Diese Webseite nutzt Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.

DarĂĽber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen ĂĽber das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Suche:

339 |

DIE VIRTUELLE WELT, NIETZSCHE UND DIE FRAGE DER WAHRHEIT

(c) Uwe Dörwald / Buchmesse FFM 2016

Die Beschaffenheit der virtuellen Welt entkräftet zumindest partiell die Aussagekraft der realitätsbezogenen Wahrheitskriterien. Die vier ĂĽblichsten Kriterien der Wahrheit beruhen auf: Kongruenz, Kohärenz, Pragmatik und Konsensus. In der virtuellen Welt verlieren sie teilweise an Bedeutung und Prägnanz, weil sie in den Konstellationen der Virtualität nicht mehr als notwendig und direkt anwendbar empfunden werden.   

(…)   

... laut Nietzsche (bedeutet) die Kritik an den Fakten und an dem festen Glauben daran keine Form der Relativierung und der GleichgĂĽltigkeit ihnen gegenĂĽber, sondern sie deutet auf die Notwendigkeit hin, das vermeintliche Selbstverständliche zu hinterfragen und genau da Verdacht zu schöpfen, wo alles selbstverständlich und unproblematisch erscheint. Die Kritik des Positivismus und die Entwicklung der Genealogie als Methode ergänzen sich gegenseitig: Sie bringen die Menschen dazu, nicht nur auf die Fakten hinzuweisen, sondern sich auf ihre Herkunft zurĂĽckzubeziehen, die zum einen viel komplexer und vielfältiger ist, als in der Regel angenommen wird, und zum anderen auch negative Seiten beinhaltet, die meistens verheimlicht oder verstellt werden. Freie Geister sind fĂĽr Nietzsche diejenigen, die imstande sind, „tief zu tauchen und wohl auf den Grund zu sehen“, ein Verhalten also, das sich von Unmittelbarkeit, GleichgĂĽltigkeit, Seichtigkeit und Oberflächlichkeit verabschiedet und hingegen fĂĽr neue Erkenntnisimpulse einsteht.  

 

Text lesen