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143 | 27.08.2012

Ungarns traurige Denker

Pessimismus ist allgegenwärtig. Über die Zusammenhänge zwischen kultureller und politischer Situation.


Marc Ryckaert

Seit Orbáns Amtsantritt hat sich einiges im politischen Gefüge Ungarns geändert. Dies zeigt sich insbesondere in dem restriktiven Mediengesetz, das Ende 2010 beschlossen wurde. Die staatliche Kontrolle von Presse, Fernsehen, Internet und Hörfunk ist an der Tagesordnung und die Grundprinzipien der Pressearbeit, etwa Redaktionsgeheimnis und Informantenschutz, wurden abgeschafft.

Wie die ungarischen Intellektuellen mit diesen Restriktionen umgehen, wie sie die nationale Politik Orbáns reflektieren, zeigt der lesenswerte Beitrag "Ungarns traurige Denker" von Christoph Schulte.

Es tut einer Gesellschaft nicht gut, wenn Freiheitsrechte beschnitten werden und es ist mehr als bedenklich, wenn in "Ungarns neuem Grundgesetz ein bedeutender Abschnitt aus der Verfassung von 1989 durch Orbáns "Fidesz"-Regierung gestrichen wurde: Die Republik Ungarn achtet und unterstützt die Freiheit des wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens sowie der Lehrfähigkeit." - Hat dies keinen Verfassungsrang mehr, muss man eintreten für die Freiheit der Presse, der Künste und der Wissenschaften; denn diese Freiheit ist ein hohes liberales Gut. Und es bleibt zu hoffen, dass die kritischen Medien und Stimmen in Ungarn trotz aller Widrigkeiten funktionsfähig bleiben können.

Quelle: CHRIST IN DER GEGENWART (Nr. 33/2012, www.christ-in-der-gegenwart.de)

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