Barbara Unmüßig

Barbara Unmüßig, geboren 1956 in Freiburg i. Breisgau, Politologin (Otto-Suhr-Institut, Freie Universität Berlin).
Ihr berufliches Engagement für internationale Gerechtigkeit und globalen Umwelt- und Klimaschutz nahm 1983 seinen Anfang als Redakteurin der nord-südpolitischen Zeitschrift „blätter des iz3w“ und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Aktion Dritte Welt e. V. in Freiburg.
Ab 1985 konnte Barbara Unmüßig ihre Netzwerke und internationales Wissen bei den grünen Abgeordneten Uschi Eid (1985 bis 1987) und Ludger Volmer (1987 – 1990) im Bundestag als wissenschaftliche Mitarbeiterin ausbauen. Die internationale Verschuldungskrise, die Politik von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) sowie globale Umweltfragen waren ihre besonderen Schwerpunkte.
Ab den 90er Jahren hat Barbara Unmüßig ausschließlich mit und für nationale und internationale Nichtregierungsorganisationen gearbeitet. Anlässlich des Gipfels in Rio de Janeiro 1992 zu Umwelt & Entwicklung (UNCED) hat sie als Leiterin der Projektstelle die deutschen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen vorbereitet und koordiniert. 1992 war Barbara Unmüßig Gründungsmitglied und bis 2002 die Sprecherin des Forums Umwelt & Entwicklung. Sie hat in dieser Zeit zahlreiche internationale Netzwerke initiiert und an globalen Foren und Konferenzen teilgenommen (UN-Klima- und Umweltkonferenzen, Welthandelsorganisation (WTO), Bretton Woods-Organisationen.) Bereits 1990 hat Barbara Unmüßig die Organisation Weltwirtschaft, Ökologie und Entwicklung e.V. (WEED) gegründet und war ab 1993 deren Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende bis zu ihrem Ausscheiden 2002. Bis heute ist sie Mitherausgeberin des Informationsbriefes Weltwirtschaft & Entwicklung.
2000 war sie Mitgründerin des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR) und ist seit 2001 Mitglied im Kuratorium, seit 2009 stellvertretende Kuratoriumsvorsitzende.
Bereits in den 90er Jahren hat sich Barbara Unmüßig ehrenamtlich für den Aufbau und die Arbeit der Heinrich-Böll-Stiftung zu engagieren begonnen. Sie war seit 1996 Mitglied der Mitgliederversammlung und von 1996 bis 2001 Aufsichtsratsvorsitzende der Heinrich-Böll-Stiftung. Im Mai 2002 wurde sie zum Vorstand gewählt und leitet seither die Heinrich-Böll-Stiftung. Zu ihrem Verantwortungsbereich gehört u. a die internationale Arbeit der Stiftung in Lateinamerika, Afrika, Asien, dem Nahen und Mittleren Osten. Die thematischen Schwerpunkte der Stiftung wie gerechte Globalisierung, Menschen- und Frauenrechte, internationale Klima-, Energie- und Ressourcenpolitik sowie Demokratieförderung und Krisenprävention werden von ihr strategisch verantwortet.
Im Vorstand hat Barbara Unmüßig die Federführung für die Gemeinschaftsaufgabe Geschlechterdemokratie und für das „Gunda-Werner-Institut für Feminismus und Geschlechterdemokratie“.
Seit 2009 ist Barbara Unmüßig Jurymitglied des Helene-Weber-Preises für Nachwuchskommunalpolitikerinnen, ein Preis der vom Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend verliehen wird.
Sie ist seit 2011 Juryvorsitzende des Anne-Klein-Frauenpreises. Mit dem Preis, den die Heinrich-Böll-Stiftung ab 2012 jährlich vergibt, werden Frauen gefördert, die sich durch herausragendes Engagement, Mut und Zivilcourage für die Verwirklichung von Geschlechterdemokratie, den Rechten und der Selbstbestimmung von Lesben, Schwulen, Trans- und Intersexuellen auszeichnen.
Seit 2010 ist sie außerdem Mitglied im Kuratorium des Instituts für Solidarische Moderne (ISM), das neue linke Politikkonzepte entwickeln und dabei den Dialog über Parteigrenzen hinweg sucht und gleichsam eine Brücke zwischen Politik und Wissenschaft, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen bilden will.
Barbara Unmüßig bringt sich aktiv und regelmäßig in die Debatte über Strategie und Programm von Bündnis 90/Die Grünen ein, so beispielsweise zu Fragen der globalen Gerechtigkeit, Umwelt-Klimapolitik Geschlechterpolitik und Global Governance.
Barbara Unmüßig hat zahlreiche Buch- und Zeitschriftenbeiträge veröffentlicht.