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76 | 05.12.2010

Widrigkeiten des Alltags

Über die zermürbende Macht von Systemen und Strukturen


Es sind (mitunter) die Strukturen, die (uns) zermürben. Die Macht liegt in Systemen und Strukturen. Und "umfangreiche Kompendien des Ordnungsrechts sowie Verwaltungsvorschriften sind ihre Stütze und ihr Raster. Macht übt aus, wer besagte Instrumente als Mittel nutzen kann, um Verfahrensdruck zu erzeugen und zu erhöhen. Die Erhöhung des Drucks, die sich für Mitarbeiter in Institutionen insbesondere durch chronischen Zeitmangel zeigt, ist dabei besonders wichtig. Denn Zeitdruck verhindert systematisch das kritische Nachdenken und eine ausgiebige Beschäftigung mit einem Thema. Dieser Zeitdruck schleift auch Querköpfe rund und erzieht zur Angleichung, wenn nicht sogar zur Anpassung an das jeweilige System. Offenheit, eine offene Gesellschaft gar, in dem Sinne, dass Transparenz herrschen würde über Vorgänge, Beschlüsse, Strukturen ist oder scheint nicht gewünscht. Man rechnet in Institutionen offensichtlich damit, dass, da der Bürger eh eine Scheu vor ihnen hat, nicht so genau hingesehen bzw. kontrolliert wird. Auf diese Art und Weise können öffentliche Institutionen Dinge, zu denen sie eigentlich per Gesetz verpflichtet sind, für sich umgehen bzw. nicht ganz so genau nehmen. [...]"

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