Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklÀren Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewÀhrleisten.

DarĂŒber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen ĂŒber das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Suche:

Red.
362 |

70 Jahre Allgemeine ErklÀrung der Menschenrechte

UN-Resolution 217 A (III)

Heute vor 70 Jahren, am 10.Dezember 1948, wurde die Allgemeine ErklÀrung der Menschenrechte unterzeichnet.

Aus diesem Anlass haben wir einige unserer Autoren gebeten, ein kurzes Statement zum Stellenwert der Menschenrechte zu schreiben. Mit den Statements von Hartmut Buchow, Lukas Dörwald, Jitka Perina, Ulrike Rainer und Milo Rau gratulieren wir der UN-Resolution 217 A zum Geburtstag.

 

 

[Weiterlesen]
Berger, Thomas
361 |

Tunnel des Lebens

Das sÀkulare Gewand eines theologischen Denkmodells

Der 1990 in NeuchĂątel verstorbene schweizerische Schriftsteller Friedrich DĂŒrrenmatt (geboren 1921) hinterließ ein breit gefĂ€chertes Werk: TheaterstĂŒcke, Hörspiele, Romane, ErzĂ€hlungen und Essays. Vor allem einer seiner Texte ist mir in lebhafter Erinnerung geblieben: die ErzĂ€hlung Der Tunnel. Sie erschien erstmals 1952, in der bearbeiteten Fassung 1978.   

Steigen wir in einen Eisenbahnzug nach ZĂŒrich, wie es der vierundzwanzigjĂ€hrige Student der Geschichte an einem Sonntagnachmittag tut. Lassen wir nun etwa zwanzig Minuten Fahrtzeit vergehen, wobei wir uns dessen erfreuen, was zwischen Alpen und Jura vom Fenster aus zu betrachten ist. Nach Verstreichen dieser Frist fĂ€hrt unser voll besetzter Zug gleich nach Burgdorf im Kanton Bern in...

[Weiterlesen]
Brose, Thomas
360 |

Universalisten aller Lager vereinigt Euch!

Wenn Katholiken und Linke miteinander diskutieren

An der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen fand am 13. November 2018 ein GesprĂ€ch zwischen dem Politiker Gregor Gysi und Bischof Gerhard Feige statt. Betitelt war das GesprĂ€ch mit: "Ich hasse nicht zurĂŒck." Eine das GesprĂ€ch leitende Fragen war: Gibt es Möglichkeiten, Konfessions-, Religions- und Weltanschauungsunterschiede zu ĂŒberwinden, um gemeinsam die tiefen GrĂ€ben, die unsere Gesellschaft durchziehen, zu verringern?

Dass die Leipziger Diskussion sich durch PrĂ€gnanz und Schlagfertigkeit auszeichnete, war auch Frank Richter zu verdanken. Der Theologe und BĂŒrgerrechtler, der den christlich-sozialistischen Dialog moderierte und zu einem Trialog erweiterte, trug dazu bei, eine manchmal bedrĂŒckende Gegenwart an den...

[Weiterlesen]
Hoppe, Felicitas
359 |

KÄSE, FREIHEIT UND ANGST

Wir sind keine Bewohner des Elfenbeinturms

ElfenbeintĂŒrme werden im Zusammenhang mit Kunst (und Wissenschaft) immer wieder thematisiert. Im Zusammenhang mit ElfenbeintĂŒrmen geht es um den RealitĂ€tsbezug, - die Weltferne bzw. Weltfremdheit oder die WeltnĂ€he -, von Kunst und KĂŒnstlern. Es geht um Fragen wie die, wofĂŒr Kunst steht und wozu Fiktion ĂŒberhaupt nĂŒtzlich ist. Es geht um die Daseinsberechtigung von Kunst und KĂŒnstlern in einer an Wirtschaft, Nutzen und Effizienz orientierten Welt, in der der Raum fĂŒr Geschichten und ErzĂ€hltes enger wird. Es geht um die Freiheit der Kunst und um die Freiheit von KĂŒnstlern. Wo es um Freiheit geht, geht es immer um alles und - existenzialistisch gesehen - auch um die Angst (vor der Freiheit) und - salopp gesprochen - immer auch um den KĂ€se, den...

[Weiterlesen]
Wolfgang HÖRNER & Tobias ROTH
358 |

>>Ich liebe die Freiheit. Ich will und kann keiner Partei dienen.<<

Möge der Name Verpflichtung sein!

"Manchmal hat man das GefĂŒhl, es sei Zeit: diesmal, Zeit dafĂŒr, auf die Benennung der AfD-nahen Stiftung als "Desiderius Erasmus"-Stiftung zu reagieren. Die Benennung einer AfD-nahen Stiftung nach Erasmus hat kurz ein wenig schockiert und verblĂŒfft und zum Widerspruch herausgefordert, aber beim Weiterdenken zu einer anderen Idee gefĂŒhrt: warum nicht die Gelegenheit beim Schopf packen und einen kleinen Band Erasmus machen. Damit alle nachlesen können, wonach die sich benannt haben: nĂ€mlich nach einem höchst menschenfreundlichen, die Toleranz, den Ausgleich und die HerzensgĂŒte propagierenden Menschen, den Deutschland nicht sonderlich interessierte und der nicht mehr und nicht weniger als WeltbĂŒrger sein wollte.“ Wolfgang Hörner   

Wir von sc...

[Weiterlesen]
TU BERLIN
357 |

Antisemitismus 2.0

Antisemitismen haben im Netz stark zugenommen

In welchen Manifestationen tritt Antisemitismus im 21. Jahrhundert in Erscheinung? Welche Stereotype werden kommuniziert? Und welche Rolle spielt die emotionale Dimension beim aktuellen Judenhass?

Mit diesen Fragen beschĂ€ftigt sich im Rahmen der empirischen Antisemitismusforschung die von 2014 bis 2018 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Langzeitstudie zur Artikulation, Tradierung, Verbreitung und Manifestation von Judenhass im digitalen Zeitalter unter der Leitung der Kognitionswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schwarz-Friesel. 

[Weiterlesen]
Rainer, Ulrike
356 |

Life in the United States - 20

Ohio - Land der Mitte

Der Staat Ohio hat den Anschluß an die neuere Zeit verpasst. Es gibt verschiedene Wege aus der Krise. Aber ein Weg in die Zukunft erfordert ĂŒberhaupt keine Wahl. - Der Weg von gestern leistet VerĂ€nderungen Widerstand und verweigert die Erkenntnis, da KrĂ€fte am Werk sind, die grundlegende Wandlungen herbeigefĂŒhrt haben. Es ist ein Weg in die Isolation und den Niedergang. Anstatt den RĂŒckgang von Ohios GrĂ¶ĂŸe zu beklagen und die Vergangenheit in Museen zu feiern und zu pflegen, mĂŒssten sich die Menschen wie einst engagieren: durch Innovation, Experimentierfreudigkeit und vor allem Bildung.

 

 

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
355 |

GATEWAYS TO HELL

Zum Bildband CTRL-X von Kai Löffelbein

Gesellschaften, in deren Mittelpunkt der Konsum steht, sind Gesellschaften, die MĂŒll produzieren. In den USA und in der EU fallen pro Jahr und pro Kopf zwischen 20 und 30 Kilogramm Elektroschrott an, so viel wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Die Folgen des MĂŒllexports zeigt uns der Fotograf Kai Löffelbein, der sich auf den Weg zu den weltweit grĂ¶ĂŸten MĂŒllkippen fĂŒr Elektroschrott gemacht hat. Diese trostlosen Orte des MĂŒllexports findet Löffelbein in Ghana, Indien und in China. Die beeindruckenden Fotografien sind versammelt in seinem Buch CTRL-X.

[Weiterlesen]
WORLD BANK
354 |

WHAT A WASTE 2.0

A Global Snapshot of Solid Waste Management to 2050

MÜLL und die Vermeidung von MĂŒll ist ein wichtiges und ein globales Thema.

Zu dieser Thematik hat die Weltbank eine Studie veröffentlicht, auf die wir hinweisen möchten. 

[Weiterlesen]
Rainer, Ulrike
353 |

MEIN BERGMAN

TrĂ€umen wird man dĂŒrfen

Mein Bergman ist eine Hommage an den Regisseur Ingmar Bergman.

Am 14. Juli 2018 jĂ€hrte sich der hundertste Geburtstag Ingmar Bergmans. Er war einer der großen Auteur-Regisseure des 20.Jahrhunderts. Als er 2007 verstarb, hinterließ er ĂŒber vierzig Filme. Zu den meisten Filmen schrieb er selbst das Drehbuch. 

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
352 |

Gretzky & ,Hoppe‘ – vom Spiel ,auf dĂŒnnem Eis‘ zu poetischen Freiheiten

Eine essayistische AnnÀherung an Hoppe


 weil wir nicht aufgeben, der Literatur eine Bedeutung abzuringen, beschĂ€ftigen wir uns mit Literatur und haben im besten Fall und ökonomisch gesprochen so etwas wie einen ,Mehrwert‘ von dieser BeschĂ€ftigung. Wir als Leser, die nach Sinn und Bedeutung oder den ErzĂ€hlprinzipien in der Literatur und bei Hoppe suchen, werden „ohnehin alles durcheinanderbringen“, wenn wir ein literarisches Werk betrachten, weil wir uns „die Freiheit, die Hoppe im Akt des Schreibens erfĂ€hrt“, auch als Leser nehmen dĂŒrfen. 

 

[Weiterlesen]
Kiss, Endre
351 |

Georg LukĂĄcsÂŽ NeubegrĂŒndung des Marxismus

Von Hartmanns zu Lukács’ Ontologie

Der Positivismus galt LukĂĄcs’, allgemein formuliert, in allen Perioden als ein verachteter Gegner, - als ein seichtes Denken der Bourgeoisie -, sowohl der lebensphilosophische als auch der marxistische LukĂĄcs dachte so.   

Der Neopositivismus dĂŒrfte LukĂĄcs als eine Fleischwerdung all jener Tendenzen vorgekommen sein, die in seinen Augen in Kant und im klassischen Positivismus nicht akzeptabel waren, insbesondere der Überdimensionierung der Erkenntnistheorie zuungunsten einer sich auf die RealitĂ€t richtenden philosophischen Einstellung.    

In der GegenĂŒberstellung des Neupositivismus und des in vielem verspĂ€teten SpĂ€tstalinismus dĂŒrfte LukĂĄcs in der sich öffnenden Welt und in der immer freieren philosophischen Kommunikation klar geworden...

[Weiterlesen]
Akbar, Murtaza
350 |

Sprache als Waffe: Gegen „Asyltourismus“ helfen nur „schĂ€rfste Grenzregime“

Die absichtliche Verrohung der Sprache schadet uns allen

Viele Worte werden einem in seiner Kindheit entgegengeworfen – bei mir waren einige darunter, die weniger ĂŒblich sind. Neger, Kanake und Asylant sind nur drei Beispiele. Heute kommt das offen glĂŒcklicherweise sehr selten vor. Was ansonsten oder an anderer Stelle ĂŒber mich gesagt und gesprochen wird, weiß ich natĂŒrlich nicht, aber wer weiß das schon? Sprache ist Macht. Sprache ist Kraft. Sprache kann spalten, aber auch vereinen, motivieren, fördern, bilden. Abgesehen von physischer oder psychischer Gewalt kann kaum etwas so sehr verletzen wie Worte. Schon sehr frĂŒh habe ich deshalb feine Antennen dafĂŒr entwickelt, welches Gewicht Worte und Sprache haben. Deutlich mehr, als es vielen Menschen bewusst ist. 

 

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
348 |

Spielotheken in Worms

Eine Fotoreportage

Wenn man Spielotheken ohne Wertung betrachtet, dann sind sie ein GeschĂ€ft wie jedes andere auch und noch dazu steuerlich interessant. Auf der anderen Seite verĂ€ndern sie das Bild (und auch die AtmosphĂ€re) einer Stadt und zwar nicht unbedingt positiv. Viele Spielotheken machen eine Stadt nicht unbedingt attraktiv(er).   

Dass in Spielhallen auch pathologische Spieler (SpielsĂŒchtige) zu finden sein dĂŒrften, versteht sich von selbst. Die Politik sollte ĂŒberlegen, was mehr zĂ€hlt: Die Steuereinnahmen durch Spielotheken oder die Krankheitskosten fĂŒr die Behandlung der Spielsucht.  

Interessanterweise geht der Gesetzgeber in seiner Rechtssystematik zu Spielotheken davon aus, dass  diese Angebote grundsĂ€tzlich gesellschaftsschĂ€dlich und damit gru...

[Weiterlesen]
SIRI 16,
346 |

40 Jahre SO36 in Berlin

Depeschen aus der Kapitale - 2/2018

AnlĂ€sslich des 40jĂ€hrigen Geburtstags vom SO36 in Berlin lud mich Wolfgang MĂŒller in seinen Erinnerungsbus ein, der in Kreuzberg stehen sollte. In der Einladung war von einer Gala die Rede und GesprĂ€chen mit WeggefĂ€hrten des legendĂ€ren Clubs.   

Wolfgang MĂŒller ist KĂŒnstler, Musiker, Autor, Elfen-Experte, Punk, Professor und MissverstĂ€ndnis-Wissenschaftler. Und fĂŒr alle Nicht-Berliner: Das SO36 zĂ€hlt zu den sagenumwobenen Orten in Kreuzberg, benannt nach dem alten Poststellbezirk SĂŒdost 36. Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre Epizentrum der New Wave- und Punkszene – im Esso, wie Insider es nennen, sind die Toten Hosen aufgetreten, EinstĂŒrzende Neubauten, Fettes Brot und auch Wolfgang MĂŒllers Band Die tödliche Doris, um nur...

[Weiterlesen]

GEMETZEL MIT ETZEL

Nibelungenfestspiele 2018

Die Nibelungenfestspiele 2018 sind eröffnet, der rote Teppich fĂŒr die B-Promis ist entrollt, der Heylshof erstrahlt in bester Gastgebermanier und die Schönen und Reichen strömen herbei. Premierenkarten sind besondere Karten, da strengen sich viele noch mal ganz besonders an.  

Die Regie fĂŒhrt in diesem Jahr Roger Vontobel, das Autorenduo Feridun Zaimoglu und GĂŒnter Senkel haben den Federkiel gespitzt und den Text fĂŒr das StĂŒck geschrieben. Eine Fortschreibung wird angekĂŒndigt, es wird etwas ganz Neues, heißt es.

[Weiterlesen]
Berger, Thomas
341 |

GRAZIE UND INTUITION

Zur AktualitÀt einer VerhÀltnisbestimmung

bei Heinrich von Kleist

 

Vor mehr als zweihundert Jahren, genauer: 1810, erschien in den Berliner BlĂ€ttern die Abhandlung Über das Marionettentheater. Der Dichter Heinrich von Kleist (1777−1811) wendet sich darin – der Sache nach − einem Begriffspaar zu, das die Philosophie seit Platon (428/427−348/347) beschĂ€ftigt. Auch die Psychologie, etwa C. G. Jung (1875−1961), und die Ethik, wenn sie nach dem Fundament der Unterscheidung von Gut und Böse forscht, widmen sich den polaren GrĂ¶ĂŸen GefĂŒhl und Verstand, Anschauung und Reflexion, intuitives und diskursives Erfassen. Die zentrale Frage lautet: Welcher Stellenwert kommt den kontrĂ€ren GrĂ¶ĂŸen zu, und in welchem VerhĂ€ltnis stehen sie zueinander?     

JĂŒngere Untersuchungen, beispielsweise das Werk Multiple Intelligences...

[Weiterlesen]
Senigaglia, Cristiana
339 |

DIE VIRTUELLE WELT, NIETZSCHE UND DIE FRAGE DER WAHRHEIT

Die Beschaffenheit der virtuellen Welt entkrĂ€ftet zumindest partiell die Aussagekraft der realitĂ€tsbezogenen Wahrheitskriterien. Die vier ĂŒblichsten Kriterien der Wahrheit beruhen auf: Kongruenz, KohĂ€renz, Pragmatik und Konsensus. In der virtuellen Welt verlieren sie teilweise an Bedeutung und PrĂ€gnanz, weil sie in den Konstellationen der VirtualitĂ€t nicht mehr als notwendig und direkt anwendbar empfunden werden.   

(
)   

... laut Nietzsche (bedeutet) die Kritik an den Fakten und an dem festen Glauben daran keine Form der Relativierung und der GleichgĂŒltigkeit ihnen gegenĂŒber, sondern sie deutet auf die Notwendigkeit hin, das vermeintliche SelbstverstĂ€ndliche zu hinterfragen und genau da Verdacht zu schöpfen, wo alles selbstverstĂ€ndlich...

[Weiterlesen]
Berger, Thomas
337 |

POESIE UND SCHICKSAL

Zum 130. Todestag Theodor Storms

Der deutsche Schriftsteller Theodor Storm starb am 4. Juli 1888 im nordfriesischen Hademarschen. Seine literarischen Werke sind weltweit verbreitet. Zum 130. Todestag am 4. Juli 2018 widmet sich der nachfolgende Essay dem Leben und Wirken des bedeutenden Lyrikers und Novellisten. Zudem wird die Frage erörtert, ob beziehungsweise inwiefern Storm als Heimatdichter zu betrachten ist. 

[Weiterlesen]
Wallenhorst, Paul
335 |

SELFIES MIT DELEUZE

Ziel dieser Arbeit ist es zu verdeutlichen, dass Fotografie durchaus nichts Immaterielles an sich hat, auch wenn sich die Überlegungen ausdrĂŒcklich auf solche Fotografie beziehen, wie sie tĂ€glich mit digitalen Handy-Kameras fĂŒr soziale Netzwerke betrieben wird. Im Gegenteil soll die Fotografie als eine materielle und performative TĂ€tigkeit verstanden werden, weswegen der Begriff des fotografischen Aktes, der diese Tatsache verdeutlicht, hĂ€ufiger fallen wird.

„Instagram-Fotografie“ ist eine Operation, die durch und in unserem Fleisch verlĂ€uft. Sie funktioniert mit unserem Begehren, WĂŒnschen und Verlangen, die nur als materielle verstanden werden können. Es muss die Frage gestellt werden, ob sich in den Prozessen eines fotografischen Aktes...

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
333 |

THINKING IS READING-ON-THE-MOVE

"Slow Philosophy" is a love letter to philosophy

Man kann die Welt der BĂŒcher beschreiben wie Hans Blumenberg in Die Lesbarkeit der Welt: "... mit einem Mal (wird) der Staub auf den BĂŒchern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in BĂŒchern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der Überdruß, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. BĂŒcher machen kurzsichtig und lahmĂ€rschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist." Man kann einen Durchlauf, wenn nicht durch die ganze Geschichte der Kunst, so doch durch die im Louvre ausgestellte Kunst haben, entweder in 9 Minuten und 43 Sekunden wie in Jean-Luc Godards Film Bande Ă  Part von 1964 oder gar in 9 Minuten und 27...

[Weiterlesen]
Ilgner, Julia
331 |

DEAD BUT ALIVE

Felicitas Hoppe und Jo Lendle erwecken in ihrem Akzente-Band die Legende zu

neuem Leben

Tot sind sie (fast) alle – die Helden und Heiligen, BerĂŒhmten und Vergessenen, Wahren und Erfundenen, die in der aktuellen Ausgabe der traditionsreichen Akzente- Literaturzeitschrift des MĂŒnchner Hanser-Verlags, vor ĂŒber 60 Jahren von Walter Höllerer und Hans Bender gegrĂŒndet, dann lange Zeit von Micheal KrĂŒger betreut und seit 2015 mit neuem Konzept von Jo Lendle und einem wechselnden Gast herausgegeben, literarisch reanimiert werden – mit Ausnahme von Whistleblower und WikiLeaks-GrĂŒnder Julian Assange, der sich mit seiner eskapistischen Existenz in der ecuadorianischen Botschaft in London jedoch auch irgendwie dem Leben und den Lebenden entzogen hat.   

Aber Totgesagte leben, zumindest dem Volksmund nach, bekanntlich lÀnger: So mag das...

[Weiterlesen]
Reporter ohne Grenzen
329 |

Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa

Rangliste der Pressefreiheit 2018

In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit 2018 von Reporter ohne Grenzen: Vier der fĂŒnf LĂ€nder, deren Platzierung sich am stĂ€rksten verschlechtert hat, liegen in Europa, drei davon sind Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union.   

Bei uns werden seriöse Medien von rechts-nationalen KrĂ€ften als "LĂŒgenpresse" diffamiert, die TĂŒrkei ist inzwischen bekannt fĂŒr ihre EinschrĂ€nkungen der Pressefreit und in Ungarn gab es Listen unliebsamer Jourmalisten in der staatsnahen Presse. Wenige Tage nach dem erneuten Sieg der Fidesz-Partei bei den Parlamentswahlen, veröffentlichte das regierungsnahe Wochenblatt Figyelö unter der...

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
326 |

Krisenliteratur und ihre Halbwertszeit

AnlÀsslich Slavoj Zizeks >>Der Mut der Hoffnungslosigkeit<<

Wir leben, so lautet ein wirkmĂ€chtiges Narrativ der Gegenwart, in postmodernen und postfaktischen Zeiten, was zur Folge hat, dass sich Begriffe wie Wahrheit oder Erkenntnis verflĂŒssigen. Dies gilt fĂŒr den politischen und den sozialen wie auch fĂŒr den wissenschaftlichen Raum. Dabei gibt es natĂŒrlich ein Interesse an der momentanen Verblödung der Welt und an der zunehmenden Politisierung des Alltags, zu der auch, wie manche vermuten, die digitale Verflachung der Welt ihren Obulus entrichtet. Aber man muss aufpassen, dass man nicht in Denkfallen gelockt wird.

 

[Weiterlesen]
Rainer, Ulrike
324 |

Life in the United States - 19

Tennessee - Der dreigeteilte Staat

Gallia est omnis divisa in partes tres ... Tennessee auch. Neben dem geographischen Aspekt gibt es natĂŒrlich viele andere Dinge in der Geschichte Tennessees zu entdecken.  

Angefangen hat alles mit den ersten Siedlern: "Es waren Trapper, solche auf der Suche nach Gold und Ruhm; die TrĂ€umer einer besseren Welt; die Retter von Seelen; Landspekulanten, die ihre eigenen Gesetze machten und Schlingel, die vor dem Gesetz flĂŒchteten, und immer mehr Siedler, die kleine Gehöfte in die Wildnis bauten."   

Zu Tennessee gehört auch die Geschichte des Ku Klux Klans und der kleine Ort Black Oak Ridge, der durch ein wichtiges militÀrisches Projekt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kurzzeitig seine Einwohnerzahl vervielfachen konnte. 2012 gibt es dann...

[Weiterlesen]
Wendzel, Steffen
323 |

Ich hab' nichts zu verbergen!

Rezension zum Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes"

In den letzten Jahren gab es viele Skandale, die die Datensicherheit von Nutzerprofilen in den sozialen Netzwerken betreffen. Momentan wird diese Debatte dominiert von der aktuellen und berechtigten Aufregung um Facebook. - Facebook ist mal wieder in den Schlagzeilen. In diesem Kontext stellt sich die Frage nach der Sicherheit unserer Daten und unserer Profile, die wir im digitalen Raum hinterlassen.    

Vor diesem Hintergrund rezensiert Steffen Wendzel, Professor fĂŒr IT-Sicherheit an der Hochschule Worms, fĂŒr uns das Buch "Komplizen des Erkennungsdienstes. Das Selbst in der digitalen Kultur" von A. Bernard.

 

[Weiterlesen]
Hoppe-Dörwald, Dorothea
321 |

FREIE PRESSE IST EXISTENZIELL

Rezension zu Philippe Soupaults "Die Zeit der Mörder. Erinnerungen aus dem Gefängnis."

Damals galt und heute gilt: Das freie Wort ist immer gefĂ€hrdet. Ganz besonders gilt das in totalitĂ€ren Regimen. Journalisten sind mitunter unbequem mit dem, was sie zu sagen haben. Viel zu oft zahlen Journalisten wie Deniz YĂŒcel, Caruna Galizia (Malta) oder JĂĄn Kuciak (Slowakei) einen hohen Preis fĂŒr ihre Arbeit.

Auch Philippe Soupault, dessen Buch Zeit der Mörder jetzt auf deutsch erschienen ist, ging fĂŒr die Wahrheit ins GefĂ€ngnis.

[Weiterlesen]
SIRI 18
319 |

Über Hitchcocks Lieblingsblondine, Nagelstudios und Löwenhunde

Depeschen aus der Kapitale - 1/2018

Letztendlich war es ein Zufall, der mir half, mit Tam ins GesprĂ€ch zu kommen. Verzweifelt auf der Suche nach einem Paket, das angeblich an mich zugestellt worden war, mich jedoch nie erreicht hatte, fragte ich erst all meine Nachbarn in unserem Mietshaus, dann die mir bekannten Ladenbesitzer in meiner Straße, die auch Post–Pakete annehmen. Niemand konnte mir weiterhelfen, bis einer der immer wechselnden DHL-Zusteller mir sagte, bei den Nageldamen wĂŒrde er auch manchmal Pakete abgeben. Er zeigte auf einen Laden namens PINK NAILS, der bisher nur schemenhaft in mein Gesichtsfeld gerĂŒckt war. Den Ausdruck Nageldamen kannte ich nicht. Auch danach hörte ich die seltsamsten Bezeichnungen fĂŒr Tam und ihre MĂ€dchen, ManikĂŒristinnen, Kosmetikerinnen,...

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
317 |

Eine völlig durchgeknallte Arbeitswelt

Undurchsichtige Rankings und charmante Cheerleader

Stellen sie sich vor, sie kommen morgens zu ihrem Arbeitsplatz und in der Lobby ihrer Firma hĂ€ngt ein ĂŒberdimensionierter Bildschirm, auf dem sie immer ihren Namen finden können und dahinter steht eine Bewertung, wo sie gerade in der Firma gerankt sind. Ob ihre firmeninternen Aktien oder ihre Reputation gestiegen oder gesunken sind, sehen sie sofort, wie alle anderen auch. Den Algorithmus bzw. die Kriterien, nach denen sie und ihre KollegInnen bewertet werden, kennt niemand, außer dem Chef, den noch niemand gesehen hat und der sich nur mit unverstĂ€ndlich gemurmelten Anweisungen, die durch Lautsprecher in die BĂŒros ĂŒbertragen werden, zeigt. ZusĂ€tzlich mĂŒssen sie sich tĂ€glich einen neuen freien Arbeitsplatz suchen und den KollegInnen im BĂŒro...

[Weiterlesen]
Uzukauskaite, Lina
314 |

ZUR UTOPIEAUFFASSUNG INGEBORG BACHMANNS

Die Utopieauffassung Ingeborg Bachmanns (1926-1973) wurde durch ihre Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Robert Musil (1880-1942) und seinem Hauptwerk Der Mann ohne Eigenschaften (1930/31, 1932/33, 1952) entscheidend geprÀgt. Im Bereich der Literaturwissenschaft wurden die im Werke Bachmanns nachzuweisenden Spuren der intensiven Musilrezeption in mehreren Publikationen bereits behandelt (vgl. u. a. Agnese, 1996, 103-114; Bartsch, 1980, 162-169; Weber, 1986, 55-74).

Dieser Beitrag konzentriert sich in erster Linie auf das Möglichkeitsdenken und die fĂŒnf zentralen Utopien im Mann ohne Eigenschaften sowie im weiteren Verlauf auf das utopische Denken Bachmanns, das u. a. anhand einiger Beispiele aus ihrem Roman Malina (1971)...

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
312 |

BĂŒcher statt Screens

Vom Wert der privaten und öffentlichen Bibliotheken

Es gibt die wahren Mythen von berĂŒhmten und verschwundenen Bibliotheken und die Geschichte des großen Schriftstellers, Bibliothekars und Lesers Jorge Luis Borges, der fĂŒr den Autor der Verborgenen BibliotheknatĂŒrlich eine große Rolle spielte. Es gibt den Gedanken, dass jede Bibliothek auch etwas ĂŒber seinen Besitzer aussagt - Zeige mir deine Bibliothek und ich sage dir, wer du bist! - und es gibt natĂŒrlich die völlig subjektiven Umgangsweisen mit privaten Bibliotheken, die auch Orte der Erinnerung sind, und deren Wichtigkeit und Bedeutung man erst bemerkt, wenn sie nicht mehr da sind. Man hat schon von Leuten gehört, die am Verlust ihrer BĂŒcher zu Kranken, von anderen, die an ihrem Erwerb zu Verbrechern geworden sind. Über einer privaten...

[Weiterlesen]
Rose, Mathew D.
310 |

Germany and the loss of political trust

Vertrauen ist ein hohes Gut, ob im Leben, an der Börse oder in der Politik. Vertrauen kann man auch verspielen und verlieren. Das gilt auf besondere Weise in der Politik.  

Vertrauensverlust in die deutsche Politik ist das Thema von Mathew D. Rose, der nicht nur investigativer Journalist und Historiker, sondern auch einer der Herausgeber von BRAVE NEW EUROPE ist. -

"Although nearly four months have passed since the national election, Germany still hasn’t formed a government. The Dutch, with their complicated coalition process, may find this normal, but for Germans it certainly isn’t. Initially it seemed feasible that chancellor Angela Merkel’s Christian Democratic Union (CDU) and its Bavarian partner Christian Social Union (CSU) could...

[Weiterlesen]
Dörwald, Uwe
349 |

Soziologie oder Biographie? Man muss sich entscheiden.

Eribons privater Klassenkampf in „Gesellschaft als Urteil“

Didier Eribon, der mutmaßlich neue Stern am französischen Intellektuellenhimmel, braucht ganze 264 Seiten bis er zum Schluss seines Buches „Gesellschaft als Urteil“, das in den Feuilletons auch schon mal als Meta-Buch bzw. als Begleit- oder Kommentarbuch zu seinem Erfolgstitel „RĂŒckkehr nach Reims“ bezeichnet wurde, auf den Punkt kommt: „Sicher bin ich mir nur, dass einzig eine immer wieder erneuerte theoretische Analyse der Herrschaftsmechanismen mit ihren unzĂ€hligen Funktionen, Registern und Dimensionen in Verbindung mit dem unverwĂŒstlichen Willen, die Welt im Sinne einer grĂ¶ĂŸeren sozialen Gerechtigkeit zu verĂ€ndern, uns in die Lage versetzt, den vielgestaltigen KrĂ€ften der UnterdrĂŒckung zu widerstehen.“ In diesem Sinne ist sein Buch eine...

[Weiterlesen]
Rainer, Ulrike
347 |

Life in the United States - 18

Kentucky - Der unentschlossene Staat

Was hat Kentucky neben der Corvette und dem Mythos um den grĂ¶ĂŸten Boxer aller Zeiten, Muhammad Ali, der Welt noch zu bieten? Fort Knox zum Beispiel mit 8.000 Tonnen Gold oder Colonel Saunders, der eigentlich kein Oberst war, sondern schlicht Harland Saunders hieß, sich aber in der militĂ€rischen Rolle gefiel. Ihm verdanken wir Kentucky Fried Chicken.  

Die Geschichte des Staates ist insofern spannend, weil Kentucky wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges sowohl enge Beziehungen zum SĂŒden als auch zum Norden hatte. Der Staat schwankte anfĂ€nglich und war unentschlossen, auf welche Seite er sich im BĂŒrgerkrieg stellen sollte.

[Weiterlesen]