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136 | 03.07.2012

Kritik der grünen Ökonomie

Impulse für eine sozial und ökologisch gerechte Zukunft


RIO+20 gerät fast schon wieder in Vergessenheit. Wirtschaftsthemen bestimmen wieder den politischen und medialen Alltag. Umso wichtiger ist es, an einen Satz von K. Polanyi zu erinnern: "Eine Gesellschaft hat eine Ökonomie, sie ist  jedoch keine Ökonomie." (S.42)

Dieser Satz erinnert auch daran, dass man nicht über "gesellschaftlichen Wohlstand sprechen kann, wenn die Ungleichheit fortlaufend zunimmt und der Reichtum der Einen durch die Armut der Vielen erkauft wird." (S.43) Dies ist alles andere als nachhaltig. Wenn man Nachhaltigkeit will und wenn man Wohlstand in Vielfalt will, dann muss man nachdenken über neue Gesellschaftsmodelle oder über das, was eine (gerechte) Gesellschaft in Zukunft ausmachen soll. Ohne eine Diskussion des Wachstums- und auch des nicht eindeutig definierten und stellenweise schon instrumentalisierten Nachhaltigkeitsbegriffs, ohne Kooperation und ohne Konsumverzicht wird eine auch sozial und ökologisch gerechte Zukunft schwierig, insbesondere in Zeiten, in denen Ressoucen knapper werden. Ein wichtiger Impuls, den der Text gibt, ist der:

"Mit ihrer Endlosfabrikation von Wünschen verlässt die Konsumgesellschaft ihren eigentlichen Zweck, das Leben der Menschen besser zu machen. Denn Überfülle und Verschleißzyklen neigen dazu, Orientierungsfähigkeit und Entscheidungskraft zu überfordern. Jeder wird gut daran tun, eine ganz neue Fähigkeit zu lernen: Dinge abzuwählen, auszuwählen. Nein zu sagen."

Der vorliegende Text, den wir mit freundlicher Genehmigung der Heinrich-Böll-Stiftung übernehmen durften, beschreibt den Punkt, an dem wir stehen, und zeigt Konturen einer maßvollen Wirtschaft.

 

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