wortes und des Publizierens ein.

Wir unterstĂŒtzen die Kampagne zur Pressefreiheit der Zeitschriftenverleger sowie die SolidaritĂ€tsaktion "Wir sind Charlie" des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

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Brose, Thomas
188 |

METROPOLIS als Dokument der Moderne

Über Glaube, Gesellschaft und Großstadtleben

Metropolis, der berĂŒhmteste aller deutschen Filme, ist ein einzigartiges Dokument der Moderne. Er inszeniert eine Zukunftswelt, bezieht sich im Kern jedoch auf die jĂŒdisch-christliche Tradition und zeigt dabei, dass sich das Schicksal urbaner BallungsrĂ€ume und Agglomerationen nicht zuletzt im ethisch-religiösen Bereich entscheidet. In den Megacitys von heute und morgen geht es ums Ganze.

Wie ein Magnet hat der Film Metropolis die geistigen Energien einer ganzen Epoche an sich gezogen, miteinander reagieren lassen und dabei die Vision einer gewaltigen Megalopolis hervorgebracht. In ihr ragen Wolkenkratzer gen Himmel, Flugzeuge kreisen ĂŒber der City, Autos durchfluten die Straßen, Hochbahnen schlĂ€ngeln sich ĂŒber gewagte...

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Dörwald, Uwe
187 |

Digitalien wird ĂŒberbewertet

Besprechung zu Valentin Groebner: Wissenschaftssprache digital.

"... diejenigen, die frei sind, reden nicht davon. Die machen einfach ihr Zeug."

Mit diesem Statement endet das Buch von Valentin Groebner, der sich als Historiker und damit aus einer Langzeitperspektive mit dem Nachteil und Nutzen der digitalen InformationskanÀle befasst. Dabei wirft er immer auch einen Blick auf das Verhalten der Nutzer und auf den Weg der Informationsgewinnung im Netz.

Und er zeigt, dass die Minimierung der Informationsgewinnungskosten durch den Gebrauch der digitalen InformationskanÀle ein nicht eingelöstes Versprechen einer neuen Technologie ist.

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Rainer, Ulrike
186 |

Life in the United States - 8

Connecticut - der erfinderische Staat

Vielleicht ist es das extrem launische Wetter, das fĂŒr den sprichwörtlichen Erfindergeist der Connecticut Yankees verantwortlich ist, wie schon Mark Twain feststellte.

Wir haben es auf alle FĂ€lle mit einem Staat zu tun, in dem ein gutes Klima fĂŒr Erfinder zu herrschen scheint. ErwĂ€hnt seien Goodyear (Reifen), William Gray (MĂŒnztelefon) oder die Herren Smithand Wesson.

Connecticut ist ein Staat, der gut am Flugzeug-, Hubschrauber und U-Boot verdient(e).

Und im Bildungssektor ist die YALE UNIVERSITY in New Haven eine Art Leuchtturm.

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Dimmers, Jan
185 |

Auf der Suche nach der verlorenen Unschuld

Über DER FALL von Albert Camus

"Als Mitarbeiter aus den Niederlanden schreibe ich jetzt ĂŒber DER FALL von Albert Camus. Der Grund dafĂŒr ist, dass das Buch in Amsterdam spielt. Ich wohne dort seit 42 Jahren. Im Buch wird Amsterdam mit Dantes Hölle verglichen. Höchste Zeit also fĂŒr eine Auseinandersetzung. - Die beste Gelegenheit dazu ist der 10.te Geburtstag von schwarz-auf-weiss"

Mit diesen Worten beginnt Jan Dimmers seinen Essay zu Camus, aus dem wir neben anderen Erkenntnissen auch die entnehmen, dass ein Wachloder ein Lichtblick in der DĂŒsternis des Lebens sein kann und dass man in der Kneipe anders redet als im Auditorium.

Texte sind also nicht nur fĂŒr (altkluge) Literaturkritiker, sondern in erster Linie fĂŒr Leser da.

 

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
184 |

WEIT VOM STAMM

Wenn Kinder ganz anders als ihre Eltern sind

In WEIT VOM STAMM befasst sich Solomon in zehn Kapiteln ausfĂŒhrlich mit zehn unterschiedlichen Formen der Andersartigkeit von Kindern und damit, wie Familien mit dieser zurecht kommen.

Gehörlosigkeit, Kleinwuchs, Down-Syndrom, Autismus, Schizophrenie, Behinderung, Wunderkinder, Vergewaltigung, KriminalitÀt und Transgender sind die PhÀnomene, die eingehend und in ihrer Vielfalt beschrieben werden.

Durch die genauen und offenen Berichte werden die Behinderungen erlebbar und machen uns, als Leser, bescheidener, scheint doch ein gesundes Leben plötzlich Ă€ußerst leicht.

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Hoppe, Felicitas
183 |

Vergissmeinnicht

Vom Bleiben und Verschwinden im digitalen Zeitalter

„Ich bin dann mal weg!“ Davon trĂ€umt im Sommer kurzfristig jeder. Aber auch der Sommer hĂ€lt lĂ€ngst nicht mehr, was er verspricht. Sommerpause, Sommerfrische, SommerhĂ€user und SommergĂ€ste – das alles ist, falls es jemals mehr war, inzwischen schöne Literatur geworden. Dort allerdings, in der Nische des Schönen, haben die alten Phantasien vom guten bĂŒrgerlichen Leben nach wie vor Hochkonjunktur.

Denn sie beflĂŒgeln unseren Wunsch nach dem richtigen Dasein, unsere Vorstellung von Freiheit und Atemholen, von Eigenleben und PrivatsphĂ€re, unseren Glauben daran, es wĂ€re noch möglich, einfach die LĂ€den herunterzulassen, sich aus dem Staub zu machen, um ans Meer, in die Berge, ins Umland zu verschwinden. Endlich ungestört sein, kurzfristig fĂŒr...

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Rainer, Ulrike
182 |

Life in the United States - 7

Imperium des SĂŒdens: Georgia

In der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart versuchte man mit ziemlichem Erfolg, den Staat, in dem die Landwirtschaft vorherrschte, zu modernisieren. Die HĂ€fen Savannah und Brunswick wurden erneuert.  MilitĂ€rstĂŒtzpunkte sind gut fĂŒr das GeschĂ€ft. Der 1980 fertiggestellte William B. Hartsfield Internationale Flughafen  und das World Congress Center locken Menschen aus aller Welt an. Billige Immobilien und niedrige Steuern taten das ihre. Atlanta wurde zur Metropole fĂŒr Versicherungen, Makler und Banken. 1996 war die Stadt stolzer Gastgeber der Olympischen Sommerspiele.

2008 gingen die 16 WahlmĂ€nner an John McCain und 2012 an Mitt Romney. FĂŒr einen schwarzen PrĂ€sidenten reichte es eben doch noch nicht.

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Hoppe, Felicitas
181 |

The German Tragic

Über RattenfĂ€nger, Helden und Heilige

Am 13.03.2014 hielt Felicitas HOPPE am GOETHE-INSTITUT in BOSTON die Keynote Address zum Auftakt der Konferenz "Tragedy and the Tragic in German Literature, Art, and Thought."

Das Buch 'The German Tragic' erscheint voraussichtlich im Herbst 2014 bei CANDEM HOUSE. Herausgeber des Buches sind Steven Dowden und Thomas Quinn.

Der hier publizierte deutsche Text der KEYNOTE ADDRESS von Felicitas HOPPE erscheint im Buch in der englischen Übersetzung von Steven Dowden.

Was die BĂŒchner-PreistrĂ€gerin 2012 zum Tragischen zu sagen hat, lesen Sie jetzt bei uns.

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Schulte, Christoph
240 |

Die Lehrmeisterin

Was ergibt sich fĂŒr uns heute aus den Erfahrungen der Geschichte(n)?

Christoph Schulte geht der Frage nach, ob und wie wir aus den Erfahrungen der Geschichte lernen (können). Nutzen uns Vergleiche mit frĂŒher ĂŒberhaupt, um heute verantwortlich handeln zu können? Gibt es ĂŒberhaupt die "Geschichte an und fĂŒr sich"? Geschichte wiederholt sich nicht, Geschichte ist Vergangenheit. Trotzdem wird Geschichte immer wieder neu und auch in Bezug auf die Gegenwart (aus)gedeutet. Was ist, wenn Geschichte eine Modelliermasse ist? Wie verlĂ€sslich ist sie dann noch und kann man aus ihr lernen?

Mit freundlicher Genehmigung von Christ in der Gegenwart und Christoph Schulte bringen wir den Beitrag "Die Lehrmeisterin".

Quelle: CHRIST IN DER GEGENWART (Nr. 8/2014, www.christ-in-der-gegenwart.de)

 

 

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Egert, Andreas
239 |

Von der Historie des aphoristischen Denkens

Zur Gattungsproblematik des Aphorismus

Der Aphorismus als [...] Stiefkind der literarischen Gattungen, als Ă€sthetischer Wider-Spruch, gerĂ€t [...] immer weiter unter die RĂ€der einer fortschreitenden intellektuellen BankrotterklĂ€rung, bei der eine nahezu barbarische Forschungsspezialisierung  nicht mehr ĂŒber bloße Einzelinteressen und Froschperspektiven herauskommt, im NĂŒtzlichkeitsdenken befangen bleibt und folgerichtig unter dem Diktat des homo oeconomicus darbt:

wo UniversitÀten waren, sind nur noch Fachhochschulen, wo Bildung war, ist nur noch Ausbildung, wo Journalismus war, ist PR oder IR (heute noch wichtiger: investors relationships), wo literarische Gattungen waren, ist nur noch der Roman.

Hier leistet der Aphoristiker auch ĂŒber seinen Zenit hinaus Widerstand und hĂ€lt...

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Rainer, Ulrike
238 |

Life in the United States - 6

Der Geteilte: New Jersey

Wie sieht es mit New Jersey heute aus? - Nehmen wir einfach den Pendlerzug vom westlich gelegenen Morristown fĂŒr ungefĂ€hr eine Stunde Fahrt bis zur Pennsylvania Station in Manhattan. Die Passagiere sind solide Mittelklasse, SchĂŒler von Privatschulen, Professoren, GeschĂ€ftsleute, ab und zu das dunkle Gesicht eines KindermĂ€dchens aus Jamaica oder des GĂ€rtners aus Guatemala. Auch in den folgenden StĂ€dtchen Convent Station, Madison, Chatham und Summit herrschen  EinfamilienhĂ€user vor. In den gepflegten GĂ€rten wachsen Eichen, Ahorn, wilde ApfelbĂ€ume mit ihren zarten FrĂŒhlingsblĂŒten, Buchen, Rhododendren und Azaleen. Im Vorbeifahren kurze Blicke auf alte Villen und GĂŒter aus dem 19. Jahrhundert, die damals von Großindustriellen gebaut wurden und...

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Rainer, Ulrike
237 |

Life in the United States - 5

Der Reiche: Pennsylvania - Vom Reichtum zum RostgĂŒrtel

Die Behandlung, die die Einheimischen von den Einwanderern erfuhren, verlief in all den Kolonien auf Ă€hnlich deprimierende Weise.typo3/#_ftn1 Der uns bereits bekannte Quaker William Penn war die Ausnahme, indem er mit den Indianern verhandelte und Land kaufte, aber seine Nachfahren waren weitaus skrupelloser. Auch als GrĂŒnder Philadelphias, der grĂ¶ĂŸten und reichsten Stadt der Kolonien, trat er schon in Erscheinung.

Gesegnet mit fruchtbarer Erde und BodenschĂ€tzen wurde der Staat wĂ€hrend der Kolonialperiode und bis spĂ€t ins 19. Jahrhunderts beliebtes Ziel der EuropĂ€er. Obwohl ursprĂŒnglich die meisten immer noch aus den angelsĂ€chsischen LĂ€ndern kamen, war anfĂ€nglich die zweitgrĂ¶ĂŸte Gruppe aus dem deutschsprachigen Raum. Sie kamen aus Baden-WĂŒrttemberg,...

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Gloy, Karen
236 |

Albert Camus und das Absurde

Zum hundertsten Geburtstag von A. Camus

Camus, der als einer der bekanntesten und bedeutendsten französischen Autoren des 20. Jahrhunderts gilt und der 1957 fĂŒr sein publizistisches Gesamtwerk den Nobelpreis fĂŒr Literatur erhielt, wĂ€re am 7. November in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Das Absurde, die (permanente) Revolte und der Gedanke, dass Sisyphos ein glĂŒcklicher Mensch gewesen sein muss, sind die Schlagworte, die man direkt mit Camus in Verbindung bringt, neben den Fotos, die manchmal an James Dean erinnern.

Dass der Mythos des Sisyphos kein bloßer Kommentar zu Der Fremde, sondern auch heute noch ein Ă€ußerst aktueller Text ist, diesen Gedanken verfolgt die Luzerner Philosophin Karen GLOY in ihrem hier vorliegenden Text:

"Angemessener wÀre es, den Mythos des Sisyphos...

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Dörwald, Uwe
235 |

BRASIL * BRASIL

Betrachtungen zur lateinamerikanischen Literatur

Es kann sein, dass der folgende Text HEUTE, im Herbst 2013, etwas aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Gleichwohl hat mich zumindest eine kritische Leserin des Textes dazu ermuntert, den Text, der einmal als Vortrag gedacht war, anlĂ€ĂŸlich der Frankfurter Buchmesse 2013, die BRASILIEN als Gastland hat, auf schwarz-auf-weiss zu veröffentlichen.

Der Text beschĂ€ftigt sich mit brasilianischer bzw. lateinamerikanischer Literatur, die in den spĂ€ten 1980iger und frĂŒhen 1990iger Jahre ins Deutsche ĂŒbersetzt wurde und bei vielen Lesern eine Art „Rausch“ auslöste. Denn diese Literatur war auf eine bestimmte Art und Weise vital. Und sie beschĂ€ftigt(e) sich mit den großen literarischen Themen wie Liebe, Tod, Gewalt, Macht, GleichgĂŒltigkeit oder...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
234 |

SOMMER - SONNE - SCHWEDEN

"Ferien auf Saltkrokan"

Was war das fĂŒr ein Sommer, heiß und viel zu kurz. Wer sich diesen Sommer noch etwas verlĂ€ngern möchte, dem empfehle ich das Buch „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren. Dieses Buch lĂ€sst einen in einen zweiten Sommer eintauchen , ob abends im Bett oder auf dem Sofa, auf dem Balkon, in der Bahn, wo auch immer, es ist DAS Sommerferienbuch und Astrid Lindgren gelingt es, die Welt der SchĂ€ren zu entfalten; und dies geschieht in ihrem bekannten unnachahmlichen Stil, mit klaren Worten und liebevoller Beschreibung ihrer Charaktere in ihrem beschaulichen Alltag.

Aber natĂŒrlich geht es nicht nur um Sommerferien, es geht um Kinder, Tiere, Eltern, Freundschaft, TrĂ€ume und um das GlĂŒck, wenn ein Traum in ErfĂŒllung gehen darf.

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Rainer, Ulrike
233 |

Life in the United States - 4

Der Erste Staat - Delaware

Man mag sich fragen, warum es nach der errungenen UnabhĂ€ngigkeit so lange dauerte, bis endlich eine allgemeine Verfassung zustande kam. Kaum war man die EnglĂ€nder los, fingen die Streitereien und RivalitĂ€ten zwischen den Staaten wieder an. Jeder zimmerte seine eigene Constitution und verteidigte sie argwöhnisch gegen alle anderen. Man schickte zwar Abgeordnete in die vorĂŒbergehende Hauptstadt New York, doch man gestand ihnen keine Macht zu, denn auch gegen die selbst gewĂ€hlte AutoritĂ€t war das Mißtrauen enorm. Die zentrale Regierung sollte der Kontrolle der Staaten untergeordnet sein, was zur Folge hatte, dass sie ihre Arbeit nicht leisten konnte.

Jetzt war aber dieser neue Staat mit seinen drei Millionen Menschen kaum eine Weltmacht. Das...

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Dimmers, Jan
232 |

VERTIGO

Über das Werk von Montaigne, Shakespeare und Hitchcock

Jede Konfrontation mit einem Kunstwerk ist eine Fahrt mit unbekanntem Zweck und ein blind date zugleich. Damit korrespondieren die ersten drei Worte des Hamlets: Who’s there?typo3/#_ftn1 Im Hamlet wird die Frage Who’s there? beantwortet mit dem Gebot: Stand and unfold Yourself. Das ist die Grundstruktur des unterschwelligen ZwiegesprĂ€ches zwischen Autor und Publikum und des SelbstgesprĂ€ches in den Werken der Autoren, die ich bespreche.

Hat das Kunstwerk eine Seele? Blöde Frage? Nicht ganz und gar! Das Konzept Seele oder Innenwelt ist vielumfassend und breitgefĂ€chert. Man hat das religiöse Konzept der untersterblichen Seele. Es gibt aber auch die Idee des virtuellen Innenraums, wo die Interessen der modernen Ästhetik, Neurologie und Philosophie öfters...

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Hahl, Michael
231 |

Sankt-Florian-Prinzip

Killerformel gegen BĂŒrgerbeteiligung?

Wer von einem "Sankt-Florian-Prinzip" spricht, unterstellt anderen Menschen das Bewusstsein, irgendwelchen VerĂ€nderungen zwar grundsĂ€tzlich zuzustimmen, sie aber nicht vor der eigenen HaustĂŒr zulassen zu wollen. Falls jemand tatsĂ€chlich nach dem allzu eigennĂŒtzigen Motto "Heiliger Sankt Florian, verschon' mein Haus, zĂŒnd' andre an ..." urteilen wĂŒrde, mĂŒsste man ihm natĂŒrlich ethisch verwerfliches Handeln ankreiden, denn es wĂ€re – wenn auch fraglos sehr „menschlich“ - gesellschaftlich nicht respektabel, einen potenziellen Schaden, um sich selbst zu schĂŒtzen, anderen an den Hals zu hĂ€ngen.

Aktuell scheint es sich jedoch einzubĂŒrgern, mit der Wortkeule „Sankt-Florian-Prinzip“ nicht allein eine sozial bedenkliche not-in-my-backyard-Position,...

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Hoppe, Felicitas
230 |

Wie lobt man richtig?

Relecture eines strapazierten Klassikers

Willkommen und Abschied - mit diesem lyrischen Titel von Goethe verabschiedet sich schwarz-auf-weiss  von der BĂŒchnerpreistrĂ€gerin 2012, Felicitas Hoppe, die in dieser Woche Staffel und Kranz an ihre Nachfolgerin, die soeben frisch gekĂŒrte in Stuttgart geborene und gleichfalls in Berlin lebende Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff weitergegeben hat: Herzlichen GlĂŒckwunsch!

Der Preis geht damit, bis jetzt einmalig in der Geschichte der Deutschen Akademie, zweimal in Folge an eine Frau.

In dem hier erstmals veröffentlichten Text, einem Vortrag zum Thema WIE LOBT MAN RICHTIG, den Felicitas Hoppe im April anlĂ€sslich von BĂŒchners zweihundertstem Geburtstag auf Einladung der Justus Liebig UniversitĂ€t Gießen hielt, wo auch BĂŒchner studierte,...

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Nachtwey, Oliver
229 |

Abstiegsgesellschaft

Die Krise, die haben die anderen.

"In Europa liegt die Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau, in Deutschland gibt es so wenige Arbeitslose wie seit 20 Jahren nicht mehr. Und: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hatten so viele Menschen Arbeit.

Auf eine zynische Art und Weise ist das genau das Problem. Denn hinter den schönen Zahlen verbirgt sich ein fundamentaler Wandel der Gesellschaft. Aus der Aufstiegsgesellschaft der alten Bundesrepublik ist eine Abstiegsgesellschaft geworden."

Wir publizieren den Beitrag mit freundlicher Genehmigung des Autors und der freitag, wo der Text zuerst und in 2012 publiziert wurde.

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Raulwing, Jutta
228 |

Berliner Kolumne: Arm aber sexy - 1

Laib und Seele

"Berlin ist arm, aber sexy" - dieser berĂŒhmte Ausspruch stammt vom Berliner BĂŒrgermeister Klaus Wowereit (Quelle: Interview mit Focus Money, November 2003).

Die HARTZ-"Reformen" begannen 2003 und HARTZ IV trat zu Beginn des Jahres 2005 in Kraft. Als Teil der Agenda 2010 wurden die Arbeitsmarktreformen umgesetzt.

FĂŒr die von den Hartz-"Reformen" Betroffenen, deren Qualifikationen entwertet wurden, weil jede nicht sittenwidrige Arbeit zumutbar ist, und die sich als gut ausgebildete FachkrĂ€fte von Fallmanagern Worte wie AkademikermĂŒll anhören und gefallen lassen mĂŒssen, stellen sich natĂŒrlich auch vielfĂ€ltige Fragen in Bezug auf den Slogan "ARM ABER SEXY". Wie sexy darf man aussehen, wenn man arm ist?

Diesen Fragen geht Jutta Raulwing in...

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Hoppe, Felicitas
226 |

Und weil sie nicht gestorben sind ...

"Das MĂ€rchen ist die reinste Gegenwart."

ErzĂ€hl mir doch keine MĂ€rchen! Denn wer MĂ€rchen erzĂ€hlt, ist nostalgisch, auf alte Zeiten aus, die nur die besseren waren, weil es sie sowieso niemals gab, auf verlĂ€ssliche Ordnungen, ĂŒberkommene Hierarchien, auf die Hand der Prinzessin, auf die Kutsche des Königs, auf Zauberspruch und Magie und auf den Wunsch nach dem guten Ende, mit anderen Worten: Auf Wirklichkeitsflucht.

   In Wahrheit verhĂ€lt es sich aber anders. Zweihundert Jahre nach Erscheinen der Kinder- und HausmĂ€rchen der BrĂŒder Grimm macht das Wiederlesen deutlich, dass hier so gut wie gar nichts in Ordnung ist, von Romantik zu schweigen. Denn wer MĂ€rchen erzĂ€hlt, erzĂ€hlt, gegenlĂ€ufiger Meinung zum Trotz, keine MĂ€rchen, sondern die Wahrheit.

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Der Text von...

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Rainer, Ulrike
225 |

Life in the United States - 3

Wir zahlen keine Steuern, wenn wir nicht mitreden dĂŒrfen!

AnfÀnglich deutete nichts darauf hin, dass die Bewohner der dreizehn Kolonien sich je auf irgendetwas einigen könnten. Sie waren ein zÀnkisches Volk, das nichts lieber tat, als einander vor Gericht zu schleppen und sich in religiösen Pamphleten, des wahren Glaubens unfÀhig, zu beschimpfen. [...] Aber wenn man nicht gerade stritt, baute man Bibliotheken, widmete sich der Verbesserung der Landwirtschaft und des Strafgesetzes, versuchte öffentliche Trunkenheit auszumerzen und Immigranten zu helfen.

Hier sehen wir bereits die Tendenz, sich selbst, den Nachbarn und am besten gleich die ganze Welt bessern zu wollen, die sich bis heute hĂ€lt und Außenstehende (manchmal) nervt.

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Schulte, Christoph
223 |

1913 - 2013

Ein Blick in die Geschichte und auf die Gegenwart

Ausgehend von dem neuen Buch - "1913 - Der Sommer des Jahrhunderts" - des Journalisten und Kunsthistorikers Florian Illies befasst sich Christoph Schulte in seinem Text mit PhÀnomenen unserer Zeit wie zum Beispiel dem durch die neuen Medien, SMS und Twitter bedingten "Aktionismus-Rhythmus der Gesellschaft".

Schultes Text ist eine Aufforderung, sich nicht nur angesichts von Beschleunigung und fehlender Work-Life-Balance ĂŒber unsere Zeit Gedanken zu machen. Er geht der Frage nach, was uns - auch im RĂŒckblick auf 1913 - heute Sorgen machen sollte. Und er macht bewußt, dass ein Blick zurĂŒck, ein Blick in die Geschichte wichtig ist fĂŒr unser Leben und unsere Zeit, die zuweilen weder fĂŒr Reflexion noch fĂŒr Kontemplation etwas ĂŒbrig zu haben...

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Rainer, Ulrike
222 |

Life in the United States - 2

Auf diesen unseren gebeugten RĂŒcken: zum Reichtum und Wohlstand einer Nation

Sklaverei ist unabÀnderlich mit der Geschichte der Vereinigten Staaten verbunden. Historiker haben ganze Arbeit geleistet, um von unterschiedlichsten Gesichtspunkten aus diese immerhin fast 300 Jahre anhaltende Institution zu erforschen.

Im Anfang war der Sklavenhandel fest in portugiesischer und spanischer Hand. Er begann 1501, als die ersten Afrikaner in Santo Domingo ankamen, um auf den Zuckerplantagen zu schuften. Doch England ließ nicht lange auf sich warten, denn schon 1562 konnte John Hawkins mit seiner menschlichen Fracht hohen Gewinn verbuchen. Zwischen 1500 bis 1550 verschleppten die EuropĂ€er ungefĂ€hr 2000 Afrikaner pro Jahr, eine Zahl, die sich in den folgenden fĂŒnfzig Jahren verdoppelte. Die Nachfrage nahm zu, und um 1700 waren...

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Kiss, Endre
220 |

Globalisation und Globalisationstheorie in der Philosophie der Gegenwart

In diesem Beitrag geht es um die Globalisierung und die Theorie der Globalisierung. Es geht um die Frage, wie eine solche Globalisierungstheorie aussehen kann.

Es geht auch darum, dass angesichts neuer geschichtlicher Gegebenheiten wie der Globalisierung Theorien und "ganze methodologische Richtungen und Familien (...) ihre GlaubwĂŒrdigkeit auf einen Schlag einbĂŒssen (können), auch wenn sie einzeln ĂŒberhaupt nicht zur Verantwortung gezogen werden können, wĂ€hrend auf der anderen Seite bisher unerprobte, marginale oder sogar fĂŒr zweifelhaft gehaltene AnsĂ€tze ins Zentrum des methodologischen Interesses rĂŒcken können."

Sicher ist aber, dass es einer philosophischen Theorie der Globalisierung bedarf, die beides umfasst - die ökonomischen wie...

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Gloy, Karen
218 |

Gross National Happiness

Drei Aussagen mit Verfassungsstatus zum GLÜCK.

  • „The State shall strive to promote those circumstances that will enable the successful pursuit of Gross National Happiness.”
  • „The Pursuit of Happiness“
  • „Das Ziel der Gesellschaft ist das allgemeine GlĂŒck.“

GlĂŒcksvorstellungen und GlĂŒcksinterpretationen sind je nach Kultur unterschiedlich. Nicht nur im Augenblick der ökonomischen Krise, in der man z.B. in Spanien schon von einer verlorenen Generation spricht, lohnt es sich zu schauen, ob materieller Wohlstand ausreicht, um glĂŒcklich zu sein.

Vergleicht man das Modell in BHUTAN mit unserem Gesellschaftskonzept stehen sich, verkĂŒrzt und in Schlagworten gesagt, Einfachheit und Raffgier sowie WertschĂ€tzung des Geistigen und Priorisierung des...

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Rainer, Ulrike
217 |

Life in the United States - 1

Wie alles anfing

In unserer neuen Reihe "Life in the United States", die wir heute beginnen, schreibt Ulrike RAINER ĂŒber die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die Redaktion von schwarz-auf-weiss freut sich, diese Reihe publizieren zu können. Vielleicht trÀgt die Reihe zum VerstÀndnis unterschiedlicher kultureller Gegebenheiten bei.

Es wird um die Geschichte des Landes und einzelner Staaten gehen und auch um das alltÀgliche Leben sowie (nicht nur) zwischen den Zeilen um MentalitÀten und MentalitÀtsunterschiede.

Im ersten Teil geht es um die Besiedlung des Landes: "Im Anfang waren es Mythen, was sonst. Im Westen lag das Land der Seligen, der Garten der Hesperiden, Atlantis, Tir-na-Og (Irisch: das Land der ewigen Jugend), die sieben StÀdte Antillias. Dabei...

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Rainer-Dimmers-Gramlich-Bode
215 |

Es lebe der Negerkönig und der Schrecken der Meere!

Halten wir unsere Kinder fĂŒr dumm oder wo liegt Taka-Tuka-Land?

Neger- oder SĂŒdseekönig?

In die Diskussion um die sprachliche Bereinigung von KinderbĂŒchern möchten wir uns mit einem kleinen Beitrag einmischen und einbringen.

Wir haben bei einigen „unserer“ Autoren und bei einigen Lesern unserer Internetseite nachgefragt, was von den Änderungen in KinderbĂŒchern zu halten ist. In diesem Beitrag bringen wir die ersten bei uns eingetroffenen Stimmen von: Ulrike Rainer (Professorin fĂŒr Germanistik u. Vergleichende Literaturwissenschaft am Dartmouth College), Jan Dimmers (Lehrer, Amsterdam), Jule Gramlich (BuchhĂ€ndlerin, Dossenheim) und JĂŒrgen Bode (Ethnologe und Lehrer, Heidelberg)

Wir freuen uns natĂŒrlich ĂŒber weitere Meinungen und Stellungnahmen zum Thema und zur Diskussion, die wir an dieser Stelle...

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Dörwald, Uwe
214 |

Von der Kolonie zu WWW.COM

KONGO – Mehr als ein journalistischer Blick auf ein faszinierendes Land

Ich bin weder Afrika- noch Kongo-Experte. Dennoch kann ich das umfangreiche Buch „KONGO – Eine Geschichte“ des in BrĂŒgge geborenen Journalisten David Van Reybrouck nur empfehlen.

Warum? Nun, man lernt viel ĂŒber schlechte Politik, Nepotismus und Korruption. Man bekommt ein GespĂŒr dafĂŒr, was es bedeutet in einer korrupten Gesellschaft leben zu mĂŒssen. Man lernt ebensoviel ĂŒber gut recherchierten Journalismus und auf harte Fakten gestĂŒtzte Geschichtsschreibung. Schon diese Punkte sollten uns auf die LektĂŒre neugierig machen.

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Status: Soziophobikerin

- Glosse -

Mit einer Diagnose lebt es sich doch gleich viel angenehmer, denn das etwas mit mir nicht so richtig stimmen kann, den Verdacht hege ich schon eine ganze Weile.

Dass ich mich unter den Soziophobikern wieder finden wĂŒrde, hĂ€tte ich allerdings nicht vermutet, zumal ich mich beruflich lange mit Angststörungen befasst habe und schon dort auf die Soziophobie gestoßen bin und nie auf die Idee gekommen wĂ€re, dass ich selbst mit dieser Angststörung zu tun haben wĂŒrde.

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Jahn, Dirk
210 |

Augenöffner "Film"

Das unterschÀtzte Medium und seine didaktischen Möglichkeiten

Filme ermöglichen Ă€sthetische Erfahrungen. Sie regen auf geradezu unerhört emotionale Weise zur Reflexion an. Darin liegt ihr didaktisches Potential: Augenöffner Film. Leider fristet der Filmeinsatz an Schulen eher ein Schattendasein. Gerade jedoch im Wirtschaftsbereich gibt es aber eine Vielzahl an Spielfilmen, die sich hervorragend fĂŒr die Förderung verschiedener Kompetenzen eignen. Themen wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Unfairer Handel, Globalisierung oder Schattenseiten des Wettbewerbs werden im Film auf eindringliche Weise verarbeitet und vielschichtig aufbereitet.

In diesem Aufsatz wird deshalb der Versuch unternommen, die didaktischen Potentiale des Spielfilms fĂŒr die Lehre herauszuschĂ€len und praktische Empfehlungen fĂŒr den...

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PrÀtz, Kathrin
208 |

Schnelle Medizinische Hilfe

- das einheitliche System der mobilen medizinischen Soforthilfe in der ehemaligen DDR und die Umstrukturierung des Rettungsdienst der neuen BundeslÀnder

 

Mit der Facharbeit "Schnelle Medizinische Hilfe" eröffnen wir unsere neue Rubrik E-Books. Bei der vorliegenden Arbeit von Kathrin PrĂ€tz handelt es sich um eine RaritĂ€t, die wir exklusiv auf schwarz-auf-weiss publizieren. Wir wollen die Arbeit aber nicht nur einer am Thema interessierten (Fach)-Leserschaft zu einem fairen Preis zur VerfĂŒgung stellen.

Die Arbeit ĂŒber "Schnelle Medizinische Hilfe" soll einen Überblick ĂŒber die Herausbildung und Entwicklung der Notfallmedizin in ihren engen Wechselbeziehungen zu den jeweiligen gesellschaftlichen Strukturen schaffen. Im Mittelpunkt der Darstellungen steht die Entwicklung der Notfallmedizin in der damaligen DDR und, nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten, in den neuen BundeslĂ€ndern....

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Kelly, Steven
207 |

Der Kaiserstuhl - auf Vulkan gebaut

Baden mit Schutzschicht

Guter Wein und gutes Essen gehören zusammen!

Der bekannte Sommelier Steven W. Kelly hat ein paar gute Empfehlungen - gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten.

Viel Gestein, ein bisschen Löss und Lehm sowie reichlich Burgundersorten. Am Kaiserstuhl entstehen Weine mit außergewöhnlichem Charakter!

Dass der Kaiserstuhl etwas Besonderes ist, sieht man schon von Weitem. Das Bergmassiv erhebt sich aus der Badischen Flachheit. Wer sich mit der Entstehungsgeschichte und der Geographie auseinandersetzt ist vom Gebirgszug schon vor der Ankunft begeistert. Der Kaiserstuhl ist ein dem Erdzeitalter des TertiÀrs entsprungener, erloschener Vulkan. Die Jahresdurchschnittstemperaturen sind hoch. Und die hohe Vielfalt an Orchideen ist mit mehr als 30 Arten...

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Hoppe, Felicitas
205 |

BÜCHNER-PREIS-REDE 2012

Ende Oktober 2012 wurde der Schriftstellerin Felicitas Hoppe in Darmstadt von der Deutschen Akademie fĂŒr Sprache und Dichtung im Rahmen eines Festaktes der Georg-BĂŒchner-Preis2012 verliehen.

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin bringen wir die Dankrede von Felicitas Hoppe.

Gleichzeitig möchten wir es nicht versĂ€umen darauf hinzuweisen, dass der Fischer-Verlag anlĂ€ĂŸlich der Preisverleihung einen Band herausgebracht hat, der neben der Preisrede auch die wunderbare Laudatio von Hubert Spiegel (FAZ) enthĂ€lt.

Die Redaktion von schwarz-auf-weiss gratuliert der PreistrÀgerin herzlich.

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Wolf, Hubertus
204 |

Neue Ökonomie: Ökonologisch

Die Geschichte von der tieferen Natur des Homo oeconomicus und schneller VerÀnderung

Nachhaltigkeit ist die Herausforderung, die Problemseiten der Ökonomisierung durch eine neue Wirtschaftsweise zu ĂŒberwinden, ohne dabei unter Zwang (stĂ€ndig neue Krisen und Überraschungen, Wettbewerb, Gesetze und Auflagen usf.) zu geraten. Sie kann dringlicher kaum sein.

Studien aus den unterschiedlichsten Forschungsbereichen belegen, dass Nicht-Nachhaltigkeit stetig wĂ€chst (u.a. Studien des Max-Plank-Institut, PIK Potsdam, Wuppertal Institut, zu jĂŒngsten Wetterextremen, zu sozialen Dysbalancen, zum Artensterben u.v.m.). Erst kĂŒrzlich erreichte allein der CO2-Ausstoß weltweit neue HöchststĂ€nde. Das Besondere und Dramatische ist, dass alle diese Entwicklungen gleichzeitig stattfinden und sich in ihren Folgen potenzieren.

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GĂ€bler, Bernd
202 |

Hohle Idole

Was Bohlen, Klum und Katzenberger so erfolgreich macht

Manchmal gibt es Sternstunden und man findet im Internet Studien, die einem aus der Seele sprechen. "Hohle Idole" ist eine solche Studie.

Bernd GĂ€bler hat es - unterstĂŒtzt von der Otto-Brenner-Stiftung - in "Hohle Idole" geschafft, das Niveau zu analysieren, auf dem sich die medialen "Marken" bzw. "Labels" Bohlen, Klum und Katzenberger bewegen. Er zeigt, wie in diesen Sendungen Werte wie Egoismus und ĂŒberwunden geglaubter Sexismus propagiert werden und macht deutlich, dass die genannten Show-Master einem ausgeprĂ€gten Narzissmus frönen. Dies wird deutlich an der Art und Weise, wie, auf welchem (auch verletzendem) Niveau, in diesen Sendungen miteinander umgegangen und kommuniziert wird. Der Stil der Sendungen scheint es zu sein, keinen...

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Max-Neef, Manfred
200 |

From Knowledge To Understanding: Navigations And Returns.

- Essay -

Heute veröffentlichen wir den Essay "From Knowledge To Understanding" des deutschstĂ€mmigen chilenischen Ökonomen Manfred Max-Neef. 1983 erhielt der Autor, der bis 2003 aktives Mitglied im Clube of Rome war, den Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis).

Um grenzenloses Wachstum in die Richtung einer nachhaltigen Ökonomie zu lenken, ist neben einem anderen Umgang mit uns und der Welt auch eine andere Sprache nötig "A new language that opens the door of understanding; that is, not a language of power and domination ..."

Max-Neef ist kein realitĂ€tsferner TrĂ€umer, sondern ein Pragmatiker und er "will im Chor der Alternativen eine Stimme sein. Er ist eine störrische und stark tönende." Eine Stimme, die Bedeutung hat.

 

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Kiss, Endre
180 |

Traktat ĂŒber die Sozialphilosophie des postsozialistischen Systemwechsels

Ein Weg zum Nachdenken

Der vorliegende Text des ungarischen Philosophen Endre Kiss ist zwar etwas Àlter, aber keineswegs veraltet!

Der Text macht auch heute noch deutlich, dass "eine Demokratie gegenĂŒber dem realen Sozialismus ein welthistorischer Sieg ist, eine am Mangel am Konsensus in die Krise geratende Demokratie im postsozialistischen Raum ist aber eine welthistorische Niederlage."

 

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Kelly, Steven
179 |

Geheimnisse und Alltag eines Sommeliers

Eine EinfĂŒhrung

Degustation ist ein Komplex mehrerer Phasen. Die SinneseindrĂŒcke werden zeitlich gestaffelt.

Und: Die unverrĂŒckbare Grundreihenfolge ist: AUGE - NASE – GAUMEN!

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Dörwald, Uwe
177 |

Einbaum und Schreibtisch

KulturĂŒberschreitende Philosophie als Spiegel und Erkenntnis von Gesellschaften und Kulturen

Es gibt Autoren deren BĂŒcher einen Leser ein Leben lang begleiten. Zu diesen Autoren gehört fĂŒr mich die Philosophin Karen Gloy. Ihr neues Buch „KulturĂŒberschreitende Philosophie“, wie auch die Forschungsreisen, die zum Buch gefĂŒhrt haben, ist geprĂ€gt durch die wissenschaftlichen Tugenden Neugierde und Forschergeist und wird ergĂ€nzt durch eine gute Portion Abenteuerlust, wie die Autorin selber in einem der Filme sagt, die dem Buch als DVD beigelegt sind.

Karen Gloy richtet ihren nach Erkenntnis suchenden und forschenden Blick auf weitgehend unbekannte Kulturen, indigene Völker und Ethnien und öffnet damit gleichzeitig unseren Blick auf die Welt und damit quasi nebenbei und als RĂŒckkopplung den Blick auf unsere eigene Kultur, Zivilisation...

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Rainer, Ulrike
176 |

Wahlkampf und Alltag in den USA

Zwischen den Nominierungskonventen und der PrÀsidentschaftswahl in den USA

Was machen die BĂŒrger nach dem Kaspertheater der offiziellen Nominierungen und vor der endgĂŒltigen Entscheidung? Sie gehen ihre gewohnten Wege, denn all das Drumherum bedeutet letzten Endes wenig.

Die Delegierten verleihen der Veranstaltung den Schein und LĂ€rm, als ob etwas Wichtiges im Gange wĂ€re, aber der Einfluß auf die Wahl ist gleich Null.

Seit bekannt ist, daß die Politiker in Washington 27% ihrer Zeit damit verbringen einander zu beschimpfen, wundert es wenig, dass die WĂ€hler nicht immer begeistert zur Urne stĂŒrmen. Die Beteiligung derer, die eine Stimme abgeben können, ist fĂŒr eine Demokratie nicht optimal.

 

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Egert, Andreas
175 |

Schopenhauer: Aphoristiker oder Moralist?

Philosophieren wider den Mainstream

Schopenhauer, der sich selbst einmal als "Kaspar Hauser" der Philosophie charakterisierte und der zuweilen den Teufel an der Wand sehr schwarz malte, wo es ein gutes Grau auch getan hĂ€tte, setzt auch heute noch philosophische MaßstĂ€be.

Schopenhauer ist, - fast ist man geneigt zu sagen: wie alle guten Philosophen -, ein unbequemer Querdenker, der sich mutig der herrschenden Meinung, dem "Mainstream" widersetzt.

Seine Philosophie eignet sich bestens zu einer Grundschule des Denkens, wie unser Autor zeigt!

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Kiss, Endre
174 |

Über die Gegenwart der Globalisierung

Angst, Theorie der Demokratie und die Methodologie der Theoriebildung

Globalisierung und Neoliberalismus haben unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten nachhaltig verÀndert. Die Transformationen der Gesellschaft haben u.a. eine Abwertung des Politischen zur Folge, was gleichzeitig eine Abwertung des Sozialen bedeutet(e).

Auch das Denken (und Urteilen) hat sich strukturell geĂ€ndert. Ein Zeichen hierfĂŒr ist das Aufkommen des dezisiven und des reaktiven Denkens. Besonders das dezisive Denken und mit ihm auch das politische Handeln, das Entscheidungen auf verschiedenen Ebenen und in vielen FĂ€llen nicht mehr (nachvollziehbar) begrĂŒndet, sondern zunehmend einfach (und natĂŒrlich formal demokratisch legitimiert) setzt und mitteilt, scheint ein Symptom unserer Gegenwart zu sein.

Insofern ist es "nicht...

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Schulte, Christoph
173 |

Ungarns traurige Denker

Pessimismus ist allgegenwĂ€rtig. Über die ZusammenhĂ€nge zwischen kultureller und politischer Situation.

Seit OrbĂĄns Amtsantritt hat sich einiges im politischen GefĂŒge Ungarns geĂ€ndert. Dies zeigt sich insbesondere in dem restriktiven Mediengesetz, das Ende 2010 beschlossen wurde. Die staatliche Kontrolle von Presse, Fernsehen, Internet und Hörfunk ist an der Tagesordnung und die Grundprinzipien der Pressearbeit, etwa Redaktionsgeheimnis und Informantenschutz, wurden abgeschafft.

Wie die ungarischen Intellektuellen mit diesen Restriktionen umgehen, wie sie die nationale Politik OrbĂĄns reflektieren, zeigt der lesenswerte Beitrag "Ungarns traurige Denker" von Christoph Schulte.

Es tut einer Gesellschaft nicht gut, wenn Freiheitsrechte beschnitten werden und es ist mehr als bedenklich, wenn in "Ungarns neuem Grundgesetz ein bedeutender...

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Ein Schlag ins Wasser

Geschichte schreiben in London bei Olympia

Geschichte schreiben gehört sicherlich zu einer der wichtigsten SekundÀrdisziplinen der olympischen Spiele in London 2012.

Angefangen bei den immer aufwendigeren Eröffnungsfeiern, ĂŒber die Neubauten, die sich an den SportstĂ€tten finden lassen, auch wenn sie MĂ€ngel aufweisen, wie die große Schwimmhalle, in der sich die Besucher gegenseitig nicht sehen können. Warum machte einer der vielen Moderatoren daraus eine Bemerkung, schließlich will man ja die Sportler sehen, aber egal.

Geschichte schreiben ja auch gerade die deutschen (Becken-) Schwimmer einschließlich der Nachberichterstattung. Die erste große Kerndisziplin der Spiele ist jetzt endlich geschafft, vom kĂŒhlen Nass wird der Blick nun mehr auf die Leichtathleten gelenkt. Doch das...

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Was die Welt zusammenhÀlt

ist dieser Tage das Großereignis in London, genau, es sind die olympischen Spiele!

Und auch fĂŒr am Sport Uninteressierte, wie ich es bin, ist doch genug visueller Stoff dabei. So setze ich mich also hier und da dazu, wenn ein sportbegeisterter Mensch aufmerksam und gespannt der ununterbrochenen Dauerberichterstattung beiwohnt. Falls etwas verpasst wurde, ist ja auch alles im Netz nachlesbar und anschaubar. Gesegnet sei die 24/7 Berichterstattung!

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Rainer, Ulrike
170 |

Was ist los mit Arizona?

Die Heuchelei der Republikaner

Wie vorauszusehen war, hat Mitt Romney die republikanische Nomination gewonnen. Der bis ins LĂ€cherliche sich hinziehende Zirkus der “Vorwahlen” ist vorbei. Ein Zeichen, dass es so lange dauerte, bis sich der Gewinner herausstellte, ist, dass man mit diesem Kandidaten nicht so recht glĂŒcklich war. Ihm fehlt es an ausgeprĂ€gter Persönlichkeit, und zur Zeit hĂ€ngt er sein FĂ€hnchen nach dem ĂŒbelsten Wind:

“Es ist unmöglich, wenn ich es so sagen darf, den moralischen Schaden zu berechnen, den geistiges LĂŒgen in der Gesellschaft mit sich bringt. Wenn ein Mensch die Keuschheit seines Geistes so weit korrumpiert und prostituiert hat, daß er seinen bekundeten Glauben an Dinge unterzeichnet, an die er nicht glaubt, hat er sich darauf vorbereitet,...

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Dörwald, Uwe
169 |

Angst, LĂŒge und kommunikative Verzerrung

Mobbing hat strukturelle GrĂŒnde

Angst, LĂŒge und schlechtes Management, - auch neurotische, cholerische und psychopathische Chefs -, sind die Zutaten, die Mobbing in Unternehmen gedeihen lassen.

Die Grenze des Ertragbaren ist dabei eine höchst individuelle, etwas, was auf die betroffene Person verweist, die durch Mobbing gebrochen wird und allzu oft dauerhaft erkrankt. Meist fĂŒhlen sich die Betroffenen (mit)schuldig, wenn es zum Verlust des Arbeitsplatzes kommt.

Was aber weniger im Fokus der Diskussion ist, sind die strukturellen und die institutionellen Ursachen, die Mobbing begĂŒnstigen.

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Woynowski, Boris
166 |

Nachhaltigkeit und Suffizienz statt Wachstum um jeden Preis

QualitÀt statt QuantitÀt - Weniger kann Mehr sein

An dieser Stelle möchten wir das von Boris Woynowski u.a. herausgegebene Buch "Wirtschaft ohne Wachstum?! - Notwendigkeit einer Wachstumswende" empfehlen.

Es geht darauf ein, dass es neben dem Dreiklang Wirtschaft-Wachstum-Wohlstand noch einen anderen Dreiklang aus ökologischen, sozialen und ökonomischen Problemfeldern in unserer Gesellschaft gibt, nĂ€mlich den Dreiklang Klimawandel-Hartz IV-Finanzkrise. Das Buch versammelt namhafte und kompetente Wissenschaftler wie z.B. Nico Paech, Hans Christoph Binswanger oder Ernst Ulrich v. WeizsĂ€cker, die sich zu den Themen Ă€ußern und nach der Diagnose der gegenwĂ€rtigen Krise auch andere TherapieansĂ€tze als die gĂ€ngigen (an)bieten.

Wichtig an diesem Buch ist, dass Stimmen des Wandels und Change...

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KĂŒhn, Hagen
164 |

Auf dem Weg in die Postdemokratie

Der vorliegende Text - "Auf dem Weg in die Postdemokratie" - des Soziologen Hagen KĂŒhn, den wir mit freundlicher Genehmigung der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik und des Autors ĂŒbernehmen durften, zeigt auf gut recherchierte Weise, wohin sich unsere demokratische Gesellschaft in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten entwickelt hat und welcher Weg ihr - vermeintlich "alternativlos" - noch bevor steht. Elemente der Postdemokratie, also eine deutliche Tendenz zur Ent-Demokratisierung unserer Gesellschaft, werden deutlich.

Der Text stellt heraus, dass und wie Politik ihre Handlungshoheit an die Ökonomie verloren hat, und er beschreibt, wie es kommen konnte, dass der Gestaltungswille der Politik(er) gegenĂŒber der Wirtschaft und...

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UnmĂŒĂŸig, Barbara
162 |

Kritik der grĂŒnen Ökonomie

Impulse fĂŒr eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft

RIO+20 gerĂ€t fast schon wieder in Vergessenheit. Wirtschaftsthemen bestimmen wieder den politischen und medialen Alltag. Umso wichtiger ist es, an einen Satz von K. Polanyi zu erinnern: "Eine Gesellschaft hat eine Ökonomie, sie ist  jedoch keine Ökonomie." (S.42)

Dieser Satz erinnert auch daran, dass man nicht ĂŒber "gesellschaftlichen Wohlstand sprechen kann, wenn die Ungleichheit fortlaufend zunimmt und der Reichtum der Einen durch die Armut der Vielen erkauft wird." (S.43) Dies ist alles andere als nachhaltig. Wenn man Nachhaltigkeit will und wenn man Wohlstand in Vielfalt will, dann muss man nachdenken ĂŒber neue Gesellschaftsmodelle oder ĂŒber das, was eine (gerechte) Gesellschaft in Zukunft ausmachen soll. Ohne eine Diskussion des...

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Ein Spielball der Interessen

Der FĂŒrst von morgen oder Ein Leben zwischen herrschen und beherrscht werden

John Christopher legte bereits 1970 den ersten Teil seiner Trilogie „Der FĂŒrst von morgen“ vor. Die drei Teile mit den Titeln „Der FĂŒrst von morgen“, „Hinter dem brennenden Land“ und „Das Schwert der Geister“ passen gut in die Landschaft der Fantasy- oder Abenteuertrilogien, die in Deutschland um das Jahr 2000 mit der Verfilmung von Tolkiens „Herr der Ringe“ geradezu einen Boom erlebt hatten. Zu dieser Zeit feierte „Harry Potter“ seine Erfolge, ebenso wie Cornelia Funkes Tintenherztrilogie, „Eragon“ von Christopher Paolini oder „Der goldene Kompass“ von Philipp Pullman, um hier nur einige wenige Titel und Autoren der Fantasy-Ära zu erwĂ€hnen.

Diese Trilogien waren zu dieser Zeit bei Jugendlichen fast so etwas wie PflichtlektĂŒre. Die BĂŒcher...

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Rainer, Ulrike
158 |

Der Ruhm als Dichter bleibt

Sie schreibt und schreibt ...

Ich mag Verwandlungen. Sie bezeugen mir, dass nichts in Stein gemeißelt ist, und auch die ewige Wiederkehr sich nie im gleichen Kleid prĂ€sentiert. Seltsamerweise ist Virginia Woolfs ĂŒberaus witziger, humorvoller, ironischer Roman, den sie scherzhalber “Biografie” nannte, von all ihren Werken eine Art Stiefkind. Nicht, dass er keine kritische Beachtung gefunden hĂ€tte, aber kaum zu vergleichen mit den Arbeiten ĂŒber, z.B., Mrs. Dalloway oder To the Lighthouse. Teilweise liegt es daran, dass man den Text lange fĂŒr “zu leicht” befunden hatte, als ob der Scherz nicht durchaus tief ernst sein kann. Zum anderen stieß man sich an der Form des Werks, das sich jeder Genrezuschreibung verweigert.

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Egert, Andreas
155 |

Aphorismus und Pointe als Erkenntnisschöpfer

Im folgenden Vortrag geht es um zwei elitĂ€re und widerspenstige Geschwister im Geiste, den Aphorismus und die Pointe, und darum, wie die beiden Kulturtechniken als Gattung und als Stilfigur einen sich gegenseitig befruchtenden Pakt schließen. Ziel dieser kleinen Koalition: Irritieren, ErschĂŒttern, Korrigieren, Provozieren - Einspruch erheben gegen Denkfaulheiten, Vorurteile, Konventionen, Dogmen, DĂŒnkel, Phrasen, Schulweisheiten,vermeintliche Patentrezepte und andere ewige Gewissheiten...

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Hennig, Carsten
154 |

Stille und Freiheit

Wir befinden uns in Neuseeland, dem unscheinbaren Flecken am anderen Ende der Welt. Aotearoa ist der Name Neuseelands in der Sprache der Ureinwohner, der Maori und wird meistens mit „dem Land der langen weißen Wolke“ ĂŒbersetzt. Ich persönlich finde diese Übersetzung ziemlich treffend, denn Wolken haben schon des Öfteren eine besondere Rolle wĂ€hrend meines Aufenthaltes gespielt,...

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Das Psychogramm einer DoppelidentitÀt

Ein sprachgewaltiger Tabubruch

Der Abstand zur Geschichte und die Erkenntnisse der Psychologie, die uns menschliches Verhalten immer differenzierter zu erklĂ€ren versucht, macht "Der Nazi und der Friseur" von Edgar Hilsenrath zu einem Buch ĂŒber eine gelingende VerdrĂ€ngung und die LebenslĂŒge, die der Selbsterhaltung dient, um zu verhindern, dass man an sich selbst zerbricht.

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Moor, Imagination, MĂ€rchen und Aberglaube

Die Faszination am Gruseln bei gut erzĂ€hlten Geschichten – wer kennt sie nicht...

Schon der Untertitel von „Haus hinter Mitternacht“ verweist auf das Element des ErzĂ€hlens, welches hier eine besondere Rolle spielt. Ebenso ist die AtmosphĂ€re, in der erzĂ€hlt oder vorgelesen wird, fĂŒr packende Spuk- und Geistergeschichten von großer Bedeutung. Gruselgeschichten leben von ihrem ErzĂ€hler oder Vorleser und von der Fantasie des Zuhörers und eine ideale Fundgrube fĂŒr Gruselgeschichten ist dieses Buch allemal!

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Regnault, Kevin
148 |

Education is a Right

On Tuesday, May 22, approximately 350,000 protesters marched in MontrĂ©al, QuĂ©bec, in defiance of Bill 78, a new provincial law which renders such protests illegal.  Many called this the largest act of civil disobedience in Canada’s history. Four days later, the record was shattered when around 500,000 QuĂ©bĂ©cois from all walks of life took to the streets.  Students have been on strike since February 13, boycotting classes and participating in regular protests.

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Dörwald, Lukas
145 |

"Ich glaube an Gott und an die Orgel"

Die 7000 Pfeifen des Monsieur Grandmaison

Die Orgel und ich: Wir sind wie Batman und Robin.

Der berĂŒhmte Organist Pierre Grandmaison (MontrĂ©al) im GesprĂ€ch mit Lukas Dörwald. Das Interview wurde gefĂŒhrt im besten BĂŒro der Welt.

"Man muss immer ĂŒben und muss sehr diszipliniert sein. Es ist wie bei einem Athleten, wenn du nicht trainierst, kannst du auch an keinem Wettkampf teilnehmen."

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Dörwald, Uwe; Hoppe-Dörwald, Dorothea
144 |

Felicitas Hoppe erhĂ€lt Georg-BĂŒchner-Preis 2012

Wir, die Macher von schwarz-auf-weiss, gratulieren - Felicitas Hoppe - zum Georg-BĂŒchner-Preis 2012.

Wir freuen uns mit der Autorin ĂŒber diesen Preis, der unseres Erachtens eine Auszeichnung ihrer klaren Sprache und ihrer FĂ€higkeit, Geschichten zu erfinden und diese auch formal auf neue und mutige Weise zu erzĂ€hlen ("Hoppe"), ist.

"Hoppe Cuts to the Chase" titelten wir unsere Besprechung zu "Hoppe" - Mit diesem Preis haben "Fly" und Felicitas Hoppe gepunktet – mit Leuchtpuck und Sprache.

Wir sind stolz darauf, dass wir BeitrÀge von Felicitas Hoppe auf unserer Internetseite publizieren konnten.

Was fĂŒr Sportler die Hall of Fame - ist fĂŒr Schriftsteller der Georg-BĂŒchner-Preis.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH - und keep on writing!

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Thielemann, Ulrich
141 |

Der Wettbewerb und die "Effizienz".

Vom ethischen Scheitern des Neoliberalismus

Der Wettbewerb taugt nicht zum Prinzip der guten und gerechten Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Wirtschaftsethik, die sich ihrer eigenen praktisch-politischen Grenzen bewusst ist und sich folglich auf transzendentale Kritik (Aufzeigen der Verletzung des Moralprinzips) und Werterhellung (statt Wertentscheidung) beschrĂ€nkt, bringt daher die Option einer Begrenzung des Wettbewerbs ins Spiel. Die GrĂŒnde, diese Option praktisch-politisch nicht aus-, sondern einzuschließen, sind vielfĂ€ltig.

Im Zusammenhang mit diesem Beitrag empfehlen wir auch die DENKFABRIK FÜR WIRTSCHAFTSETHIK

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Dörwald, Uwe
139 |

Hoppe Cuts to the Chase

Felicitas Hoppe zieht uns in ein Abenteuer, das Hoppe heißt, vorgibt eine Biographie und ein Roman zu sein, und die Geschichte eines abenteuerlichen Leben ist. - Mit allen Risiken und Nebenwirkungen!

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Dörwald, Uwe
136 |

Ein Meister und seine Form - zu den Essays von Montaigne

Lesen ist (und bleibt) ein Fest des Intellekts

Mit seinem Hauptwerk, den Essais, die 1580 in zwei und 1588 in drei BĂŒchern erschienen, wurde Montaigne zum BegrĂŒnder des Essays als Form. Er behandelt in seinen Essays sehr frei und unter Verwendung der antiken Überlieferung moral- und lebensphilosophische Themen. Sein Hauptthema ist der Mensch und die Frage nach dem richtigen Leben.

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Vorausschauende TrÀume

zu "Emma James und die Zukunft der Schmetterlinge"

Wenn man als MĂ€dchen Emma James heißt, dann muss man schon recht selbstbewusst sein, um bei diesem Doppelnamen gelassen zu bleiben. Aber Emma James bekommt das sehr gut hin, denn schließlich gilt es, in ihrem Leben ganz andere Dinge zu meistern. Beispielsweise das Leben mit einem schwerkranken kleinen Bruder, mit dem sie nie wirklich spielen kann, ...

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Rainer, Ulrike
130 |

Steile Karriere!

Jim Yong Kim, der PrÀsident des renommierten Dartmouth College, wechselt höchstwahrscheinlich zur Weltbank.

Inzwischen weiß es ein Großteil der Welt: der (noch) Dartmouth PrĂ€sident Jim Yong Kim wird höchstwahrscheinlich der nĂ€chste PrĂ€sident der World Bank. Ich, die ich mich eher dem wunderbaren Kinderbuchautor Dr. Seuss,  einem ehemaligen Studenten dieses Colleges nahe fĂŒhle, freue mich, vor allem natĂŒrlich fĂŒr den Mediziner Dr. Kim, aber noch mehr, dass er nun nicht mehr “unser” PrĂ€sident ist. Das hat nichts mit den objektiv gesehen beachtlichen FĂ€higkeiten und Leistungen des Manns zu tun, sondern mit der Tatsache, dass er einen Typus reprĂ€sentiert, der mit humanistischen und kĂŒnstlerischen Anliegen wenig bis nichts am Hut hat, obwohl der Sinn eines Liberal Arts Colleges gerade, auch historisch gesehen, darin besteht, junge Menschen zu...

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Gloy, Karen
128 |

Das VerhÀltnis zwischen Wirtschaftssystem und Lebenswelt

"Meine Aufgabe als Philosophin, als Vor- und Querdenkerin, als jemand, der einen Schritt zurĂŒcktritt und eine Sache als Ganzes zu ĂŒberblicken sucht, ist es, Strukturen freizulegen und ihre Tendenzen aufzuzeigen, zu fragen, woher wir kommen und wohin wir gehen." (Karen Gloy)

Wirtschaft geht uns alle an, weil sie Teil unserer Lebenswelt ist. Wer noch bis vor kurzem glaubte, sich ruhig in seinem Lehnstuhl zurĂŒcklehnen zu können, weil er seinen Arbeitsplatz fĂŒr sicher hielt, weil er seine Rente fĂŒr gesichert wĂ€hnte, weil er vorsorglich  - wie die meisten Deutschen  – ein Sparbuch als RĂŒcklage und Notgroschen angelegt oder in Fonds und Aktien investiert hatte, der sah sich plötzlich durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise  eines...

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Dörwald, Uwe
168 |

Die KomplexitÀt der Wahrnehmung

Über die KomplexitĂ€t der Wahrnehmung und der Welt

Wir nehmen die Welt wahr mit allen unseren Sinnen. Meinen wir. So wie wir unsere Umwelt und Mitwelt wahrnehmen, ist es die richtige und die passende Art und Weise. Meinen wir. Wie eingeschrĂ€nkt und andere WahrnehmungsrealitĂ€ten ausschließend unser (westlicher) Blick auf die Welt ist, wie „die TotalitĂ€t möglicher ĂŒbereinandergeschichteter Wahrnehmungswelten“ aussieht, „statt reduktionistisch allein auf die SachqualitĂ€ten (der Dinge, U.D.) abzuheben“, zeigt Karen Gloy in ihrem Buch >>Wahrnehmungswelten<<. Die inzwischen emeritierte Professorin fĂŒr Philosophie und Geistesgeschichte zeigt damit auch „die Defizite fest eingeschliffener, traditioneller Vorstellungsgewohnheiten“.

Wie alle BĂŒcher von Karen Gloy, - die Philosophie, Germanistik,...

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Rainer, Ulrike
167 |

Happy Birthday, Dr. Seuss

Am 2. MĂ€rz feiert man in den USA den Geburtstag des berĂŒhmten Kinderbuchautors Ted Geisels (1904-1991), alias Dr. SEUSS, auf ganz besondere Weise. Es gibt landesweit Read-Across-America Events. Das bedeutet, dass in Schulen, Bibliotheken und im Fernsehen Kinder und Erwachsene sich dem Lesen widmen.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
163 |

Von einem Luftkutscher, der keine Luftnummer ist

"Wie die Wörter tanzen lernten" ist auch ein ideales Nachschlagewerk

Leicht und nicht als Lehrbuch, sondern verspielt und beglĂŒckt, lĂ€sst uns Harig an seinem Leben mit der Poetik teilhaben. Sprachlich kommt ihm immer wieder ein verschmitztes LĂ€cheln ĂŒber die Lippen. Hier schreibt ein Mann, dessen Handwerk mit Feder und Tinte, mit Bleistift und Leim ausgefĂŒhrt wird. Und mit viel Lesen! FĂŒr Poetikkenner ist dieses Buch sicherlich ein literarischer Leckerbissen. FĂŒr Poetikeinsteiger vielleicht ein Buch, das Lust auf vertiefende LektĂŒre macht. Und fĂŒr SchĂŒler - Dank des hervorragenden Glossars, welches alle Begrifflichkeiten der Poetiklehre erklĂ€rt, vom Alexandriner bis hin zum Vers - ein ideales Nachschlagwerk.

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Dörwald, Uwe
161 |

Hubertus Wolf im Interview

Über die Notwendigkeit von Nachhaltigkeit, Strategie und gute UnternehmensfĂŒhrung

In der Tat, der Begriff Nachhaltigkeit ist ein sehr problembehafteter Begriff, ich möchte sagen sehr fiktiv, sehr widersprĂŒchlich, vielfach missbrĂ€uchlich, verlogen und anderes. Die FAZ sprach mal in einem Kommentar zur gescheiterten Klimakonferenz von Kopenhagen von einem „bĂŒrokratischen Wieselwort“. Es ranken sich um diesen vermeintlichen Begriff des Guten und Besseren fĂŒr die Welt („Welt in Balance“) endlose, teils versponnene und idealistische Initiativen. Das ist alles kaum mehr ĂŒberschaubar und eher verwirrend als wegweisend. Und entscheidend: Vom Reden und Appellieren, von immer neuen Kodizes und Ethik-Formeln wird nichts besser. Aber alles das eignet sich enorm gut fĂŒr Augenwischerei.

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Kiss, Endre
159 |

Die Normlosigkeit ist die Norm

Der TOTO-Skandal im Medium von Soziologie und Geschichte.

Das Beispiel einer Korruption vor dem Einbruch der Globalisierung

Auch wenn der hier beschriebene TOTO-Skandal schon einige Zeit zurĂŒckliegt, so zeigt er, wie sich Korruption in einer geschichtlichen Perspektive gewandelt hat.

Dieser Skandal erfolgte in den 1980er Jahren, im historischen Augenblick vor dem Einbruch der Globalisierung. Gerade deshalb zeigen sich auch markante Unterschiede zu den Arten der Sportskandale unserer Tage.

Die heutigen Skandale generieren sich nicht aus dem (negativen) Mangel im alten Sinne, sondern aus dem (positiven) Hunger nach dem großen Geld. Sie sind nicht eingeschĂŒchtert von der Allmacht eines Establishments, sondern sind von dem in ihrer NĂ€he zirkulierenden cash flow fasziniert. Sie wollen nicht eine Stagnation beleben, sondern nehmen auch die Zerstörung von...

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Dörwald, Uwe
157 |

Die Vermessung der fiktiven Welt

Ein ATLAS besser als jedes GPS

Mercator, dessen 500.ten Geburtstag wir in diesem Jahr Anfang MÀrz begehen (können) und dessen Karten und Globen die Welt erschlossen und den Menschen Orientierung gaben, hÀtte an diesem Buch wahrscheinlich seine Freude gehabt.

Im >>Atlas der fiktiven Orte<< begeben sich Werner Nell (Texte) und Steffen Hendel (Illustrationen) auf „eine Entdeckungsreise zu erfundenen SchauplĂ€tzen“ der Weltliteratur. Es sind Orte der Phantasie, die bereist, beschrieben und kartografiert werden. Insgesamt 30 Orte liegen auf der ausgedehnten Reise- und Abenteuerroute der Autoren. Es geht von Atlantis und dem Auenland ĂŒber Entenhausen und Lilliput nach Lummerland, Schilda, ins Schlaraffenland und am Ende, unter dem Buchstaben Z, bis hoch hinauf in die dĂŒnne...

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Dimmers, Jan
156 |

Die Autonomie des Schönheitsempfindens

Über Snobismus und Kitsch

Der Snob hÀlt den Schein aufrecht. Er will der die Hochkultur oder eine Hochkultur vertretenden Gruppe angehören. Er stattet sich deswegen mental aus mit der Statussymbolik dieser Gruppe. Demzufolge imitiert er, bis in alle Einzelheiten, diese Gruppe in ihrem Aufwand des guten Geschmacks: die SchÀtzung der Kunst und den dazu gehörenden Lebensstil. Damit ist eine in sich verflochtene, verwickelte, aber auch sich trotzdem locker und lustig prÀsentierende Dramaturgie der verbalen und nicht verbalen Anstrengung, Aufbietung und Darstellung gemeint. Sie ist die Expression einer imitierten AuthentizitÀt, in der man sich die Kultur des Kunstgenusses in ihrem innersten Zusammenhang zu eigen gemacht hat. Der Snob verbringt damit eine glÀnzende, aber...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
153 |

That’s definitly not Russia

"Das eingeschossige Amerika"

Ich war noch nie in Amerika und bin mit meinen Vorstellungen ĂŒber diesen Kontinent vielleicht auch genau auf dem Stand wie es 1935 Ilf und Petrow waren, als sie gemeinsam Amerika bereisten. Die zwei berĂŒhmten russischen Autoren, die ihren Durchbruch mit dem Doppelroman „Zwölf StĂŒhle/Das goldene Kalb“ hatten, unternahmen die Reise als Korrespondenten der Zeitung Prawda. Noch nie habe ich einen so fantastischen Reisebericht gelesen, der mit viel Humor und Zugewandtheit Amerika beschreibt.

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Rainer, Ulrike
151 |

KandidatenkĂŒr der Republikaner in den USA

Obama's Gegner bringen sich in Stellung. Ihr einziger Programmpunkt heißt: Weg mit Obama!

In einem Jahr wissen wir, ob wir hier die HĂ€nde vor Verzweiflung ringen oder erleichtert aufseufzen. Das kann vorlĂ€ufig niemand vorhersehen. Noch ist alles offen. Da die Republikaner das schamlos prahlerisch zugegebene einzige Programm vertreten, Obama aus dem Amt zu jagen, komme was wolle und egal, was es im Land dringend an echten, ernsten  Problemen zu lösen gĂ€be, verkommt der sogenannte Wahlkampf seit mindestens letztem FrĂŒhjahr zum Komödiantenstadel. Die Comic Zeichner haben Hochkonjunktur. [...] Es gibt zudem ein trauriges PhĂ€nomen, dass die Armseligkeit der Presse in immer grelleres Licht rĂŒckt. TĂ€glich erscheinen Kandidaten, egal welchen Unsinn sie verzapfen, im Fernsehen und werden von der eitlen Wichtigtuerei der Interviewer...

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149 |

Mathew D. Rose im Interview

Über Korruption, Sponsoring und Finanzierung von Parteien

In Beitrag 107 >>Die Macht des Lobbyismus<<  hat schwarz-auf-weiss  das Buch von Mathew D. Rose besprochen und vorgestellt.

Unser Fazit war: Kaufen und Lesen! Denn: "Korrupt liest sich wie ein Polit-Krimi, nur ist das Thema von Mathew D. Rose nicht die Fiktion, sondern die RealitÀt und die Gegenwart." - Der in Berlin lebende Journalist Mathew D. Rose wurde 1954 in New York geboren, ist Historiker und arbeitet seit Jahren in Deutschland.

schwarz-auf-weiss hatte Gelegenheit, ein ausfĂŒhrliches Interview mit dem Autor zu fĂŒhren.

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Hoppe, Felicitas
147 |

Lösung: Liebe

Heinrich von Kleist zum 200sten Todestag

Heute vor 200 Jahren nahm sich der Schriftsteller Heinrich von Kleist zusammen mit Henriette Vogel am Kleinen Wannsee zwischen Berlin und Potsdam das Leben.

Das wird offenbar und exzessiv zum Anlaß genommen, zahlreiche Gedenkveranstaltungen und Lesungen zu zelebrieren, wie man einer Pressemeldung des internationales literaturfestival berlin entnehmen kann. Dort heißt es: "am 21. November 2011 liegt die Selbsttötung von Heinrich von Kleist 200 Jahre zurĂŒck. An diesem Tag wird Heinrich von Kleist mit einer weltweiten Lesung geehrt. Zu der außerordentlichen Initiative des worldwide readings, zu der die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft in Kooperation mit dem internationalen literaturfestival berlin aufgerufen haben, sind bereits mehr als 130...

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Rainer, Ulrike
146 |

Lachen garantiert

Besprechung zu GRÜNES EI MIT SPECK

Wenn ich frage, ”und wer kennt Dr. Seuss”, schießen sofort alle HĂ€nde in die Höhe, denn den kennt fast jedes amerikanische Kind. Immerhin haben sich ĂŒber 222 Millionen seiner BĂŒcher verkauft. Kein Wunder, denn die Texte, Verse und dazugehörigen farbprĂ€chtigen Illustrationen dieses begnadeten KĂŒnstlers sind sowohl fĂŒr Kinder als auch Erwachsene unwiderstehlich.

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Dörwald, Uwe
143 |

Die Macht des Lobbyismus

Vom Ausverkauf demokratischer Werte

Korrupt liest sich wie ein Polit-Krimi, nur ist das Thema von Mathew D. Rose nicht die Fiktion, sondern die RealitÀt und die Gegenwart.

Die MissstĂ€nde und die fĂŒr eine demokratisch organisierte Gesellschaft zersetzenden Strukturen mit klaren Worten und guten Belegen zu beschreiben, ist ein klares Verdienst des vorliegenden Buches. Es geht um ein effektives "Netzwerk von Kreuzbeteiligungen und Verflechtungen"; gemeinhin heißt dies Filz.

Es geht um den >>prize of souls<<... thou art virtue, fame, honour, and all things else...und um die Frage, inwieweit wir unser Handeln contrecoeure ausrichten können. Denn: Mit Gold kann man die Seele kaufen, [...], also nicht nur die Menschen zwingen, etwas gegen ihren innersten sittlichen Antrieb zu tun,...

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van Berkel, Jan
142 |

X-Terra WM 2011: Ist das ein echter Sieger?

AbwÀgungen zwischen juristischen und sportlich-gesellschaftlichen Wertvorstellungen.

Nach dem Sieg von Michael Weiss (AUT) bei der X-Terra WM in Maui (Hawaii) mehren sich die emotionalen Kommentare. Eine Statusaufnahme der sportlich-gesellschaftlichen sowie juristischen Elemente. 

Juristische WĂŒrdigung des Falles - Michael Weiss hat die Ziellinie in Maui als erster regelkonform ĂŒberquert. Es liegen momentan keine, weder im Vorfeld noch im Zielbereich durchgefĂŒhrte, positive Dopingbefunde vor. Er gilt somit, vorbehaltlich der Resultate der Dopingtests im Ziel, als offizieller Sieger des Rennens. Michael Weiss ist X-Terra Weltmeister.

Ist doch alles eine klare Sache, oder? Warum dann die Aufregung?

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
140 |

Von Menschen und NotizbĂŒchern

HARRIET - Spionage aller Art

Harriet wĂ€chst wohl behĂŒtet auf. Sie ist Einzelkind und lebt mit ihren Eltern, ihrem KindermĂ€dchen Ol' Golly und der immer etwas mĂŒrrischen Köchin in einem großen Haus in New York. Harriet ist elf Jahre alt und hat sehr genaue Vorstellungen von ihrer Zukunft. Sie will Schriftstellerin oder Spionin werden. Spionage betreibt sie bereits jetzt grĂŒndlich und ausdauernd, ein stĂ€ndiger Begleiter ist hierbei ihr kleines Notizbuch, welches sie immer bei sich fĂŒhrt und in das sie alles aufschreibt, was ihr auffĂ€llt und was ihr wichtig erscheint.

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Dörwald, Uwe
138 |

"Unternehmen Wahnsinn"

Blinder Aktionismus und leere Worte

Aktionismus und hohle Worte scheinen heute und in vielen Unternehmen zum Standardrepertoire zu gehören. Zeit zum (Nach- und Durch-) Denken gibt es immer weniger, obwohl „der mĂŒndige BĂŒrger die Sehnsucht nach FĂŒhrung eigentlich begrenzen“ sollte. Die Management- und Organisationsberaterin Theresia Volk, die eine geisteswissenschaftliche Ausbildung hat, was sich wohltuend bemerkbar macht, beschreibt in ihrem Buch, das intelligent, klug und nicht nur lesenswert, sondern auch lesbar geschrieben ist, die Differenz, die vielfach zwischen Wunsch und Wirklichkeit in der Welt der Unternehmen besteht.

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Dimmers, Jan
137 |

Über "Atemschaukel" von Hertha MĂŒller

Hermeneutik in einer hermetischen Welt

In diesem Essay bin ich nicht dabei, eine Kritik der Atemschaukel zu schreiben. Ich schreibe nicht, um fĂŒr mich selbst und anderen klar zu machen, wie gut oder schlecht ich das gelesene Buch finde. Hier wird mehr der Akt des Lesens als Lesestrategie und Leseabenteuer hervorgehoben. Ich wandere nur durch eine textuelle Landschaft hindurch, wo ich Angst und Einsamkeit kennenlerne.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
135 |

EinfĂ€ltige Vielfalt – vielfĂ€ltige Einfalt

Die Bachelorisierung des Studienangebots

Teildisziplinen werden zu eigenstÀndigen FÀchern, somit kann man endlich orientiert an den eigenen Neigungen studieren, ohne sich mit den anderen Àrgerlichen Pflichtauflagen herum zu quÀlen. Bald wird es sicherlich möglich sein, Informatik gÀnzlich ohne Mathematik zu studieren, vielleicht auch Deutsch ohne Grammatik. Auch PÀdagogik wird es irgendwie ohne Didaktik geben, denn sonst könnte man ja auch gleich Didaktik studieren. Viel besser sind aber die noch konkreteren und anregenden StudiengÀnge wie beispielsweise 'Abenteuer- und ErlebnispÀdagogik', 'Alternde Gesellschaften', 77 betriebswirtschaftliche Bindestrich-Varianten, Caritaswissenschaft, E-Learning und Medienbildung.

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Bauer, Joachim
134 |

AggressivitÀt und Gewalt in der Schule

Was kann man tun?

Der „zuverlĂ€ssigste“ Auslöser von Aggression ist die ZufĂŒgung von Schmerzen. Wer die Schmerzgrenze tangiert, wird Aggression ernten. Ein entscheidender Durchbruch zum VerstĂ€ndnis der menschlichen Aggression war die erst vor wenigen Jahren gemachte Entdeckung, dass die Schmerzzentren des menschlichen Gehirns nicht nur auf körperliche Schmerzen, sondern auch auf soziale Ausgrenzung und DemĂŒtigung reagieren. Dies erklĂ€rt, warum nicht nur körperliche Schmerzen Aggression auslösen, sondern auch Ausgrenzung und DemĂŒtigungen.

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Dimmers, Jan
132 |

Doppelspionage

Summa Theologiae der Doppelspionage

Die olympischen Götter haben, in der Langeweile ihrer Unsterblichkeit, unbĂ€ndig gelacht. Ein seriöses GesprĂ€ch im Himmel, wie zum Beispiel ĂŒber Hiob, Odysseus und Faust, hat es ĂŒber mich aber nicht gegeben. Der letzte Veranstalter so eines GesprĂ€ches, der entschlafene Harry Mulisch, konnte auch nach seiner Entdeckung des Himmels nichts fĂŒr mich tun.

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Dörwald, Uwe
131 |

Vom lebendigen Geist zum gebrochenen Herz

Aus Anlass von Richard MĂŒnchs Studie "Akademischer Kapitalismus"

Vom lebendigen Geist zum gebrochenen Herz - so könnte man - augenzwinkernd und leicht pathetisch - sowie kurz und bĂŒndig die Entwicklung der UniversitĂ€t seit dem Start der Bologna-Reform beschreiben, wenn die Lage nicht ernst und ein Verlust zu beklagen wĂ€re.

Ohne Not, wie viele und insbesondere Geisteswissenschaftler bemerken, entwickelt sich die UniversitÀt weg von einer Institution, in der die Freiheit der Forschung als eigenstÀndiger Wert hoch gehalten wurde, hin zu einem Unternehmen, das Bildung und Bildungszertifikate verkauft.

Bedenkenswert ist diese Reform deshalb, weil es "keinen >>wissenschaftlichen<< Beweis dafĂŒr gibt, dass bei der EinfĂŒhrung ökonomischer Steuerungsmodelle in nichtökonomische Felder tatsĂ€chlich offene MĂ€rkte...

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Kiss, Endre
129 |

Die mögliche Geschichte der Globalisierung

Die mögliche Geschichte der Globalisation in den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Es versteht sich von selbst, dass die partikulĂ€ren Interessen von China unter keinen UmstĂ€nden universal genannt werden dĂŒrfen. Es fĂ€llt aber auf, dass diejenige Formulierungen, die in der Literatur in Verbindung mit Chinas internationalen Schritten auftauchen, auf das „gegenseitige Vertrauen”, auf die „Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten” von anderen, sowie auf die Realisierung von „gegenseitigen Vorteilen” begrĂŒndet sind. In die entsprechenden ZusammenhĂ€nge gestellt, weisen diese an sich partikulĂ€ren Zielsetzungen bereits auch universale Elemente auf, da sie die Momente des offen Ideologischen, der Neudefinition der Begrifflichkeit der internationalen Politik, des IdentitĂ€tstranfers, der Missionierung bewusst nicht enthalten,...

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MĂŒnch, Richard
127 |

Sieger und Besiegte

Wie der ökonomische Wettbewerb um Geld und Prestige zunehmend den wissenschaftlichen Wettbewerb um Erkenntnisfortschritt kolonisiert

|RICHARD MÜNCH| KernstĂŒck der Reformen in der Gegenwart ist die Umgestaltung von Hochschulen in Unternehmen, die untereinander um Geld und Prestige konkurrieren. Dabei wird systematisch ĂŒbersehen, dass der verschĂ€rfte Wettbewerb um Ressourcen die Funktionsbedingungen des genuin wissenschaftlichen Wettbewerbs um Erkenntnisfortschritt außer Kraft setzt. 

schwarz-auf-weiss dankt Richard MÜNCH fĂŒr die Überlassung des Textes.

Bibliografischer Hinweis: Der Text ist zuerst erschienen in: Forschung & Lehre, Jahrgang 18, Heft 7/11, S. 512-514 (Juli 2011)

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Grenzland

oder eine Geschichte des Erwachsenwerdens

Agnes ist intelligent und fleißig, die kleinen Schwestern nerven - auch das ist ganz normal. Die Langeweile, ein seltsames GefĂŒhl stellt sich manchmal ein, etwas woran ich mich selbst sehr gut erinnere, die Phase der TagtrĂ€ume und die langen Blicke aus dem Fenster, anstatt die Vokabeln zu lernen. Agnes beginnt, nachts schlecht zu schlafen, sie versucht diese Wachphasen heimlich mit Fernsehen zu ĂŒberbrĂŒcken. Sie zappt sich wahllos durch die Programme und wĂ€hlt blind den Kanal 87 der eigentlich unprogrammiert ist. In dieser einen Nacht ist es anders.

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Kiss, Endre
125 |

Die Philosophie der Krise

Ein Beitrag zu einer Theorie der Globalisierung

Die Momente der Staatsverschuldung und der Weltwirtschaftskrise aktualisieren gleicherweise die Problematik des modernen Staates. [...] Diese ganze Problematik ist in der Tat eine historische. Zu ihrer VergegenwÀrtigung ist eine Portion historischen Denkens unerlÀsslich notwendig.

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Rainer, Ulrike
124 |

The Underground Railroad

Der Weg in die Freiheit

Vergessen wir nicht, dass sich damals die Feder mĂ€chtiger als das Schwert erwies. 1852 wurden innerhalb eines Jahres in Amerika dreihunderttausend Exemplare von Sklaven verkauft. In England waren es ĂŒber eine Million.

Zehn Jahre spĂ€ter, so sagt die unbestĂ€tigte Überlieferung, soll Abraham Lincoln Harriet Beecher Stowe mit den Worten empfangen haben: “Ist das die kleine Frau, die diesen großen Krieg veranlasst hat?"

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Rainer, Ulrike
123 |

Attentate - Waffen - Meinungsfreiheit

Was gibt’s sonst Neues aus den USA? DĂ©jĂ  vu und wie gehabt

Die Motive fĂŒr die Ermordung von 33 Amerikanern im öffentlichen Amt, einschließlich der vier PrĂ€sidenten, reichen von RivalitĂ€t und politischer Gegnerschaft bis zu den Handlungen Wahnsinniger. Sidney Dorsey, Sheriff in Georgia ließ 2000, nachdem er die Wiederwahl an Derwin Brown verloren hatte, diesen durch seinen Deputy erschießen. PrĂ€sident William McKinley wurde durch eine Kugel aus dem Revolver des Anarchisten Leon Czolgosz getötet. Kongressmitglied Leo Ryan (California) wurde 1978 von Mitgliedern der Sekte “Peoples Temple” auf dem Flugplatz von Jonestown, Guyana, niedergemĂ€ht. Tatsache ist, dass 29 der durch Attentate Umgekommenen erschossen wurden.

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Bontrup, Heinz-J.; Massarrat, Mohssen
122 |

ArbeitszeitverkĂŒrzung und Ausbau der öffentlichen BeschĂ€ftigung jetzt!

Manifest - zur Überwindung der Massenarbeitslosigkeit

Die Thematik des auch an dieser Stelle publizierten Beitrags empfinden wir als wichtig. Denn es muss "KĂŒmmerer" geben, die die Dinge ansprechen und beschreiben, wie sie sind, und die sich einsetzen fĂŒr die Menschen am Rand, die entweder nur eine kleine oder keine Lobby in unserer Gesellschaft haben, zumal die im MANIFEST beschriebenen Probleme unsere Gesellschaft und ihre Verfassung als ganze betreffen.

Wenn dies dazu beitrĂ€gt, die Zukunft der Gesellschaft in eine gerechtere Richtung zu gestalten, dann kann dies nicht falsch sein. Die hier angesprochenen Themen gehören ebenso auf die politische Agenda und sind mindestens ebenso dringlich wie die Debatten ĂŒber die erforderliche Energiewende oder ĂŒber den Klimaschutz.

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Dörwald, Uwe
121 |

Alternativlos bleibt die Kritik

Zum Memorandum 2001

Alternativlos hieß das Unwort des Jahres 2010. Folgt man dem Germanisten H.D. Schlosser bedeutet alternativlos: „es lohnt sich nicht mehr, darĂŒber zu reden. Das ist in der Politik gefĂ€hrlich.“

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu sehen, dass es „in den Unternehmen und Verwaltungen immer weniger Mitbestimmung gibt. Autokratische und paternalistische FĂŒhrungsstile sind an der Tagesordnung.“ Solange sich an diesen VerhĂ€ltnissen und an der Tendenz zu einer Re-Feudalisierung der Gesellschaft (Stichworte sind hier: Lobbyismus, Korruption und Vetternwirtschaft) nichts Ă€ndert oder bewegt,  solange wird die Wirtschaft mit ihrer Ideologie des Neoliberalismus der Politik erfolgreich Vorgaben machen.

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Der sĂŒsse Brei

oder: Der Fluch der Endlosschleife

SĂŒĂŸer Hirsebrei, wie in dem bekannten Grimmschen MĂ€rchen, ist heute wohl kaum noch das Lebensmittel der Wahl, und man muss kein Gourmet sein, um bei Hirsebrei das Gesicht zu verziehen. Aber trotz allem sind wir heute mehr denn je von sĂŒĂŸem Brei umgeben, von einem medialen klebrigen Einheitsbrei, der sich ausbreitet, als sei der Ausschalteknopf abhanden gekommen. In unserer Berieselungswelt rollt der sĂŒĂŸe Konsumbrei auf allen KanĂ€len ĂŒber uns hinweg, um uns herum und droht, uns zu ersticken. Die FĂŒlle und Dicke und ZuckerwattensĂŒĂŸe droht jeden kritischen Geist frĂŒher oder spĂ€ter zu verkleben. Der Unterschied zum MĂ€rchen allerdings besteht darin, dass es nicht zu schaffen ist, sich durch den Brei hindurchzulesen, ...

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Den Dunklen zu hell - den Hellen zu spanisch

Wie es ist, wenn man die "falsche" Hautfarbe hat

Eines Nachts machen sich die Freunde auf den Weg und trampen nach Wisconsin, 1000 Meilen von New York entfernt. FĂŒr die zwei New Yorker scheint sich eine neue Welt aufzutun. Hier gibt es BĂ€ume und Vögel und Sterne, die man nachts ganz wahnsinnig hell leuchten sehen kann. Es ist eine Ruhe und ein komplett anderes Dasein, es ist kaum begreiflich, dass diese andere Welt nur 1000 Meilen von New York entfernt existiert. Die Sorgen fallen von Rico langsam ab.

Ein Jahr bleibt er bei Gilberto auf der Hippiefarm, der Preis ist hart, denn neben einem Job als Nachttankwart ist er es, der die Plumsklos der Farm reinigen muss.

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Kiss, Endre
108 |

Neoliberalismus und Postmoderne

Die Symmetrie von Neopositivismus/Neoliberalismus und Postmoderne als Herausforderung fĂŒr neue AnsĂ€tze in der Wissenssoziologie

Was aber in der Allgemeinheit noch problemlos ausschauen kann, erweist sich auf der Ebene der Einzelheiten, aber auch auf derselben des methodischen Vergleichens als problematisch, wenn nicht gerade als extrem. In der ganzen philosophischen Tradition lassen sich nÀmlich diese beiden symmetrischen Neuregelungen als PhÀnomen in dieser Form nicht ausweisen. Diese an die klassischen Ideologien erinnernde Suggestion der einzig richtigen Verfahrensweise, der Wille, die eigene Begriffskonstitution nicht in der Richtung der möglichen kommunikativen Diskursbildung voranzutreiben, vielmehr jegliche andere mögliche Begriffskonstitution zu marginalisieren, wenn eben nicht intellektuell zu kriminalisieren, kann in der gesamten philosophischen Tradition...

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Dörwald, Uwe
106 |

Love it, change it or leave it!

Veraltete Strukturen und verstaubte Systeme

In manchen Verwaltungsstrukturen sind demokratische VerhĂ€ltnisse sowie innovative Konzepte der MitarbeiterfĂŒhrung, in denen der Mitarbeiter als Erwachsener mit eigenen Zielen und Ideen geachtet wird, weder angekommen noch erwĂŒnscht. Offenheit und ModernitĂ€t stehen hier nur in ImagebroschĂŒren. Insbesondere die junge Generation, die man gerne (be-)halten und an die strukturschwachen und durch die demographische Entwicklung bedrohten Regionen binden möchte, und gut ausgebildete FachkrĂ€fte kehren diesen Regionen, die langweilig, nicht innovativ und unterschwellig intolerant sind, den RĂŒcken, sobald sich eine passende Gelegenheit bietet.

Eine schöne Landschaft und das Eigenheim im GrĂŒnen reichen eben als alleinige Bindung fĂŒr innovative und...

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Paech, Niko
105 |

Produkte und Technik in einer Postwachstumsökonomie

Ideen fĂŒr nachhaltige Entwicklungs, Produktions- und Nutzungsstrategien

Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass es nicht gelingen kann, ökonomische Wertschöpfung systematisch von ökologischen SchĂ€den und materiellen RessourcenverbrĂ€uchen zu entkoppeln (vgl. Paech 2009a, 2010). Als einzige Alternative verbleibt daher eine „Postwachstumsökonomie“ (Paech 2009).

schwarz-auf-weiss dankt Niko Paech und Werner Zentner vom BdWi-Verlag (www.bdwi.de) fĂŒr die Überlassung des Textes.

Bibliografischer Hinweis: BdWi-Studienheft 7: BdWi, fzs, GEW, ÖH, NatWiss (Hg.): Wege und Irrwege in die Wissensgesellschaft. Forschungspolitik zwischen Standortsicherung und gesellschaftlicher Verantwortung, Marburg 2011

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Alt, Franz
103 |

Die erneuerbaren Energien brauchen Vorfahrt und Mutmacher 3

Arbeitgeber Umwelt

Franz ALT stellt schwarz-auf-weiss dankenswerter Weise drei lesenswerte BeitrĂ€ge zur VerfĂŒgung, die sich mit der Zukunft der erneuerbaren Energien und der Notwendigkeit einer Energiewende befassen. Diese Wende kann nur dann gelingen, wenn alte und verkrustete Strukturen (und politische Allianzen mit den großen Stromversorgern) aufgebrochen werden.

Wie der im Herbst 2010 verstorbene SPD-Politiker Hermann SCHEER, der ein mutiger Streiter und VorkĂ€mpfer fĂŒr die erneuerbaren Energien war und der das ĂŒberaus lesenswerte Buch "Der energethische Imperativ" geschrieben hat, ergreift auch der Jounalist Franz ALT in seinem Buch "Gute GeschĂ€fte" Partei fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien und fĂŒr eine öko-soziale Marktwirtschaft.

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Alt, Franz
101 |

Die erneuerbaren Energien brauchen Vorfahrt und Mutmacher 2

Die Stadt von Morgen

Franz ALT stellt schwarz-auf-weiss dankenswerter Weise drei lesenswerte BeitrĂ€ge zur VerfĂŒgung, die sich mit der Zukunft der erneuerbaren Energien und der Notwendigkeit einer Energiewende befassen. Diese Wende kann nur dann gelingen, wenn alte und verkrustete Strukturen (und politische Allianzen mit den großen Stromversorgern) aufgebrochen werden.

Wie der im Herbst 2010 verstorbene SPD-Politiker Hermann SCHEER, der ein mutiger Streiter und VorkĂ€mpfer fĂŒr die erneuerbaren Energien war und der das ĂŒberaus lesenswerte Buch "Der energethische Imperativ" geschrieben hat, ergreift auch der Jounalist Franz ALT in seinem Buch "Gute GeschĂ€fte" Partei fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien und fĂŒr eine öko-soziale Marktwirtschaft.

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Alt, Franz
100 |

Die erneuerbaren Energien brauchen Vorfahrt und Mutmacher 1

So ist unsere Erde zu retten

Franz ALT stellt schwarz-auf-weiss dankenswerter Weise drei lesenswerte BeitrĂ€ge zur VerfĂŒgung, die sich mit der Zukunft der erneuerbaren Energien und der Notwendigkeit einer Energiewende befassen. Diese Wende kann nur dann gelingen, wenn alte und verkrustete Strukturen (und politische Allianzen mit den großen Stromversorgern) aufgebrochen werden.

Wie der im Herbst 2010 verstorbene SPD-Politiker Hermann SCHEER, der ein mutiger Streiter und VorkĂ€mpfer fĂŒr die erneuerbaren Energien war und der das ĂŒberaus lesenswerte Buch "Der energethische Imperativ" geschrieben hat, ergreift auch der Jounalist Franz Alt in seinem Buch "Gute GeschĂ€fte" Partei fĂŒr den Ausbau der erneuerbaren Energien und fĂŒr eine öko-soziale Marktwirtschaft.

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Dörwald, Uwe
98 |

Die SpÀtzle-Connection

Seilschaften und Gutsherren

"Die moderne Freiheit ist wesentlich Freiheit von der Politik." (H. Ritter)

Baden-WĂŒrttemberg, das „MusterlĂ€ndle“, ist ein schönes Fleckchen Erde unter dem bestirnten Himmel. Hier gibt es wunderbare Landschaften auf der einen Seite und auf der anderen Seite – verteilt ĂŒber das Land – eine große Anzahl mittelstĂ€ndischer Unternehmen, die man mit ihren spezifischen Produkten getrost in die exklusive Riege der WeltmarktfĂŒhrer einordnen kann. Das Land ist geprĂ€gt von fortschrittlichen Unternehmen und weltoffenen Unternehmern, die sich behaupten mĂŒssen und können, wie von Strukturen, die aus einer anderen Zeit zu stammen scheinen, die aber nicht mehr in die heutige Zeit passen.

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anonym
97 |

Synergieeffekte der Arbeitsmarktpolitik

Wie BildungstrÀger das Personal zum eigenen Klientel machen

Personal beim BildungstrÀger ist (fast) immer befristet angestellt oder direkt nach Auftragslage unverbindlich auf Honorarbasis beschÀftigt.

BildungstrĂ€gerpersonal erhĂ€lt auf diese Weise und bei bildungstrĂ€gerkonformer FĂŒhrung alle paar Monate neue ArbeitsvertrĂ€ge, sofern es neue AuftrĂ€ge gibt. (Gibt es diese nicht, muss sich der Arbeitnehmer beim Konkurrenz-BildungstrĂ€ger bewerben, denn irgendein BildungstrĂ€ger hat die AuftrĂ€ge erhalten). Dies hat fĂŒr BildungstrĂ€ger den Vorteil, Arbeitnehmer sehr schnell freisetzen zu können, wenn er weniger Personal benötigt, weil er vielleicht die eine oder andere Ausschreibung nicht gewonnen hat. FĂŒr den Arbeitnehmer hat es erhebliche Nachteile, nicht nur privat - keine Planungssicherheit, keine...

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Dörwald, Uwe
95 |

Philosophie ist kritisches und lebendiges Denken

Über Freiheit, Kritik u. Denken

"... aber der Mensch, der nicht denken gelernt hat, der aus den kurzen, den ĂŒblichen Verbindungen des Vorstellens nicht herauskommt, fĂ€llt ins ewig Gestrige. Er wiederholt, was andere wiederholt haben, er treibt im GĂ€nsemarsch der Phrase. ..."

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Kiss, Endre
94 |

Politik in Ungarn

Postsozialistische Politik als Narrativum in Ungarn

Der Abstand zwischen Politik bzw. politischer Klasse und Lebenswelt vergrĂ¶ĂŸert sich zunehmend. DafĂŒr sind viele GrĂŒnde verantwortlich: Lobbyismus, das Bestreben der politischen Klasse ihre Macht zu erhalten, ein Mangel an Transparenz von Entscheidungen, ein Mangel an Mut Entscheidungen zu treffen u.v.a.m. Endre Kiss beschreibt und analysiert in seiner kleinen Studie die (politischen) Strukturen Ungarns in der jĂŒngsten Vergangenheit.

 

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Rainer, Ulrike
92 |

Hiob

Und die Morgensterne brachen aus im Lied, und die Engel jauchzten vor Freude

Unter der schönsten Lyrik in der Literatur, die ich kenne, ist die Stimme Jahwes, die Hiobs Fragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz unbeantwortet lĂ€sst und bloß Fragen gegen Fragen stellt.

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Kiss, Endre
90 |

Quark gab es immer

Moskauer Eis – oder der wohl beste Roman ĂŒber die postkommunistische Transformation

Die Gestalt Klaus Kobes verkörpert die Geschichte einer Lebenswelt. Durch seine Figur wird aber auch eine realistische, philosophische, absurde und letztlich auch ironische Dimension sichtbar -  der Mensch ist doch, was er tut, etwas prosaischer ausgedrĂŒckt: er wird durch seine Arbeit mit seiner kleineren und grösseren Umwelt verknĂŒpft.

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Dörwald, Uwe
89 |

Widrigkeiten des Alltags

Über die zermĂŒrbende Macht von Systemen und Strukturen

Es sind (mitunter) die Strukturen, die (uns) zermĂŒrben. Die Macht liegt in Systemen und Strukturen. Und "umfangreiche Kompendien des Ordnungsrechts sowie Verwaltungsvorschriften sind ihre StĂŒtze und ihr Raster. Macht ĂŒbt aus, wer besagte Instrumente als Mittel nutzen kann, um Verfahrensdruck zu erzeugen und zu erhöhen. Die Erhöhung des Drucks, die sich fĂŒr Mitarbeiter in Institutionen insbesondere durch chronischen Zeitmangel zeigt, ist dabei besonders wichtig. Denn Zeitdruck verhindert systematisch das kritische Nachdenken und eine ausgiebige BeschĂ€ftigung mit einem Thema. Dieser Zeitdruck schleift auch Querköpfe rund und erzieht zur Angleichung, wenn nicht sogar zur Anpassung an das jeweilige System. Offenheit, eine offene Gesellschaft...

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Westerhoff, Nikolas
87 |

KreativitĂ€tsmythen auf dem PrĂŒfstand

Unfug oder KreativitÀt?

Streich zehn Freunde aus Deiner Facebook-Liste und Du bekommt einen „Doppel Whopper“ gratis! Mit diesem Einfall ĂŒberraschte die Fast-Food-Kette Burger King vor einiger Zeit die Social-Network-Community. Was ist diese Idee nun: idiotisch, kindisch, kreativ? Das lĂ€sst sich – vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet – schwer beurteilen.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
85 |

Achtung! Comic!

Such dir was aus, aber beeil dich! Kindsein in zehn Kapiteln (Texte u. Bilder / Nadia BUDDE)

Dieses schwungvolle Buch im wilden - schrillen  - gelben Pappschuber mit den irrwitzigsten Figuren darauf verrĂ€t schon von außen: hier geht es nicht zimperlich zu, auch nicht unbedingt im landlĂ€ufigen Sinn schön, denn nein, die Figuren sind wirklich nicht das, was man unter MĂ€rchenprinzessinnen und Prinzen versteht.

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Haaf, Leonhard
83 |

Das magische Dreieck der Energietransformation

Neue Technologien, Neue Kultur und politische Gestaltung.

Nur bei BerĂŒcksichtigung aller 3 Elemente kann das Energiesystem schnell genug verĂ€ndert werden, um noch grĂ¶ĂŸere Verwerfungen durch den Klimawandel, durch Ressourcenkriege oder zivilisatorische Katastrophen zu vermeiden.

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Rainer, Ulrike
81 |

Zwischenwahl am 2. November 2010 in den USA

Es geht um die Wurst

Obwohl der PrĂ€sident immerhin weitgreifende VerĂ€nderungen zum Guten durchgesetzt hat, nicht selten gegen schwere Opposition, haben wir es seit Monaten mit einem Vorwahlkampf zu tun, der weder Fakten noch Vernunft gelten lĂ€sst, sondern mit der Verbreitung von irrationaler Furcht und unverfrorenen LĂŒgen arbeitet. Es scheint, dass - wenn man LĂŒgen oft genug wiederholt - sie irgendwann “Wahrheit” werden.

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Kiss, Endre
79 |

Globalisierung und Gesellschaftstheorie

Mögliche Konsequenzen der Globalisierung auf die Theorie der Gesellschaft

1989 publizierte Francis Fukuyama seine auf einen Schlag weltberĂŒhmt gewordene Studie ĂŒber das "Ende der Geschichte". Zu dieser Zeit existierte noch die Sowjetunion als Megastaat. Fukuyama machte hier den ersten Versuch, um jenen historischen Prozess in einen universalgeschichtlichen Rahmen zu stellen, den man seit 1985 als "Glasnost" und spĂ€ter schon als "Perestrojka" kennengelernt hatte.

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Ackermann, Ulrike
77 |

Die individuelle Freiheit

Das kostbarste Gut unserer Zivilisation

Vor gut zwanzig Jahren, 1989, kĂ€mpften die BĂŒrger in Ostmitteleuropa nicht nur fĂŒr BĂŒrgerrechte, sondern auch fĂŒr Eigentumsrechte. Sie wollten politische, wirtschaftliche und individuelle Freiheit, Demokratie und Kapitalismus. Sie wollten die Wahlmöglichkeiten, ihr Leben von eigener Hand zu gestalten und damit ihre bis dahin staatlich enteigneten Biographien zurĂŒckerobern. Von diesem Aufbruch in die Freiheit ist heute nichts mehr zu spĂŒren. Mit der Wirtschaftskrise ist auch die Freiheit in die Krise geraten.

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Rainer, Ulrike
75 |

Ovids Metamorphosen

Griechische Götter und Verwandlungen

Die griechischen Götter sind keinen Deut besser als die Menschen, bloß Verbrecher, die der Strafe entgehen.

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TĂŒrme, PalĂ€ste, Kathedralen

oder eine manchmal langatmige, aber immer lehrreiche Zeitreise durch die Geschichte der Architektur

Ich melde mich erst jetzt wieder, weil ich von einer sehr langen und turbulenten Reise zurĂŒckkehre. Ich habe mit den Zwillingen Iris und Martin eine Zeitreise durch die Geschichte der Architektur gemacht. [...] Nun also geht es durch die archetektonischen SehenswĂŒrdigkeiten. Die Reisenden beginnen bei der Cheops-Pyramide, gelangen dann zum Turm von Babylon, weiter zum Palast von Knossos, dann zur Akropolis, um anschließend das Kolosseum und das Pantheon zu bewundern.

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Rainer, Ulrike
70 |

Obamas Jahresbilanz (Teil 2)

Smarte Frauen, wuchernde Pfunde und schnelle Nonnen mit Flip-Flops

Es muss fĂŒr Obama Tage geben, in denen er sich sowohl mit Sisyphus als auch mit Herkules identifizieren möchte. Stein, Stall oder beides. WĂ€hrend die groß angelegten Reformen wie, z.B. zurzeit die des Bankwesens, ihre Zeit brauchen, wenden wir uns nĂ€her liegenden Dingen zu.

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Böttcher, Wolfgang
68 |

Chancenungleichheit als Herausforderung

Oder: Wie an einem Problem vorbei agiert wird

Dieser Beitrag skizziert ausgewĂ€hlte pĂ€dagogische und bildungspolitische Maßnahmen, von denen man begrĂŒndet eine Reduktion der Chancenungleichheit erwarten kann. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines Bezugsrahmens, den ich als das „ökonomische Programm der Schulreform" bezeichne.

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Die Langerud Kinder

oder eine (scheinbar) unbeschwerte Kindheit

Wer BullerbĂŒ gelesen und geliebt hat, der muss  „Die Langerud Kinder“ genauso lieben. Diese oder Ă€hnliche Aussagen werden sich sicherlich finden lassen, wenn man ĂŒber die Langerudkinder spricht.

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Rainer, Ulrike
64 |

Obamas Jahresbilanz (Teil 1)

Der Hase lÀuft

In seiner Wahlkampfrede (1912) sagte Theodore Roosevelt: ”Hinter der sichtbaren Regierung sitzt auf dem Thron eine unsichtbare Regierung, die dem Volk keine Treue schuldet und keine Verantwortlichkeit anerkennt. Diese unsichtbare Regierung zu vernichten, den gottlosen Bund zwischen korruptem GeschĂ€ft und korrupter Politik zu lösen, das ist die Aufgabe des Staatsmannes.”  Hundert Jahre spĂ€ter hat sich an dieser Herausforderung an den PrĂ€sidenten nichts geĂ€ndert.

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Kiss, Endre
63 |

Ein RevolutionÀr mit Genauigkeit und Seele

Otto Bauer im Dritten Jahrtausend

 

„Nicht die große geologische Katastrophe hat die Welt umgebildet, nein die kleinen Revolutionen, im unmerklichen, nicht einmal mehr mit dem Mikroskop studierbaren Atome, die Ă€ndern die Welt, die erzeugen die Kraft, die sich dann in einem Tage in einer geologischen Katastrophe auslöst. Das Kleine, das Unmerkliche, das wir Kleinarbeit nennen, das ist das wahre RevolutionĂ€re.“

 

Auch Otto Bauer wurde von der zweifachen Aussperrung ĂŒberholt. Einerseits sperrte ihn der 1917 zur Macht kommende Leninismus kurzweg als „nicht-bolschewistisch” aus, wĂ€hrend Richtungen, die zum rechten Lager gehört haben, es nie vergessen haben, dass er nicht nur links, sondern auch noch revolutionĂ€r war. So wirkte sich diese Ausgrenzung gleichzeitig auch als ...

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Grimpel

oder das entschieden andere Leben

Wer heißt schon Grimpel? Und wer weiß nur so ungefĂ€hr, wie alt er ist, weil seine Eltern so vergesslich sind? Von Anfang an wird klar, bei Grimpel geht nicht alles so, wie man sich das als ungefĂ€hr acht- oder neunjĂ€hriger Junge vorstellt. Nein – Grimpel fĂŒhrt ein entschieden anderes Leben.

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Wichterich, Christa
61 |

PrekÀr ist ganz normal

Was im SĂŒden die Regel ist, bleibt im Westen nicht die Ausnahme

Bezahlte Arbeit wird knapp, dafĂŒr hat die Prekarisierung der Arbeitenden Hochkonjunktur. So ungefĂ€hr stellt sich der Wandel auf dem Arbeitsmarkt in den westlichen IndustrielĂ€ndern dar. Doch was neoliberale Politik im Westen erst durchsetzen musste, ist im globalen SĂŒden schon lange ĂŒblich.

Die ungekĂŒrzte Originalfassung des Beitrags ist in der Zeitschrift zwischen Nord und SĂŒd - iz3w 309 (Nov./Dez. 2008) - erschienen.

 

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Hodja

oder der fliegende Teppich der Phantasie

Vorab muss ich etwas ĂŒber das Äußere sagen, denn - das Auge liest mit!

Dies ganz besonders bei der im Fischer Verlag erscheinenden Kinder- und Jugendbuchreihe „Die BĂŒcher mit dem blauen Band“, die Tilman Spreckelsen liebevoll zusammenstellt und welche auch genau so liebevoll aufgemacht ist. Die BĂŒcher, alle in blaues Leinen gebunden und mit einem blauen KapitalbĂ€ndchen versehen, sind ein reiner Augenschmaus, was den Lesegenuss noch erhöht!

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Kiss, Endre
119 |

Über den verbleibenden Geist in den sozialen Systemen

Hegels Strukturierung im Bereiche des objektiven Geistes

Die Erfahrungen der heutigen Stunden der Weltgeschichte wĂŒrden viele auch inhaltlich zur Hegelschen Einstellung missionieren, die aktuellen Erfahrungen der historischen Stunde schaffen eine hermeneutische Situation, in welcher Hegels konsequente GegenĂŒberstellung der abstrakten Reflexion und der konkreten Freiheit mit Notwendigkeit eine sehr starke RĂ€sonanz hervorrufen mĂŒssen.

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
118 |

Schneller ist besser!

Zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz - Turbulenzen zum Jahresende

Noch immer scheint vermeintliche Rettung fĂŒr desaströse ZustĂ€nde in der Beschleunigung zu liegen. Allein die Tatsache, dass Menschen von einem zu hohen Tempo krank werden, reicht nicht aus, um die Bremse zu ziehen. Auch die BĂŒcherberge zur Entschleunigung der Beschleunigungswelle können nicht wirken, da ja niemand mehr die Zeit hat, ĂŒberhaupt noch ein ganzes Buch zu lesen. Aber das macht nichts, wir setzen weiter auf Beschleunigung, ein Wort in dem scheinbar so etwas wie Hoffnung mitschwingt. Es wird alles schneller besser werden. Daher setzen wir ja auch so hoffnungsfroh auf das Wachstumsbeschleunigungsgesetz.

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Rainer, Ulrike
117 |

Die Odyssee

Eine wunderbare Geschichte

Also fangen wir beim Anfang an, z.B., Homers Odyssee. Ich kann den Text zwar nicht auswendig, doch ich kenne ihn sehr gut, weil ich ihn in den letzten Jahren öfter unterrichtet habe, in den verschiedensten Übersetzungen. Trotzdem hat die Geschichte des vielgeplagten Manns der wunderlichsten Abenteuer nichts von ihrem Zauber verloren. Abenteuer- und Heimkehrergeschichten gibt es jede Menge, beschwerliche Reisen und kluge Helden, die sich am Ende behaupten, auch.

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Rainer, Ulrike
116 |

Moonwalkers

So laßt mich scheinen, bis ich werde: Moonwalkers

Es naht der zweihundertste Tag im Amt. Die Arbeitslast Obamas wird nicht leichter, die Probleme sind weiterhin grĂ¶ĂŸer als kleiner. Den ihm Wohlgesinnten geht alles nicht schnell genug,  und die Opposition nutzt jede Gelegenheit zum Haarespalten.

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Mondon, Christine
115 |

Hermann Broch oder die Idee des Menschen

Über Wertzerfall und Philosophie

Der Wertzerfall, die UnzulĂ€nglichkeit der Wissenschaft und der Technik, die spirituellen BedĂŒrfnisse des Menschen zu stillen, fĂŒhren manche Denker zur Behauptung, es sei notwendig, gegen die Mechanisierung der Welt zu kĂ€mpfen.

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Dimmers, Jan
114 |

Holland ein FrĂŒhlingsmĂ€rchen

Ich bin von der Königin der Niederlande getröstet worden

In diesem Text nimmt Jan Dimmers das Attentat (am Königinnentag 2009) auf die Königin der Niederlande zum Anlaß, um ĂŒber die Pole der Toleranz zu berichten, zwischen denen sich die niederlĂ€ndische Gesellschaft der Gegenwart bewegt.

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Ms. Soon Ok Lee - North Korean prison camp survivor
113 |

Straflager und Folter in Nordkorea

Ein Augenzeugenbericht

During the first six months in the prison, I had worked briefly at all of the factories in the prison before I was finally assigned accounting work due to my background as an accountant. My routine responsibilities included updating prisoners' list by deleting the dead from it and adding new arrivals to it, allocation of meals and work quotas, updating work accomplished, collecting daily work reports, carrying new work instructions to all work sites, and so on.

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Der Projektpendler

Über den Charakter von Projekten

Ein Charakteristikum in der aktuellen Arbeitssituation ist der Projektcharakter, der den neuen TĂ€tigkeiten anhaftet. Hier handelt es sich immer um Arbeit auf Zeit, aber an einem Projekt mitzuarbeiten suggeriert, an etwas Großem und Innovativem beteiligt zu sein. Und es lĂ€sst die Hoffnung entstehen, dass aus dem Projekt etwas unentbehrlich Wichtiges generiert wird. Angeschoben werden Projekte oft aufgrund politischer Interessen. Auf diese Weise können unverbindliche Testballons starten.

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Rainer, Ulrike
110 |

AMERIKA-EXTRA 11: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 11 (30.04.2009) - 101 Tage OBAMA

Der hundertunderste Tag ist angebrochen und dem Mann bleibt auch wirklich nichts erspart. Die Schweinegrippe hat ihm grad noch gefehlt wie das sprichwörtliche “hole in the head”. Wie weltweit vermerkt, sind die mythisch-magischen ersten hundert Tage Obamas ĂŒber die Runden gebracht, und nebst der je kritischen je freundlichen Aufarbeitung dieser sehr jungen Vergangenheit polieren die Meinungsauguren bereits ihre Kristallkugeln, um ĂŒber ZukĂŒnftiges zu unken.

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Rainer, Ulrike
107 |

AMERIKA-EXTRA 10: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 10 - Die Letzten - Indianer in den USA

Das mir unliebsamste GesprĂ€ch in der Runde österreichischer und deutscher Freunde und Bekannten folgt traumwandlerisch immer demselben Muster. Man redet wieder einmal ĂŒber die lĂ€ngst nicht bewĂ€ltigte Vergangenheit und den Holocaust, und irgendwann wirft garantiert jemand ein, „na, und die armen Indianer?”, halb als Alibi, halb als Schuldvergleich gemeint. Damit erĂŒbrigt sich jede weitere Diskussion, denn das Wissen um das Schicksal der ersten Bewohner des Nordamerikanischen Kontinents beruht oft auf nicht viel mehr als intensiver Karl May LektĂŒre. Die wenigsten US BĂŒrger wĂŒrden heute diese grauenhafte Geschichte der Dezimierung und Vertreibung leugnen, wenn sie auch selten an die BewusstseinsoberflĂ€che dringt.

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Rainer, Ulrike
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AMERIKA-EXTRA 9: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 9 - Lehrjahre, zweiter Teil

WĂ€hrend Obama weltweit gute Stimmung zu verbreiten sich bemĂŒhte, nagten sich in so einigen Haushalten, in denen junge Menschen am Wettbewerb um einen guten Collegeplatz teilgenommen haben, die SchĂŒler und ihre Familienmitglieder die FingernĂ€gel wund. Es geht nĂ€mlich um die Zukunft. Per Brief oder e-mail erfahren im April SchĂŒler, ob sie im College ihrer ersten Wahl gelandet sind. Beworben haben sie sich in mehreren. Die PlĂ€tze sind begrenzt, und wenn der sehnlichste Wunsch sich nicht erfĂŒllt, dann gibt es vielleicht den Trostpreis der zweiten oder dritten Wahl. Am begehrtesten sind natĂŒrlich die PrivatuniversitĂ€ten.

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Rainer, Ulrike
102 |

AMERIKA-EXTRA 8: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 8 - Lehrjahre, erster Teil

Obama macht Schule. Eigentlich ja noch nicht, denn jeder PrÀsident in den letzten
dreißig Jahren hat hoch und heilig versprochen, das öffentliche Bildungswesen
umzukrempeln, von Grund auf zu reformieren. Gelungen ist es noch keinem, denn das System ist tief verankert und voller WidersprĂŒche. Die zu Weltuntergangsstimmung neigenden zitieren schon seit Jahren angeblich unbestechliche Statistiken, in denen die USA schlecht abschneidet.

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Rainer, Ulrike
99 |

AMERIKA-EXTRA 7: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 7 - Halbzeit

Mehr als die HĂ€lfte der ersten Hundert Tage Obama’s ist nun vorbei. Wie steht es um ihn und mit ihm? Die Börse gleicht weiterhin einer Wippe, die maroden Autokonzerne kommen noch einmal mit dem Hut in der Hand nach Washington, um
vor dem Ruin gerettet zu werden, und der BetrĂŒger Madoff, den, ihr erinnert Euch,
man als Teufelspuppe kaufen und dann zertrĂŒmmern kann, bekannte sich schuldig
und marschierte ab in den Knast. Fast die meiste Arbeitszeit widmet der PrĂ€sident, wie alle Welt weiß, der andauernden Wirtschaftskrise.

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Rainer, Ulrike
96 |

AMERIKA-EXTRA 6: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 6 - Manche sind gleicher

Vieles, was Obama in der Nacht vom 4.ten auf den 5.ten November 2008 in seiner
Rede sagte, ließ die Menschen aufhorchen, aber wahrscheinlich nichts so sehr wie die zwei Wörter “gay, straight”. Er ist der erste PrĂ€sident, der den Mut hatte, die
homosexuellen MitbĂŒrger vor so großem Publikum öffentlich anzuerkennen. Man
sollte meinen, daß das heutzutage keine große Sache mehr ist. Aber in einem Land, in dem man die vom SĂŒden ĂŒber den mittleren Westen reichenden Staaten als Bible Belt bezeichnet, war diese Geste nicht selbstverstĂ€ndlich.

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Rainer, Ulrike
93 |

AMERIKA-EXTRA 5: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 5 - MĂ€dchen und Frauen

Wenn es um Aussehen geht, haben alle Frauen im Allgemeinen immer noch einen
schweren Stand, besonders die im öffentlichen Leben. Von der Frisur ĂŒber die
Garderobe bis zur LĂ€nge des Rocks lĂ€ĂŸt ihnen die Presse nicht nur nichts durchgehen, sondern kommt auch gleich vom Äußerlichen kĂŒhn zu SchlĂŒssen ĂŒber Charakter und FĂ€higkeiten. Aber ĂŒberlassen wir solche lĂ€ppischen Anliegen denjenigen, die nichts Besseres zu melden haben. Einer der klĂŒgsten SchachzĂŒge Obamas war, der ehemaligen Rivalin Hillary Clinton ein hochwichtiges und so öffentliches Amt zu geben.

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Rainer, Ulrike
91 |

AMERIKA-EXTRA 4: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 4 - Von goldenen KÀlbern und schwarzen Köchen

PrĂ€sident Obama zog durch’s Land, um die Bevökerung daran zu erinnern, daß er sein Versprechen, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, ernst meinte. Die Krallen unter den anfĂ€nglich dargebotenen Samtpfoten der Oppositionspartei sind jedoch frisch geschĂ€rft. Senator McCain, dessen in der Wahlnacht gegebenes freundliches Versprechen zur Zusammenarbeit zum Wohl des Landes allgemein beeindruckte und rĂŒhrte, leidet plötzlich an GedĂ€chtnisschwund und leistet Widerstand an allen Ecken und Enden. Parteipolitik geht eben immer noch vor dringender Notwendigkeit.

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Rainer, Ulrike
88 |

AMERIKA-EXTRA 3: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 3 - Ein Ende der Voodoowissenschaft

VerstÀndlicherweise waren die Brennpunkte der heimischen und auslÀndischen
Nachrichten der ersten zwei Wochen seit Obamas Amstantritt die fortschreitende
Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, die Opposition der republikanischen Partei gegen seine ProgrammvorschlĂ€ge und die berechtigte Sorge, woher denn all das Geld kommen soll, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Peinlich auch, daß der PrĂ€sident einige wichtige Nominierungen, vor allem die Tom Dashiells, zurĂŒckziehen mußte, weil der es in Einkommenssteuerdingen nicht so genau nahm. Und von einem Hund im weißen Haus fehlt auch noch jede Spur. Das sind die brisanten Probleme, von denen man in der allernĂ€chsten Zukunft mögliche Lösungen erhofft. Wer denkt da schon an Langfristigeres.

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Rainer, Ulrike
86 |

AMERIKA-EXTRA 2: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 2 - Have We Overcome?

Eine Woche, nach der Fernsehen, Radio und Zeitungen die Phrase “historisches Ereignis” endlich fĂŒr eine Weile ad acta legen können und sollten, lohnt es sich, einen kurzen Blick zurĂŒckzuwerfen. Die Geschichte der Emanzipation und BĂŒrgerrechtsbewegung ist hinreichend bekannt, an ihre Heldinnen und Helden wurde in den letzten Monaten ausgiebig erinnert. Es war ein schöner Zufall, dass der Martin Luther King Feiertag, immer der dritte Montag im Januar, dieses Jahr auf den 19. 1. fiel, einen Tag vor der Vereidigung Obamas.

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Rainer, Ulrike
84 |

AMERIKA-EXTRA 1: Die ersten 100 Tage von B. Obama

Teil 1 - Wo bleibt der Hund?

Heute, 13. Januar 2009, und noch sieben Tage, dann wird es ernst. Trotz Wirtschaftskrise mit einer halben Million neuer Arbeitsloser im Dezember allein, Staatsschulden in astronomischen Zahlen, zwei verfahrener, ererbter Kriege, trotz der Tatsache, daß der “mittlere Osten” in Flammen steht: die USA wird den Antritt des neuen PrĂ€sidenten groß feiern, und das ist richtig und gut so. Wo kĂ€men wir denn hin, wenn es nicht die Hoffnung gĂ€be, von der Schiller behauptet, der Mensch pflanze sie sogar noch am Grab auf? Aber was hat das mit dem neuen Hund im White House zu tun, nach der “First Lady”, den “First Daughters” immerhin “The First Dog” der Nation. Eine Menge.

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Kiss, Endre
82 |

Edit GyömrƑi und Hermann Broch

Über eine literarische Freundschaft

Literarische Freundschaften erweisen sich nur selten als so inhaltsreich, geheimnisvoll, wenn eben nicht abenteuerlich, wie es im Falle der intellektuellen und emotionellen Beziehung zwischen Edit GyömrƑi (1897-1987) und Hermann Broch geschah.

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Backes, Martina
80 |

Konjunkturen der Tourismuskritik

Trouble in Paradise

Trouble in Paradise: Die ZimmermĂ€dchen in den Hotelhochburgen, fĂŒr deren TĂ€tigkeit keine Ausbildung notwendig ist und die so viel verdienen, wie ein FrĂŒhstĂŒcksbuffet fĂŒr zwei Personen kostet, sind aus klassisch-tourismuskritischer Perspektive Opfer des touristischen Systems. Sie stehen stellvertretend fĂŒr die UnterdrĂŒckten und Entrechteten in der untersten Hierarchie eines komplexen KlassengefĂŒges, an dessen oberen Ende die finanzkrĂ€ftigen Investoren und transnationalen Tourismusunternehmen stehen. Letztere profitierten von der Armut des dienstleistenden Personals ebenso wie von dem BedĂŒrfnis der Urlauber, die auf der Suche nach Erholung vom schnöden Alltag dem Versprechen nach Exotik und dem billigen Angebot eines Reiseanbieters auf den...

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Backes, Martina
78 |

Multikulturalismus

Einzigartig anders. Multikultur in der Werbung

In der Werbung treffen Schwarze und Weiße mal in vielfĂ€ltig multikulturellen, mal in vereinheitlicht globalisierten Welten aufeinander. Was wie ein Widerspruch scheint, passt jedoch zusammen: Das Ideal der universalen Werbe-Welt funktioniert nur, weil die BetrachterInnen von seiner realen Kehrseite wissen. 

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Dörwald, Uwe
76 |

Alles ist Sport - Sport ist Nichts

Kritik zu Midas Dekkers: Der Gesundheitswahn. Vom GlĂŒck des Unsportlichseins.

Laut Midas Dekkers GLAUBEN wir an die Wirkung (=Gesundheit) des Sports, obwohl es keine Beweise, keine vom Sport unabhĂ€ngige Forschung gibt. „Die Heilige Kuh der Sportreligion ist: Sport ist gesund.“ Gesundheit können wir aber allein schon dadurch haben, dass wir wenig Alkohol trinken, nicht zu fettes Essen zu uns nehmen, keine Drogen konsumieren und ab und zu einen Spaziergang in unseren Tagesablauf integrieren. Dies reicht völlig aus, um gesund zu leben, und diese einfachen Verhaltensregeln lassen sich in den Alltag integrieren ohne Sport, der FREI-ZEIT frisst, zu treiben.

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Kaufen*Kaufen*Kaufen

Kaufen - was das Zeug hÀlt!

Das Land ist in einer Krise, das ist ja nun bis zu jedem durchgedrungen. Die
armen Banken haben da einen kleinen Fehler gemacht, aber wir können das
verstehen, jeder hÀtte es genau so gemacht, denn bisher ist es ja noch immer gut
gegangen! Und damit es auch weiter gut geht und der Kapitalismus uns noch ein Weilchen erhalten bleibt, deshalb zeigen wir uns jetzt auch alle ganz solidarisch und werden helfend allem und jedem unter die Arme greifen. Und wie das gehen soll ist schon ausgemachte Sache: Wir kaufen! Schon PrÀsident Bush, der sich auf seinen wohlverdienten Ruhestand einrichten kann, rief als Reaktion auf den 11.ten September sein Volk zu vermehrtem Konsum auf.

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Wernz, Stefanie
72 |

Strukturelle Voraussetzungen fĂŒr Korruption

Eine Fallanalyse am Beispiel des Kölner MĂŒllskandals

"Um den Kern der Macht bildet sich immer und schnell ein Mantel aus Filz."

Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Diplomarbeit der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin, die nicht zuletzt deshalb wichtig ist, weil "Korruption der Prozess (ist), durch welchen die virtĂș des BĂŒrgers untergraben und schließlich zerstört wird“ und gegen die man sich im Sinne von Pulitzer wehren muss; denn: "Es gibt kein Verbrechen, keinen Kniff, keinen Trick, keinen Schwindel, kein Laster, das nicht von Geheimhaltung lebt. Bringt diese Heimlichkeiten ans Tageslicht, beschreibt sie, macht sie vor aller Augen lĂ€cherlich, und frĂŒher oder spĂ€ter wird die öffentliche Meinung sie hinwegfegen. Bekannt machen allein genĂŒgt nicht - aber es ist das einzige Mittel,...

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Kalina, Thorsten; Weinkopf, Claudia
71 |

Weitere Zunahme der NiedriglohnbeschÀftigung

IAQ-Report 2008-01

Auf der einen Seite wird ĂŒber die Zunahme von Armut in unserer Gesellschaft geklagt, auf der anderen Seite werden seit Jahren bei wachsenden Kosten Löhne gedrĂŒckt mit dem Argument, höhere Löhne seien nicht konkurrenzfĂ€hig und wĂŒrden zum Abbau von ArbeitsplĂ€tzen fĂŒhren. Es gilt aber auch: Wer als Arbeitgeber peanuts bezahlt, muss sich nicht wundern, wenn er Affen als Arbeitnehmer hat. Wer also QualitĂ€t will und vor allem wer eine soziale Marktwirtschaft will, muss gegen Niedriglöhne sein; denn Niedriglöhne sind ein Skandal und der Einstieg in die Armut.

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Friedrich, Thomas
69 |

Die Emotion der Geborgenheit

Von der Freiheit konkurrierender Subjekte zum existenziellen Zwang der Konkurrenz. - Was heißt das fĂŒr Designer?

Psychologisch gesehen erwĂ€chst aus der objektiven Zunahme prekĂ€rer Lebenssituationen, verbunden mit den nach wie vor steigenden Forderungen nach FlexibilitĂ€t, bei vielen Menschen das BedĂŒrfnis nach Emotionen wie Geborgenheit, Stille, und Entschleunigung. VerstĂ€rkt werden diese BedĂŒrfnisse dadurch, daß sich durch die Globalisierung der Wirtschaft seit dem Ende der Systemkonkurrenz 1990 das Konkurrenzprinzip erstens im Bereich der Ökonomie erheblich verschĂ€rft hat, und zweitens auf gesellschaftliche Bereiche ausgedehnt wurde, die bisher nicht davon betroffen waren. Zum Beispiel sollen Schulen und Hochschulen vermehrt miteinander konkurrieren. Heute wird Konkurrenz von politischer Seite als gesellschaftliches Allheilmittel gepriesen.

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Dörwald, Uwe
67 |

Wie (manche) BildungstrÀger funktionieren

"Wenn die Sonne der Bildung tief steht, werfen auch Zwerge lange Schatten." (K. Kraus)

Wie arbeiten eigentlich BildungstrĂ€ger, die mit öffentlichen Mitteln bezahlt werden um Menschen mittels Fortbildung neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen? Wie gelingt es ihnen, zwei Herren zu dienen, der Arbeitsagentur und den Teilnehmern und gleichzeitig den nötigen Profit abzuwerfen? Nun, eine allgemein gĂŒltige Antwort gibt es hierzu wohl nicht, aber wer einen Blick durchs SchlĂŒsselloch wagen will, was zumindest bei einigen BildungstrĂ€gern vor sich geht, kann dies jetzt tun.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass sich TrĂ€ger eines “kreativen Einsparungspotentials im Personal- und Sachbereich” bedienen und dabei vor allem auf die mangelnde Kontrolle durch die Arbeitsagentur bauen. “Man kann sich in gewissem Grade sicher fĂŒhlen...

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Kiss, Endre
65 |

Zwischen schriftstellerischer Botschaft und Tabuisierung

Zur Gestaltpoetik von Tibor DĂ©ry

Die Problematik der Tabuisierung in der Gestaltpoetik schafft realisierte InterdisziplinaritÀt. Sie schaltet die Literaturgeschichte, aber auch die Literaturtheorie ohne Schwierigkeiten in die breiteren Kontexte von der Sozialontologie, Anthropologie oder einfach der Soziologie oder Ethnographie ein. Auch die moderne Gesellschaft ist voll von Tabus, die nicht jederzeit wahrgenommen und erlebt werden, denn sie sind in vielen FÀllen hinter der Sozialisation, den nicht mehr hinterfragten sozialen Verhaltensregeln oder der ebenfalls nicht mehr reflektierten sozialen NormalitÀt versteckt. Neben diesen nur selten erlebten und bewusst gemachten Tabus existieren auch offene soziale, sogar politische Verbote. Selbst diese offenen und expliziten...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
59 |

Vom Satz zurĂŒck zur Höhlenmalerei

Man muss nicht alles wissen, nur wo es steht

Wissen, Erkenntnis und Bildung haben mit Arbeit im Sinne von Aneignung zu tun. Nichts davon fĂ€llt uns einfach so zu. Wenn wir uns nicht darum bemĂŒhen, verflacht unsere Sprache und unser Denken.

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Friedrich, Thomas
57 |

Das Design der Zukunft - Die Zukunft des Designs

Über die Bedeutung von "Design"

Demokratie ist heute weniger durch Verweigerung von unten, wie niedrige Wahlbeteiligungen, gefĂ€hrdet, wie uns Politiker heute weismachen wollen, sondern durch demokratiefeindliche Maßnahmen von oben: Wir haben in dieser Hinsicht tendenziell wieder feudalismusĂ€hnliche VerhĂ€ltnisse. Die StaatsbĂŒrgerdemokratie transformiert tendenziell zur EigentĂŒmerdemokratie.

Das immer hĂ€ufigere Auftreten des Wortes "Motivation" in unterschiedlichen gesellschaftlichen ZusammenhĂ€ngen ist ein indexikalisches Zeichen fĂŒr den immensen Zuwachs an entfremdeter Arbeit.

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Kiss, Endre
55 |

Der soziale Wandel als Politikum

Ideologische Konzepte

Durch unsere alltĂ€gliche Arbeit, ..., durch die ErfĂŒllung unserer bĂŒrgerlichen Pflichten, entsteht Fortschritt und Geschichte, sie ist zwar nicht unabhĂ€ngig von unserem Willen, sie ist aber auch kein Ausfluss unserer freien Entscheidungen.

Emanzipative Gesetzgebung, liberale Ideen, freie Kommunikation, demokratische Progression, diesseitige Kultur, ZurĂŒckdrĂ€ngen der Barbarei und die ewig scheinenden Garantien fĂŒr das Individuum, seine emanzipative Daseinsweise nunmehr jederzeit und ohne WiderstĂ€nde erleben zu können, diese Momente machen das Bewusstsein des zivilisatorischen Höhepunktes aus.

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Kiss, Endre
53 |

Thomas Bernhard - eine Literatur des Objektverlustes

Zur Frage des Realismus bei Thomas Bernhard

Die Frage nach dem Realismus von Bernhard ist in unseren Tagen nicht mehr eine Frage der literaturtheoretisch und literaturkritisch getarnten Kulturpolitik oder - im besseren Fall - die der kulturpolitisch und ideologisch relevanten Literaturtheorie (oder Literaturkritik), sondern eine kognitive, wenn nicht eben erkenntnistheoretische Problematik.

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Meyer, Helge
51 |

Performance Art

Untersuchung eines Zustands

Performance Art hat eine Zeitdimension, die sich auf spezifische Weise von anderen KĂŒnsten unterscheidet: Im Moment des Ereignisses der performativen Handlung ist der Prozess der VergĂ€nglichkeit bereits im Vollzug. Damit ergibt sich eine ephemere QualitĂ€t von Bewegungsbildern, die einer besonderen IntensitĂ€t und PrĂ€senz verpflichtet sind, um Eingang in die Wahrnehmung von Betrachtern zu finden. Auch entzieht sich die Performance den Marktkriterien, wie Peggy Phelan auf treffende Weise formuliert. Es bleibt nichts zurĂŒck außer der Spur der Bilder in der Erinnerung der Anwesenden.

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Kiss, Endre
49 |

Monetarismus und Liberalismus

Zu einer Theorie der globalen und geschichtsphilosophischen AktualitÀt

In der Welt des monetaristischen Komplexes wird das ganze Subsystem des Politischen radikal abgewertet: Der Politiker ist jemand, der zwar vieles vor der Wahl versprechen kann und muss, aus eigener Kraft jedoch kaum eine Chance hat, die AktivitĂ€ten des monetaristischen Komplexes durchzubrechen und seine höchste und komplexeste Aufgabe in diesem System ist es, den Kreis jener demokratisch auszuwĂ€hlen, die den nĂ€chsten restriktiven Maßnahmen zum Opfer fallen werden.

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Kuhmist

Ein vertrÀumter Blick aus dem Zeitfenster im Sommer 2006

Kuhmist hat es unlĂ€ngst geschafft, eine kleine Spalte in der „ZEIT“ zu fĂŒllen und das BĂŒchlein von Herrn Frankfurt hat das seine auf der Bildungs-Ebene dazu getan, dass der Begriff salonfĂ€hig geworden ist.

Kuhmist ist ein Synonym fĂŒr unsere Zeit, in der die Menschen Zeitfenster öffnen, schließen, zeitnahe Lösungen suchen, aber wenn diese sich nicht finden lassen, dann ist das nicht so schlimm, das nĂ€chste Zeitfenster öffnet sich sicherlich bald wieder ganz von selbst, das Problem muss nur richtig kommuniziert werden.

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Mall, Ram Adhar
45 |

SĂ€kulare und sakrale Theorie und Praxis der Toleranz

Eine interkulturelle Perspektive

Unter den VerĂ€chtern der Toleranzidee nimmt Friedrich Nietzsche eine zentrale Stelle ein. Ihm ist die liberale Gesinnung, die der Tugend der Toleranz eigen ist, verdĂ€chtig und verhaßt. Daß Nietzsche Toleranz die Tugend der breiten Masse nennt, liegt in der Konsequenz seiner Philosophie des Übermenschen. Was er jedoch kaum bedenkt, ist die Ausweglosigkeit einer Situation, in der es mehrere Instanzen gibt, die den Willen zur Macht beanspruchen.

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Eßbach, Wolfgang
39 |

Der Krieg gegen die Intelligenz

Warum fĂŒr eine Verschlechterung des Studiums StudiengebĂŒhren nötig sind

Die Bologna-Propaganda verspricht den BA-Studenten eine rosige Zukunft. Ein penetranter Optimismus wird eingehĂ€mmert. Der Gipfel des Betrugs und Selbstbetrugs ist der Glaube, mit dem BA werde eine verbesserte Berufsqualifizierung erreicht. Was fĂŒr Ärzte, Pfarrer, Diplomingenieure gilt, trifft auch fĂŒr Sinologen, Historiker und Juristen zu. Auf einem BA-Niveau sind sie nicht nur international, sondern auch fĂŒr diese Gesellschaft unbrauchbar. Selbst die, die diese Versprechen besserer beruflicher Chancen uns wie blĂŒhende Landschaften vor Augen fĂŒhren, glauben nicht daran. Denn sonst wĂŒrden sie mit ihrer wunderbaren Reform bei den Staatsexamen anfangen, beim juristischen Staatsexamen und bei Lehrern. Sie glauben nicht daran, denn sonst wĂŒrden...

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Hering, Thomas
37 |

UniversitÀten als Unternehmen

Akademische Zerrbilder und ideologische Illusionen einer Anti-Elite

Wer den in seiner BetrĂŒblichkeit schockierenden Abstieg vom höchsten intellektuellen .. Niveau preußischer Bildungspolitik zum zeitgenössischen bundesrepublikanischen Standard (Bologna) mit den HĂ€nden greifen will, braucht nur die jeweiligen Losungen gegenĂŒberzustellen:

damals die bahnbrechenden Formeln „Bildung durch Wissenschaft“ und „Einheit von Forschung und Lehre“  - heute schiere Unsinns-Floskeln wie (z.B.) „Brain up“typo3/#_ftn1 und „Gender Mainstreaming“typo3/#_ftn2.

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MĂŒller, Albrecht
35 |

Die ReformlĂŒge

40 Denkfehler, Mythen und Legenden, mit denen Politik und Wirtschaft Deutschland ruinieren.

Das Buch widerspricht der Hauptthese der öffentlichen Debatte um Reformen und der immer wieder verbreiteten Hoffnung, mit der Auflösung des sogenannten Reformstaus und mit Strukturreformen könne die wirtschaftliche Belebung und der wirtschaftliche Wiederaufstieg unseres Landes erreicht werden. Der Autor hĂ€lt dies fĂŒr eine fixe Idee, der die Mehrheit unserer Eliten und der Mainstream der MeinungsfĂŒhrer in Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft inzwischen verfallen sind.

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Elektronisches Lernen 2

e-learning - Ein Selbstversuch

Kein Schulhaus - keine Klingel - kein Pausenhof.

DafĂŒr ein PC, eine angekĂŒndigte Uhrzeit, nun ist es soweit, mein Kurs wird ab 12.00Uhr frei geschaltet sein. Aber vorab habe ich mich angemeldet, meine AnmeldebestĂ€tigung erhalten, eine Rechnung erhalten und ein Passwort und eine Kennnummer. Alles natĂŒrlich per Computer. ...

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Dörwald, Uwe
31 |

Disziplin-Drill-Gewalt

Disziplin, Drill und Gewalt - fĂŒhren zu NICHTS!

Aus Anlaß der Debatte um sekundĂ€re Tugenden, um Werte, die sicher wichtig, aber nicht absolut zu setzen sind, und aus Anlaß der Forderung und der Rufe nach dem Wieder-Einzug und der Restitution gerade dieser Tugenden in unseren Bildungseinrichtungen sei an ein paar alte Erkenntnisse erinnert. Zum einen an eine triviale Regel die gelten muss, wenn man eine offene und pluralistische und mithin freiheitliche Gesellschaft will, nĂ€mlich:Wenn man Pluralismus will, dann muss man VIELE und VIELES zulassen!

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Stark, Karl
29 |

Hartz IV

Wehe, du wirst arbeitslos, oder "es gibt kein Recht auf Faulheit!"

Dass das Thema Hartz IV ein Thema fĂŒr die ganze Nation war, sieht man schon daran, dass Hartz IV zum Wort des Jahres 2004 gewĂ€hlt wurde. Das nach dem VW-Personalchef Peter Hartz benannte Gesetz zur Arbeitsmarkt- und Sozialhilfereform hat die öffentliche Diskussion deutlich geprĂ€gt,...

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Kiss, Endre
27 |

Menschenrechte und Globalisierung

Menschenrechte und Menschen im Strome der Globalisation

Die Möglichkeit, die Gedankenwelt der Menschenrechte in die internationale Politik und im internationalen Recht zur Geltung zu bringen, gilt als einer der aktuellsten und im wahren Sinne des Wortes zeitgemĂ€ĂŸesten Versuche, der fĂŒr die neue Beschaffenheit des Staates (oder des "Nationalstaates") von entscheidender Bedeutung sein könnte.

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Neu, Margret
25 |

Analphabetismus

Ursachen und HintergrĂŒnde

Die Tatsache, dass es in Deutschland allgemeine Schulpflicht gibt, lĂ€sst den Schluss zu, Lesen und Schreiben sei eine FĂ€higkeit, ĂŒber die hierzulande jede/r mehr oder weniger verfĂŒgt.

Welch ein Irrtum! AnlĂ€sslich des Welttages fĂŒr Alphabetisierung am 08. September 2004 erfuhr ich aus der Presse von 4 Millionen (!) Analphabeten in unserem Land. Diese erschreckend hohe Zahl ist kaum nachzuvollziehen in einem Industrieland mit hohem Bildungsniveau wie der Bundesrepublik.

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Randhawa, Marion
23 |

Selbstkonzept und SelbstwertgefĂŒhl

Selbstkonzept und SelbstwertgefĂŒhl im sozialen Kontext

Selbstdarstellung bedeutet, dass man versucht, die EindrĂŒcke, die man auf andere macht, zu kontrollieren. Unser SelbstwertgefĂŒhl und unser Selbstkonzept sind wichtig fĂŒr unsere Positionierung im sozialen Kontext.

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Hoppe, Felicitas
21 |

Blinde HĂŒhner

Warum Schreiben lernbar, aber nicht lehrbar ist

Es ist kein Zufall, dass die Frage „Warum schreiben Sie?“ unter Autoren und denen, die es immer noch werden wollen, zu den meist gehassten gehört. Sie ist nĂ€mlich nicht ĂŒberflĂŒssig, sondern schwer zu beantworten. Unter anderem deshalb, weil sie die Undurchsichtigkeit ihres Tuns auf naive Weise in helles Licht rĂŒckt.

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Walter, Joachim
19 |

Anti-Gewalttraining im Jugendstrafvollzug

Tummelplatz fĂŒr "crime-fighter"

Keine Frage, angesichts zunehmender Verurteilung Jugendlicher und Heranwachsender zu Jugendstrafe wegen Gewaltdeliktentypo3/#_edn1, aber auch nicht seltener gewalttĂ€tiger Übergriffe unter Gefangenen im Jugendstrafvollzug selber tut Anti-Gewalt-Training not. Der obengenannte Beitrag jedoch verdient unter mindestens zwei Aspekten eine Erwiderung: Seiner Sprache und seines Inhaltes wegen.

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Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik
17 |

Reform statt Gegenreform

Memorandum 2004

Weshalb der folgende Text auf schwarz-auf-weiss steht:

  • weil wir ihn fĂŒr wichtig halten,
  • weil wir erschrocken sind ĂŒber den Gegensatz zwischen der realen Politik und dem, was gemeinhin WISSEN heißt,
  • weil wir daran glauben, dass mĂŒndige Menschen Zivilcourage zeigen sollen.
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Elektronisches Lernen

Lernen per e-learning

In aller Munde ist es, das neue Zauberwort, das unser Lernverhalten, unsere LernfÀhigkeit, unsere Lernmotivation, unsere Lernerfahrungen, unsere Lernmöglichkeiten, unser lebenslÀngliches Lernen optimieren, vereinfachen, kompensieren, erleichtern, flexibilisieren und maximieren wird: e-Learning!

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Hinner, Kajetan
13 |

Thesen ĂŒber Arbeitslosigkeit

Arbeitslosigkeit ist ein soziales Konstrukt

LĂ€sst man sich auf diese Feststellung ein, wird klar, warum Steuerberater gebraucht werden: Sie haben einen Beruf, weil die Gesellschaft ein Steuersystem erschaffen hat, das nach einiger Zeit das Berufsbild des Steuerberaters entstehen ließ. Es gibt keinen "Steuerberater an sich". Dieser Beruf existiert nur in bestimmten Gesellschaftsordnungen. Dies betrifft natĂŒrlich nicht alle Berufe.

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Dörwald, Uwe
11 |

AbsurditÀtenkabinett Teil 2

Alltags-AbsurditÀten

Der Druck auf Arbeitslose wird erhöht, obwohl weder genĂŒgend Stellen zur VerfĂŒgung stehen noch Neueinstellungen bei vielen Unternehmen geplant sind.

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Dörwald, Uwe
9 |

Karen Gloy - Das VerstÀndnis der Natur. (Bd.1)

Die Geschichte des wissenschaftlichen Denkens

Was den Markt an philosophischen BĂŒchern betrifft, die fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres als das einschlĂ€gige Fachpublikum geschrieben sind, so gibt es auf der einen Seite solche, die die Philosophie populĂ€rwissenschaftlich darstellen und dadurch wichtige Themen simplifizieren oder verkĂŒrzen und auf der anderen Seite der Skala sind solche zu finden, die in einer zu akademisch gehaltenen Sprache verfaßt sind, als daß sie komplizierte, aber wichtige Sachverhalte einem grĂ¶ĂŸeren interessierten Publikum zugĂ€nglich machen wĂŒrden. Selten also ist der GlĂŒcksfall eines philosophischen Buches, das sich sprachlich zwischen diesen beiden Extremen bewegt und ein Thema anschlĂ€gt, das fĂŒr ein grĂ¶ĂŸeres Publikum von vitalem Interesse ist. Ein solcher GlĂŒcksfall ist Karen...

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Axmann, Steffen
7 |

Nanotechnologie in Deutschland

Zur erfolgreichen Durchsetzung einer Basis- oder Querschnittstechnologie wie der Nanotechnologie gehört neben einer tadellosen Grundlagenforschung und deren staatlicher UnterstĂŒtzung vor allem noch ein weiterer Aspekt: Unternehmertum. Gerade daran scheint es in Deutschland aber zu mangeln,...

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Dörwald, Uwe
5 |

Zwischen Warnung und Hoffnung

Einige Bemerkungen zur geschichtsphilosophischen Diagnose der Gegenwart

BeschĂ€ftigt man sich lĂ€ngere Zeit mit den Themengebieten Post-Moderne, Geschichtsphilosophie, Philosophie der Geschichte oder den Diagnosen der Gegenwart, dann wird es irgendwann wichtig, der Frage nachzugehen, was man eigentlich macht, wenn man sich philosophisch oder auf andere Art und Weise mit den Fragen der Geschichtsphilosophie, der Analyse oder der Beschreibung der Gegenwart befaßt. Von Fontane stammt ein Satz, der diese Bemerkungen illustriert. Der Satz heißt: »Das Alte, sofern es ein Recht darauf hat, soll man lieben. Aber fĂŒr das Neue soll man recht eigentlich leben.« Man sieht schnell - dieser Satz hat einen Bezug nicht nur zur (Beurteilung/Wertung von) Literatur, sondern durch die Unterscheidung von Alt und Neu (Vergangenem und...

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Dörwald, Uwe
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AbsurditÀtenkabinett Teil 1

Alltags-AbsurditÀten

Die Bundesagentur fĂŒr Arbeit schickt Kommunikations- und Bewerbungstrainer in Bewerbungstrainings, um deren Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Wenn diese Personen sich - aus guten GrĂŒnden - weigern wĂŒrden, an einem solchen Training teilzunehmen, dann droht ihnen die KĂŒrzung des Arbeitslosengeldes.fileadmin/user_upload/texte/2004/SAW_absurditaeten_1___Doerwald.pdf

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Dörwald, Uwe
1 |

Panajotis Kondylis

PlĂ€doyer fĂŒr die NĂŒchternheit in der Politik

Panajotis Kondylis gehört zu einer - zumindest in unseren Breiten und Zeiten - rar gewordenen Spezies. Er gehört nicht zu jenen, die um jeden Preis auf Publicity aus sind und der als Privatgelehrter in Heidelberg und Athen lebt und sich in der Zwischenzeit einen Namen gemacht hat.

In seinem neuesten Buch zum Thema "planetarische Politik nach dem Kalten Krieg", das wie "Der Niedergang der bĂŒrgerlichen Denk- und Lebensformen" und "Macht und Entscheidung" ohne die sonst ĂŒblichen Attribute des philologischen und wissenschaftlichen Stils, d.h. ohne lange und manchmal ermĂŒdende Fußnoten auskommt, beleuchtet Kondylis die politische Landkarte nach dem Kalten Krieg und greift mit seinen Thesen ein in die Debatte um die Frage, ob Kriege...

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