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SIRI 17
334 |

Depeschen aus der Kapitale - 7

Milo Rau ließ den Reichstag stĂŒrmen

Am 07. November 2017, am hundertsten Jahrestag der Oktoberrevolution in Russland, stĂŒrmt die General Assembly und ihre AnhĂ€nger den Berliner Reichstag und liest die Charta fĂŒr das 21. Jahrhundert vor.

    Große Worte, großes Vorhaben - und ziemlich gut durchstrukturiert, jedenfalls in der AnkĂŒndigung. Und so kam es mir auch vor, als ich zusammen mit 500 anderen Zuschauern den Saal der SchaubĂŒhne betrat, in dem ich mir sonst Shakespeare oder Ibsen anschaue. Ich war ĂŒberwĂ€ltigt von der logistischen Leistung.

   Die General Assembly war ein Versuchslabor, das wie ein globales Weltparlament ablaufen könnte, nichts anderes; inszeniert, gespielt, vorbereitet und durchgeplant. NatĂŒrlich hatte niemand die 60 Abgeordneten demokratisch gewĂ€hlt....

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Dörwald, Uwe
332 |

Ein Container der Zeitgeschichte

Voskuils Roman DAS BÜRO - Band 2

Georg Steiner zitiert in seinem Buch Warum Denken traurig macht den DichterColeridge: „Arbeit ohne Hoffnung leert Nektar in ein Sieb, Hoffnung ohne Objekt kann nicht ĂŒberleben.“ Da man das Denken ebenso wenig wie das Atmen einstellen kann, kann man auch einer gewissen Traurigkeit am Arbeitsplatz nicht entgehen, wenn man nachdenkt ĂŒber das, was man den ganzen Tag in einem BĂŒro so tut oder tun muss. Das weiß auch Maarten Koning, unser Held des BÜROS, wenn er am Ende des zweiten Bandes mit dem Titel Schmutzige HĂ€nde sagt „Kraft schöpft man aus der Sicherheit, dass man so lebt, wie man leben will. ... Wenn man etwas tut oder an etwas glaubt, das es wert ist, es gegen die Mehrheit der Menschen zu verteidigen. ... Die Arbeit von halb neun bis...

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Dörwald, Uwe
330 |

Gerechtigkeit fĂŒr alle ist eine Illusion

Die Frage nach der Gerechtigkeit, insbesondere im gesellschaftspolitischen Bereich, ist spĂ€testens seit dem Wahlkampf von Martin Schulz wieder auf der Tagesordnung. Schulz plakatierte und proklamierte den (inhalts)leeren Slogan Zeit fĂŒr mehr Gerechtigkeit.

Karen Gloy nun sieht und benennt aktuelle Problematiken von Gerechtigkeitsfragen an vielen Stellen ihres Textes, fĂŒr sie sind die (politischen/soziologischen) Beschreibungen der Gegenwart evident. Ihr Ziel ist aber ein anderes; denn „es (gibt) in der Hitze des Gefechtes kaum eine tiefer dringende Analyse und philosophische Reflexion (...)“. Analyse und philosophische Reflexion entsprechen aber genau der Aufgabe, die sich Gloy selbst stellt: "Meine Aufgabe als Philosophin, als Vor- und...

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Hoppe-Dörwald, Dorothea
328 |

Die Geschichte eines Almajirai

Mit dem Roman An einem Dienstag geboren von Elanthan John legt der Heidelberger Wunderhorn Verlag ein weiteres bemerkenswertes Buch in seiner Reihe fĂŒr zeitgenössische afrikanische Literatur (AFRIKAWUNDERHORN), herausgegeben von Indra Wussow, vor.

   Das Buch An einem Dienstag geboren ist die Geschichte von Dantala, einem KoranschĂŒler, der seine Geschichte erzĂ€hlt und es fĂŒhrt uns in den Norden Nigerias. Alles beginnt im Jahr 2003, auf den Straßen von Bayan Layi, einer fiktiven Stadt.

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Rau, Milo
327 |

„MAN MUSS NEUE, UTOPISCHE INSTITUTIONEN VORBEREITEN“

MILO RAU IM GESPRÄCH MIT HARALD WELZER ÜBER DIE GENERAL ASSEMBLY

WĂ€hrend die Parteien in Berlin noch versuchen eine regierungsfĂ€hige Koalition zu bilden und der nĂ€chste Weltklimagipfel in Bonn vor der TĂŒr steht, tagt in diesen Tagen in Berlin das von MILO RAU initiierte WELTPARLAMENT, das Lobbylosen aus aller Welt eine Stimme geben will.  

Mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle der General Assembly bringen wir ein GesprĂ€ch zwischen Harald Welzer und Milo Rau ĂŒber die Ziele des Weltparlaments.

 

 

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Hoppe, Felicitas
325 |

Dichter, deine Angst ist berechtigt!

Vom mÀchtigsten Handwerk der Welt

(
) Lesen ist Übersetzung im Wortsinn, ein gutes StĂŒck Arbeit, und fĂŒr den, der dabei zuschauen darf, ziemlich erkenntnisreich.

   Auch wenn manche Schriftsteller und Dichter immer noch glauben, ihr Text sei autonom, unberĂŒhrbar und lasse nur eine einzige Lesart zu, weshalb jede Übersetzung Irrtum und Anmaßung sei, liegt, um auch diesen Spieß umzudrehen, der Irrtum natĂŒrlich auf ihrer Seite: Es gibt keine richtige oder falsche Lesart, jeder Text ist nicht mehr als ein Angebot und jede LektĂŒre Transformation. Leser, Dolmetscher, Übersetzer und Interpreten sind Reisende in eine andere Welt, deren Abenteuer- und Reiselust allerdings nicht immer belohnt wird, finanziell schon gar nicht. (...)

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Giebenhain, Manfred
322 |

Jeder einzelne Regelverstoß rechtfertigte den Mittelentzug

MarketingaffÀre: Zeugin der WI-Bank sagt zur StandortmarketingaffÀre aus

Am 25. Oktober 2017, dem inzwischen neunten Verhandlungstag im Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler, wollte das Schöffengericht in Michelstadt von einer Mitarbeiterin der Rechtsabteilung der landeseigenen Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WI-Bank) wissen, wie es zum Teilwiderruf der Fördergelder gekommen ist.

Es stellte sich klar heraus, dass bei der Vergabe fĂŒr ein Standortmarketingkonzept des Odenwaldkreises gegen gleich drei VergabegrundsĂ€tze verstoßen wurde und zwar gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, die Transparenzpflicht und das Diskriminierungsverbot. Schon ein Verstoß gegen nur einen dieser drei GrundsĂ€tze hĂ€tte einen Widerruf der Fördergelder gerechtfertigt.

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Berger, Thomas
320 |

Toleranz bei G. E. Lessing

Ein Problemfall

Lessings Nathan der Weise nimmt in der Geschichte des Toleranzbegriffs einen herausgehobenen Platz ein. Die in dem Drama enthaltene Botschaft der viel gerĂŒhmten Ringparabel bildet einen festen Bestandteil der deutschen AufklĂ€rung und erfreut sich bis heute einer breiten Rezeption.

Vor dem Hintergrund der Beschreibung des zeitgeschichtlichen Entstehungszusammenhangs werden die inhaltlichen GrundzĂŒge des Werkes mit der Ringparabel als Zentrum dargelegt. Auf diesem Fundament wird das Lessingsche Toleranzideal einer kritischen Betrachtung unterzogen.

 

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Dörwald, Uwe
316 |

Die Menschen zahlen immer die Rechnung

Über den dokumentarischen Bildband „The Human Cost of Agrotoxins“ von Pablo E. Piovano

Glyphosat ist ein Unkrautvernichtungsmittel und Glyphosat ist in nahezu allen Lebensmitteln zu finden. Hersteller sagen dann immer und gebetsmĂŒhlenhaft, die Menge des Giftes, die gefunden wird, sei unbedenklich im Rahmen der Grenzwerte, aber es gebe natĂŒrlich immer etwas, das verbessert werden könnte. Forscher erwidern, die offiziellen Grenzwerte seien ĂŒberholt und mĂŒssten verschĂ€rft werden.

Die Diskussion um den Einsatz von Glyophosat-Herbiziden kocht bei uns immer dann hoch, wenn RĂŒckstĂ€nde des Herbizids in Lebensmitteln wie zum Beispiel in Edelmarken wie dem Speiseeis von Ben und Jerry’s gefunden wurden.

Die Folgen des Einsatzes von Glyphosat-Herbiziden auf genetisch modifizierte Nutzpflanzen in Argentien hat der Fotograf Pablo E....

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FrĂŒhauf, Swetlana
315 |

Leadership im Changemanagement

Über den Einfluß und die Bedeutung von FĂŒhrungsstilen

„... man erlebt in den erzwungenen menschlichen Kontakten an seinem Arbeitsplatz Dinge, die irgendwie nicht stimmig sind, d.h. jemand tut etwas außerhalb des Rahmens, dem man ihm zugewiesen hat. Man schiebt diese Dinge weg, aber man hĂ€lt sie doch fest und erinnert sich spĂ€ter daran.“

Der niederlĂ€ndische Schriftsteller Voskuil, der Autor von „Das BĂŒro“, sagte diesen Satz einmal in einem Interview. Der Satz betrifft die Zumutungen, mit denen man es an manchen ArbeitsplĂ€tzen zu tun hat. Zu diesen Zumutungen gehören auch Dinge wie die, dass es Menschen gibt, die ihren Beruf nicht hinreichend ernst nehmen.

Ermöglicht wird dies mitunter durch GewÀhrenlassen und dadurch, dass keine Grenzen gesetzt werden. Letzteres nun hat etwas mit dem Thema...

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Kiss, Endre
313 |

Essay über die neue Globalisation

Um die aktuellen und, wie gesagt, „alltĂ€glichen” Prozesse im allgemeinen Sinne des Wortes (es geht also keineswegs um hermeneutische Spitzfindigkeiten angesichts extrem komplexer TatbestĂ€nde) zu verstehen, sollten die gewöhnlichen Akteure unserer Zeit ein Zeitalter sich vergegenwĂ€rtigen, das aus unendlich vielen kleinen Facetten besteht, weit auf dem ganzen Globus verstreut geschieht, auf vielen Sprachen lĂ€uft und aufgearbeitet wird, wegen des enormen Ausmasses der Informationsmengen ĂŒberhaupt nicht begreifbar ist, dazu noch im Kontext einer Vielheit alter und neuer, bekannter und noch unerkannter Ideologien konzeptualisiert wird.

Das ist aber noch nicht alles.

Man kann mit gutem Recht vorausschicken (angesichts der umfassenden...

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Brose, Thomas
311 |

PlĂ€doyer fĂŒr Zeitverschwendung

„Fast alle meine Handlungen waren vorlĂ€ufig, unfertig und ohne ein allgemeines Ziel. Vielleicht hing ich an zu vielen Dingen und wollte nicht festgenagelt werden. Es gab lange Phasen der Einsamkeit und Langeweile.“, schreibt Paul Feyerabend (1924-1994) in seiner Autobiografie. Der Philosoph und Physiker hat seinem letzten Buch einen verblĂŒffenden Titel gegeben: ZEITVERSCHWENDUNG.

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Egert, Andreas
309 |

Chamfort und Lichtenberg

Die BlĂŒte des europĂ€ischen Aphorismus

Im folgenden Vortrag geht es um die Untersuchung des Aphorismus in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts anhand zweier prĂ€gender Protagonisten der Gattung. Nicolas Chamfort, der 1741 wie Blaise Pascal in Clermont-Ferrand zur Welt kommt, steht dabei schon in einer Tradition, die sich seit der Neuzeit vor allem in La Rochefoucauld, aber auch in Pascal und Montaigne manifestierte. Darauf folgten ein La BruyĂšre, Vauvenargues, Fontenelle und der Zeitgenosse Chamforts - Rivarol - anders in Deutschland, wo Georg Christoph Lichtenberg ĂŒberhaupt erst den Grundstein der Gattungsgeschichte legt. Als Chamfort als Hauslehrer des Grafen von Eyck frĂŒh in die deutschen Lande nach Köln kommt, notiert er: „Ich wĂŒĂŸte nicht, wozu ich weniger taugte als zu...

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Giebenhain, Manfred
308 |

Viel Geld fĂŒr Negativ-Marketing ausgegeben

Ex-Landrat Dietrich KĂŒbler muss sich vor Gericht verantworten

Seit Anfang Juli 2017 muss sich der frĂŒhere Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler, vor dem Schöffengericht am MichelstĂ€dter Amtsgericht verantworten. Die Anklage lautet auf Untreue im Amt.

Die DarmstĂ€dter Staatsanwaltschaft wirft dem heute 67jĂ€hrigen vor, im Herbst 2011 nachweislich wiederholt widerrechtlich in das Vergabeverfahren zur Auswahl eines Bewerbers fĂŒr einen Standortmarketingauftrag eingegriffen zu haben. Als die Manipulationen öffentlich bekannt wurden und einen politischen Wirbelsturm ausgelöst haben, blieb der Odenwaldkreis fĂŒnf Jahre spĂ€ter auf den Gesamtkosten sitzen.

Lesen Sie hier einen Zwischenbericht zum Prozess.

 

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Dörwald, Uwe
307 |

Hybris, Macht und NaivitÀt

Kommentar zum Untreue-Prozess gegen Ex-Landrat KĂŒbler (Odenwaldkreis)

Gegen Ende des fĂŒnften Verhandlungstages wegen Untreue gegen den Ex-Landrat des Odenwaldkreises, Dietrich KĂŒbler (ÜWG), meinte ein Kreisausschussmitglied vor dem Amtsgericht in Michelstadt halb im Scherz und halb im Ernst zu mir: „Wenn Sie etwas zu diesem Prozess schreiben, dann schreiben Sie etwas gutes. Sonst lĂ€sst man Sie vielleicht nicht mehr in den Odenwald rein. Den Odenwald verteidigen wir alle!“ So etwas geht einfach nicht, auch nicht (halb) im Scherz. Als ob der Odenwaldkreis eine Insel wĂ€re. Was hier zum Ausdruck kommt, ist nicht nur eine gewisse Enge, sondern sicher auch eine Art von Gruppenbewusstsein zu einem Club der AnstĂ€ndigen zu gehören und es beschreibt das PhĂ€nomen, wie der Mensch ĂŒberhaupt zu dem ZauberkunststĂŒck in der...

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