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Essay über die neue Globalisation

Um die aktuellen und, wie gesagt, „alltĂ€glichen” Prozesse im allgemeinen Sinne des Wortes (es geht also keineswegs um hermeneutische Spitzfindigkeiten angesichts extrem komplexer TatbestĂ€nde) zu verstehen, sollten die gewöhnlichen Akteure unserer Zeit ein Zeitalter sich vergegenwĂ€rtigen, das aus unendlich vielen kleinen Facetten besteht, weit auf dem ganzen Globus verstreut geschieht, auf vielen Sprachen lĂ€uft und aufgearbeitet wird, wegen des enormen Ausmasses der Informationsmengen ĂŒberhaupt nicht begreifbar ist, dazu noch im Kontext einer Vielheit alter und neuer, bekannter und noch unerkannter Ideologien konzeptualisiert wird.

Das ist aber noch nicht alles.

Man kann mit gutem Recht vorausschicken (angesichts der umfassenden hermeneutischen Notwendigkeiten, „antizipieren”), dass diese konkrete Gegenwart, dieser konkrete Zustand der Globalisation extrem komplex, ferner historisch prĂ€zedenzlos existiert, zahlreiche Fakten hinter der OberflĂ€che versteckt sind (zum Teil unbeabsichtigt wegen des enormen Ausmasses des Informationsverkehrs, zum Teil willentlich, wegen partikulĂ€ren Interessen, zum Teil aber auch wegen der juristischen GrosszĂŒgigkeit der weit angesetzten persönlichen Rechte).

Die konkrete Gegenwart wird von zahlreichen Momenten, Fakten und vielfachen weiteren Realprozessen reproduziert, die der Grundgesinnung der letzten dreissig Jahre entgegenstehen. In diesem Zeitalter (um mit einer gewissen Vereinfachung die These ĂŒbersichtlich zu machen, wir wĂŒrden den Anfang dieser welthistorischen Periode auf 1989 setzen) war es dem BĂŒrger der Weltgeschichte möglich gemacht, sich auch lĂ€ngerfristig mit der fĂŒhrenden Linie der Geschichte zu identifizieren. Nach langen und qualvollen historischen Perioden erfolgte diese grundsĂ€tzliche Modifizierung der sozialen Grundgesinnung, in denen dieser BĂŒrger der Weltgeschichte sich gegen den Mainstream stemmen musste, in denen er seine Grundwerte stets mit den grössten Opfern verwirklichen konnte und – es wĂ€re unmoralisch, darĂŒber zu schweigen - in denen er oft fĂŒr sein nacktes Überleben kĂ€mpfen musste.

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