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315 | 12.05.2018

THINKING IS READING-ON-THE-MOVE

"Slow Philosophy" is a love letter to philosophy


Michelle Boulous Walker

Man kann die Welt der Bücher beschreiben wie Hans Blumenberg in Die Lesbarkeit der Welt: "... mit einem Mal (wird) der Staub auf den Büchern sichtbar. Sie sind alt, stockfleckig, riechen moderig, sind eines vom anderen abgeschrieben, weil sie die Lust genommen haben, in anderem als in Büchern nachzusehen. Die Luft in Bibliotheken ist stickig, der Überdruß, in ihr zu atmen, ein Leben zu verbringen, ist unausbleiblich. Bücher machen kurzsichtig und lahmärschig, ersetzen, was nicht ersetzbar ist." Man kann einen Durchlauf, wenn nicht durch die ganze Geschichte der Kunst, so doch durch die im Louvre ausgestellte Kunst haben, entweder in 9 Minuten und 43 Sekunden wie in Jean-Luc Godards Film Bande à Part von 1964 oder gar in 9 Minuten und 27 Sekunden wie in Bernado Bertoluccis Film The Dreamers von 2003. Beides wird dem Umgang mit Kunst oder Literatur oder Philosophie nicht gerecht, weder die rasend schnelle Rezeption, noch der bei Blumenberg im Hintergrund stehende Gegensatz zwischen den Büchern und der Wirklichkeit.    

Was die Welt der Bücher, insbesondere die Welt der philosophischen Literatur betrifft, hat die australische Philosophin Michelle Boulous Walker ein Buch vorgelegt, das sich auch mit Rezeptionsweisen im akademischen und institutionellen Raum befasst. Schon der Titel des Buches verlangt ein aufmerksames Lesen; denn slow in SLOW PHILOSOPHY kann einerseits eine Beschreibung der Philosophie als langsam oder bedächtig meinen, andererseits aber auch als Aufforderung verstanden werden, (die) Philosophie zu entschleunigen, auch als Disziplin im institutionellen und akademischen Bereich.

"Slow Philosophy is a love letter to the “philosophy” from which professional philosophy risks becoming estranged, and a suggestion that perhaps this love may be rekindled." (Joanne Faulkner)

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Da dieser Beitrag für eine Publikation im Muße-Magazin (http://mussemagazin.de) für den Herbst 2018 vorgesehen ist, nehmen wir den Text an dieser Stelle (vorerst) vom Netz.

 

 

 

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