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Hoppe-Dörwald, Dorothea
416 |

WEITE IM GEIST

Rezension zum ALPHABET DER KINDHEIT von Helge-Ulrike HYAMS

Gezaubert wurde hier wirklich! Denn wer dieses Buch in den HÀnden hÀlt, könnte meinen, eine Zauberin hat dieses geschaffen. Ganz neu und ganz anders, als man sich sonst dem Thema Kindheit nÀhert, macht sich die Autorin anhand der 26 Buchstaben des Alphabets auf den Weg, Kindheit neu zu deklinieren.

Wie kommt man auf die Idee, diesem Thema ein Alphabet zu widmen?

Die Liebe zum Kind, die Freude am Leben und ganz besonders die Weite im Geist, Dinge in großer Zugewandtheit zulassen zu können, machen den Ton dieses Buches aus.

Helge-Ulrike Hyams, Jahrgang 1942, lange als Professorin fĂŒr Erziehungswissenschaften in Bremen tĂ€tig, Psychotherapeutin und BegrĂŒnderin des Kindheitsmuseums in Marburg, das leider 2009 geschlossen wurde, ist mit diesem...

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Schug, Wolfgang
415 |

„Angeber haben mehr vom Leben“ oder „LĂŒgen, wie ein Zahnarzt“

Zur Inhaltsdeutung von Quacksalberbildern in der niederlÀndischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts

Bilder medizinischen Inhalts waren in der niederlÀndischen Malerei weit verbreitet, man denke nur an die Anatomiedarstellungen Rembrandts. Im 17. Jahrhundert konnte sich in der niederlÀndischen Genremalerei eine ganz eigene Bildgattung etablieren, die Àrztliche Behandlungen zum Inhalt hat. So bildet auch das zahnÀrztliche Sujet keine Seltenheit innerhalb des erhaltenen Bildbestandes.

Damals herrschte besonders unter den Zahnbehandlern Neid und Zwist und jeder argwöhnte, dass bei bekannt werden ihres ohnehin geringen medizinischen Wissens die Kollegen sich dieses aneignen und man sich damit unliebsame Konkurrenz machen könnte. Daher fand sich kaum jemand bereit, eine auch nur annĂ€hernd ausreichende LehrtĂ€tigkeit auszuĂŒben. Die...

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Rainer, Ulrike
414 |

VIER JAHRE ZU SPÄT

Kritik zu Mary L. Trump, Ph.D.: Too Much and Never Enough. How my Family Created The World’s Most Dangerous Man.

Wie schrieb der legendÀre Liedermacher Woody Guthrie 1954, als er das Pech hatte, in einer Wohnung der Beach Heaven Apartments unterzukommen, die dem alten Fred Trump gehörte:

„Old Man Trump“ / Ich nehme an, / dass der Old Man Trump genau weiß / Wie viel Rassenhass / er im Bluttopf des / menschlichen Herzens / aufrĂŒhrte, / Als er eine Farblinie zog / Hier in seinem Beach Heaven Familienprojekt./

Eigentlich ein guter Anfang fĂŒr die Familiengeschichte, oder eher fĂŒr das Familiendrama, das Mary, die Nichte des gegenwĂ€rtigen Besetzers des Weißen Hauses, erzĂ€hlt. Da ist der grausame, tyrannische und egoistische Vater Fred, Sr., der nichts lieber tut, als andere Menschen, besonders seine Kinder, zu erniedrigen. Seine Frau, die krĂ€nkliche und...

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Sollors, Werner
413 |

Edward Steichen in MĂŒnchen:

>>Wir alle – The Family of Man<< in der StĂ€dtischen Galerie im Lenbachhaus, 1955

Vor 65 Jahren, vom 19. November bis 18. Dezember 1955, wurde die von Edward Steichen zusammengestellte Foto-Ausstellung The Family of Man, die im Januar des gleichen Jahres im Museum of Modern Art (MoMA) New York mit großem Erfolg eröffnet worden war, unter dem Doppeltitel The Family of Man – Wir alle in MĂŒnchen gezeigt.

1955: Es war zehn Jahre nach Kriegsende; in Bayern gab es 45 Zeitungsverlage mit Vollredaktionen; an der MĂŒnchner UniversitĂ€t waren 12.000 Studenten immatrikuliert, mehr als je zuvor, darunter ein einziger aus der Ostzone; im Oktober kamen 10.000 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion nach Deutschland zurĂŒck, und die am MĂŒnchner Hauptbahnhof Ankommenden wurden von einer Menschenmenge willkommen geheißen; im MĂŒnchener...

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Kiss, Endre
412 |

DER DOPPELTE KOSMOS DES ALEXANDER VON HUMBOLDT

Essay ĂŒber einige Aspekte der Hausgeheimnisse des klassischen Idealismus und ĂŒber die Entstehung einer Philosophie des Konkreten

Der klassische Idealismus, den wir als einen Gesamtprozess von Kants Kritizismus und von postkantianischer Spekulation interpretieren, ist gewiss ein mainstream, ein breiter Weg der Wissenschaft, wie dies Kant an einer Stelle genannt hat. Selbst dieser mainstream weist aber sehr markante und bedeutende Satelliten auf, die sich offensichtlich nicht in die Prozesse der Hauptströmung hineinzwingen lassen, die man aber aus mehreren GrĂŒnden auch nicht vernachlĂ€ssigen darf. Diese GrĂŒnde sind traditionell vielfĂ€ltig. Es geht um die Frage nach der wirklichen Einheit der philosophischen Prozesse, es geht um diverse Wechselwirkungen, es geht um polemische Positionen und letztlich geht es um die stete historische Gleichzeitigkeit von Anstrengungen,...

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Rainer, Ulrike
411 |

John Bolton – Ein Mann von gestern

Ein Blick hinter die Kulissen einer finsteren Macht

Manches Mal sollte man sich ins Feindeslager begeben, auch wenn man danach am liebsten stundenlang unter der Dusche stehen möchte, um den Dreck wegzuschrubben. So geschehen bei der LektĂŒre von John Boltons sogenannten Memoiren. Wenn man bedenkt, dass der Mann gerade einmal siebzehn Monate als National Security Advisor unter Trump im Amt war, dann staunt man, dass das Buch satte 494 Seiten hat, und mit dem ausfĂŒhrlichen Register sogar auf 577 Seiten kommt. Auf den zweiten Blick wird aber dann klar, warum das so ist. Wenn in fast jedem Satz es um ICH geht und krĂ€ftig ins eigene Horn geblasen wird, fĂŒllen sich die Seiten wie von selbst. Der Mann hĂ€tte von einem guten Lektor profitieren können, denn es gibt auch viel zu viele Wiederholungen.

I...

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Rainer, Ulrike
410 |

Rassismus in den USA

DĂ©jĂ  vu oder brauchen wir wirklich noch eine weitere Kommission?

Wenn ich mir die Bilder anschaue, ĂŒberkommt mich ein GefĂŒhl von Resignation, um nicht zu sagen von Hoffnungslosigkeit. Das hatten wir doch schon alles. Im Sommer 1965 unterzeichnete PrĂ€sident Lyndon B. Johnson den Voting Rights Act.

Ein paar Tage spĂ€ter stand Watts in Flammen. Der ZĂŒnder war eine massive Polizeiaktion wegen einer Kleinigkeit. Viertausend Menschen wurden verhaftet und vierunddreißig starben. Damals sorgte die Polizei in Los Angeles effektiv dafĂŒr, dass Afro-Amerikaner keine Arbeit bekamen: FĂŒr eine geringfĂŒgige VerkehrssĂŒnde drohte Verhaftung und damit eine Anzeige. Der oder die Betroffenen waren nun vorbestraft und dadurch zu ewiger Arbeitslosigkeit verdammt. Zwei Jahre spĂ€ter blockierten tausende von Polizisten und...

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Rave, Marion
409 |

Der BĂŒcherwurm und seine hungrigen Geschwister

Als BĂŒcherwĂŒrmer werden ja gemeinhin die Menschen bezeichnet, die sich hartnĂ€ckig und systematisch durch ein Buch nach dem anderen frĂ€sen. In zahlreichen Cartoons wird der BĂŒcherwurm als possierliches, bebrilltes Kerlchen dargestellt, fröhlich winkend aus dem gerade zerstörten Werk. Aber gibt es das wirklich? SchĂ€dlinge, die sich durch ganze Regalmeter fressen, eine tunnelförmige Spur der VerwĂŒstung hinterlassend? Einen hochspezialisierten BĂŒcherwurm findet man nicht in der Welt der mitunter lĂ€stigen Kleintiere, dafĂŒr aber diverse andere Tiere, die durchaus Interesse an gepresster Zellulose, Leim und Leder haben. Niedlich sind sie meistens nicht und der angerichtete Schaden reicht von lĂ€stig bis immens, besonders bei grĂ¶ĂŸeren und nicht...

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Helga Schubert und der Bachmann-Preis, meine Großtante Hanna und ich

Als ich unter den Autoren und Autorinnen, die beim diesjĂ€hrigen Bachmann-Wettbewerb lesen wĂŒrden, auch Helga Schubert fand, war ich ĂŒberrascht. Nicht nur, weil die Autorin mittlerweile 80 Jahre alt ist, sondern vor allem deshalb, weil ich von ihr bereits in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erste Texte gelesen hatte. Die Autorin gehörte zu den drei Helgas, Helga Königsdorf, Helga SchĂŒtz und sie, die ich damals neben Christa Wolf, Brigitte Reimann, Irmtraud Morgner und Maxie Wander gern las, weil sie stĂ€rker ĂŒber die weibliche als die mĂ€nnliche Seite der Welt schrieben. Die interessierte mich damals mehr, entsprach auch eher meiner eigenen Befindlichkeit in der DDR.

Jahrzehnte hatte ich nichts mehr von Helga Schubert gehört oder...

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Layne, Priscilla
407 |

UNLIKELY COUSINS

Inszenierungen von Blackness in deutschen Hip Hop- und antirassistischen Skinhead-Szenen

In diesem Beitrag möchte ich mich mit zwei deutschen Szenen auseinandersetzen, die sich beide jeweils rund um musikalische Genres entwickelt haben, die in Kulturen der afrikanischen Diaspora verwurzelt sind: HipHop- und antirassistische Skinhead-Szenen. OberflĂ€chlich betrachtet erscheint es kaum möglich, deutsche HipHop-Fans und antirassistische Skinheads in Einklang zu bringen. Dabei gibt es in den Vereinigten Staaten auffallende stilistische Überschneidungen der Szenen, beispielsweise Skinheads, die HipHop hören, Baggy-Kleidung und Sporttrikots tragen. In Deutschland scheint es zwischen antirassistischen Skinheads und HipHop-Fans keinerlei Verbindung zu geben. Sie kleiden sich unterschiedlich, hören unterschiedliche Musikgenres und...

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EINE REISE NACH CZERNOWITZ

Im Mai 1973 besuchte ich mit einem Freund den Dichter Peter Garstecki in Barth, einer kleinen Stadt an der Ostsee. Auf dem winzigen Balkon der von Garstecki und seiner Familie bewohnten Neubauwohnung las ich erstmals Gedichte von Paul Celan, nachdem uns der Gastgeber von seinem Lieblingsdichter Celan und der kurzen Begegnung mit ihm erzÀhlt und mich neugierig auf dessen Lyrik gemacht hatte. Ich begann zu lesen und versank alsbald in die mir unbekannte, fremdartige und faszinierende Lyrik Celans. Zum ersten Mal las ich auch den Namen Czernowitz, Geburtsstadt Celans, in der seine Lyrik ihren Anfang genommen hatte. Jahre spÀter begegnete ich ersten Gedichten von Rose AuslÀnder und Selma Meerbaum-Eisinger, und beide Lyrikerinnen waren ebenfalls...

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Rainer, Ulrike
405 |

WAS IST SCHON EINE NUMMER ?

Die Verluste

Die 58.220 Soldaten, die wĂ€hrend des zwanzigjĂ€hrigen Vietnam Kriegs starben, haben ihre Namen auf einem großen Monument eingraviert. Sie sollen nicht vergessen werden. An die Menschen, die am 11.09.2001 in den Twin Towers umkamen, wird ebenfalls namentlich erinnert. Wer aber, außer den Angehörigen, setzt den 100.000 Opfern des Corona-19 Virus, die innerhalb von drei Monaten starben, ein Denkmal? Und das Ende ist noch immer nicht in Sicht.

 

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Rainer, Ulrike
404 |

LIFE IN THE UNITED STATES AKTUELL

Corona - FĂ€lle und Tote in den USA

Die Stadt New York mit den verheerenden Opferzahlen stand lange im Mittelpunkt der Diskussion aller VersĂ€umnisse. Aber der Gouverneur Andrew Cuomo beschönigte und verschleierte wenigstens nichts. Er mutet den Menschen die Wahrheit zu, und die ist dĂŒster.

Die Reichen, die irgendwo auf dem Land ein Ferienhaus besitzen, verließen die Stadt. Einige meiner Nachbarn, deren Kinder in Manhattan arbeiten, holten ihre Sprösslinge nach Hause. Wir wohnen lĂ€ndlich und sind von Wald umgeben. Distanzhalten ist hier leicht.

Die volle Wucht traf die Armen. Erstens wohnen sie oft als Großfamilien in engen RĂ€umlichkeiten, zweitens sind die Vorbedingungen fĂŒr eine schwere Erkrankung vorgegeben. Sie leiden öfter an Diabetes und Herzerkrankungen. Und drittens...

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Dörwald, Uwe
403 |

NEBEN DER RUTE SOLL STETS DER APFEL LIEGEN

Eine Kindheit im konfessionellen Waisenhaus vor 1945

Es gibt nur Ă€ußerst spĂ€rliches (Forschungs-)Material zur Situation der Heimkinder vor 1945. Da nach 1945, das in der Heimerziehung sicher keine Stunde Null war, weil die Erzieher und Erzieherinnen wahrscheinlich nur die Farbe ihres Hemdes wechselten, von braun wieder zurĂŒck zu blau, und weil kein konsequenter Bruch mit den nationalsozialistischen ErziehungsgrundsĂ€tzen und Erziehungsleitlinien stattgefunden hat, – schwarze PĂ€dagogik gab es noch lange nach Kriegsende –, ist stark davon auszugehen, dass Kinderheime lange Zeit totale Institutionen im Sinne von Erving Goffman gewesen sind. Zudem wurde von 1933 bis 1945 mit Sicherheit im Geist der nationalsozialistischen Doktrin erzogen. Dem politischen Einfluss der Nationalsozialisten konnten...

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Berger, Thomas
402 |

GLANZ DES SCHEITERNS

Andreas Egerts Essay "Warum Cioran heute?"

WĂ€re E. M. Cioran, der aus RumĂ€nien stammende, die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich ansĂ€ssige Philosoph, in der Gegenwart populĂ€r, wĂ€re in den Köpfen vieler Menschen und folglich im Weltgeschehen manches anders als in der sich der „Unterhaltungs-philosophie“ und dem „Ökonomismus“ ausliefernden Gegenwart. Umso wichtiger und begrĂŒĂŸenswerter ist deshalb die intellektuelle Auseinandersetzung mit diesem Denker, die wir dem Aphorismus-Experten Andreas Egert verdanken.

Seit vielen Jahren widmet sich der 1968 in Frankfurt am Main geborene Autor der literarischen Gattung des Aphorismus. Er veröffentlichte die drei BĂŒcher fehlfarbenfroh – Aphorismen (Schardt Verlag), Vom Werden und Wesen des Aphorismus. Essays zur Gattungsproblematik bei...

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Egert, Andreas
401 |

WARUM CIORAN HEUTE ?

Ein Vortrag, ein Nachwort zu Cioran ist heuer ein notwendiger Nachruf, ein Nachschrei auf die Kritik, das aphoristische Denken, die unbequeme Nicht-Anpassung, das Widerstandsdenken, die UnabhĂ€ngigkeit und IntegritĂ€t des Denkens wider die Unterhaltungsphilosophie unserer Tage und die TriumphzĂŒge des mittelmĂ€ĂŸigen Ökonomismus, der alle Lebensbereiche nĂŒtzlich und pragmatisch vereinnahmt und untergrĂ€bt - Ciorans Aphorismen sind ein Remedium gegen unseren Zeitungeist und beharren auf einer Unbestechlichkeit des Denkens, wie sie leider immer mehr zu verloren gehen scheint. Wenn sich Cioran im Aphorismus behauptet, dann behauptet er sich in einer leidenschaftlichen Ohnmacht, die ihm eine gewisse menschliche WĂŒrde zurĂŒck gibt - in der...

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Mazzei, Francesco
400 |

FLORENZ IN ZEITEN VON CORONA

Eine Fotostrecke von Francesco Mazzei

Italien ist eines der LĂ€nder in Europa, das sehr frĂŒh und stark von der COVID-19-Pandemie betroffen war. Die Epidemie breitete sich in ganz Italien und zugleich in vielen LĂ€ndern innerhalb und außerhalb Europas aus. Am 19. MĂ€rz 2020 gab es in Italien mit insgesamt 3405 COVID-19-TodesfĂ€llen erstmals mehr Opfer als in China. Am 27. MĂ€rz 2020 ĂŒbertraf die Zahl der Infizierten in Italien erstmals diejenige Chinas. Die Infektionswelle begann in der Lombardei und in Venetien; bis heute (Stand: 20. April) liegt ihr Schwerpunkt in Norditalien. Das Gesundheitssystem in vielen norditalienischen Provinzen ist so ĂŒberlastet, dass viele Patienten nicht oder nicht angemessen behandelt werden können. Vielerorts fehlten oder fehlen Schutzmasken; unter...

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Brotini, Lederer, Senigaglia, SIRI, Mazzei, Berger, Dimmers, Hoppe-Dörwald
399 |

STIMMEN ZU CORONA

Wir fĂŒhlen und wissen, dass der Pandemie eine Infodemie entspricht. Wir fĂŒhlen und wissen, dass der angeordneten bzw. empfohlenen Ortsfestigkeit ein Drang nach Bewegung und nach Begegnung entspricht. Wir wissen und fĂŒhlen, dass manches Recht wie zum Beispiel der Datenschutz und die Versammlungsfreiheit der BekĂ€mpfung der Pandemie hoffentlich nur temporĂ€r geopfert wird. Wir bekommen auch eine Ahnung davon, was biologische Waffen in einem Krieg anrichten könn(t)en.

Obwohl es einen Überfluss an Information zum CORONA-Virus zu geben scheint, bringen wir zu Ostern unsere Stimmen zu Corona. Die Reihenfolge der einzelnen BeitrĂ€ge aus den Niederlanden, aus Italien und aus Deutschland wurde bestimmt durch das Eintreffen der BeitrĂ€ge in unserem...

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Kiss, Endre
398 |

Einleitende Gedanken zu einer Rekonstruktion des klassischen Idealismus

Tausend FÀden der NÀhe und zahlreiche feine Unterschiede - Erstveröffentlichung

Im Jahr 1770, also vor 250 Jahren, wurde der Philosoph des klassischen Idealismus geboren - G.W.F. Hegel. Sein philosophisches System steht, wie auch die Systeme Fichtes und Schellings, in vielen Beziehungen zu den Drei Kritiken Kants.

Der Philosoph Endre Kiss (Budapest) legt mit seinem hier erstveröffentlichten Essay "Einleitende Gedanken zu einer Rekonstruktion des klasssichen Idealismus" einen Text vor, der der NĂ€he und den Unterschieden der idealistischen Geisteswelt in Bezug zu Kant nachgeht und der die Tiefe und die GedankenschĂ€rfe vermeintlich alter und vermeintlich ĂŒberkommener philosophischer Konzepte deutlich werden lĂ€ĂŸt. Begriffe wie PossibilitĂ€t, PlausibilitĂ€t, Prozeßhaftigkeit, Oszillation  und Dynamik spielen bei Kiss'...

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Rainer, Ulrike
397 |

Life in the United States - 23

Mississippi - Der allerÀrmste Staat

Wir sind wieder im SĂŒden, und zwar im Ă€rmsten Staat der USA. 20% seiner Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. 34,1% von ihnen sind nicht Weiße. Wie konnte es dazu kommen, wenn man bedenkt, dass auch hier einst König Baumwolle unumstrittener Herrscher war und manche Menschen auf Kosten anderer reich machte? Der Zensus von 1860 zeigt, dass 55% der Bevölkerung Mississippis Sklaven waren.

Sie waren es, die Straßen und Deiche bauten, SĂŒmpfe trockenlegten, das Vieh versorgten, kochten, nĂ€hten, WĂ€sche wuschen und die Felder bestellten. Lassen wir fĂŒr diesen Staat hauptsĂ€chlich sowohl die einen als auch die anderen fĂŒr sich selbst sprechen.

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European Centre For Press & Media Freedom
396 |

FEINDBILD JOURNALIST

Bedrohung als Normalzustand - Eine 5-Jahres-Bilanz des European Centre For Press & Media Freedom

Attacken aus rechten Zirkeln hat es bisher immer gegeben, hauptsĂ€chlich gegen Fachjournalistinnen und Journalisten. Seit 2015 hat sich dies geĂ€ndert: Sowohl das Feld der Betroffenen als auch die TĂ€terkreise haben sich erweitert. Eine breite, heterogene Masse trĂ€gt die Pressefeindlichkeit. Journalismus ist unterschiedslos fĂŒr alle Medienschaffende – insbesondere, wenn sie von rechten Großdemonstrationen berichten – zum Wagnis geworden.
 

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Alt, Franz
395 |

"... dann schließen wir doch den Laden 'Europa' wegen moralischer Insolvenz!"

Nicht FlĂŒchtlinge bekĂ€mpfen, sondern Fluchtursachen

Der CDU-Sozialpolitiker Norbert BlĂŒm sagt: "Wenn 500 Millionen EuropĂ€er nicht mehr fĂŒnf Millionen FlĂŒchtlinge aufnehmen wollen, dann schließen wir doch den Laden 'Europa' wegen moralischer Insolvenz". Der Christ BlĂŒm orientiert sich am jesuanischen Gleichnis vom Barmherzigen Samariter.

Die Machtpolitiker Putin und Assad, Erdogan und die vielen Rebellengruppen in Syrien haben die neue FlĂŒchtlingskrise verursacht. Assad bombardiert und drangsaliert sein eigenes Volk seit acht Jahren. Putin lĂ€sst gezielt militĂ€rische Angriffe auf syrische KrankenhĂ€user, MarktplĂ€tze und FlĂŒchtlingslager fliegen - mit tödlichen Folgen fĂŒr Hunderte. Und Erdogan lĂ€sst seine Armee in Syrien einmarschieren.

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Quellenangabe am Ende des Textes

 

 

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Dimmers, Jan
394 |

DA LACHEN DIE HÜHNER

DIE PARTEI DER TIERE IM KONTEXT DER NIEDERLÄNDISCHEN GESELLSCHAFT UND KULTUR

In seinem Buch Sind wir schlau genug, um zu wissen wie schlau die Tiere sind? bezeichnet der niederlĂ€ndische Ethologe Frans de Waal folgenden Satz aus der Verwandlung von Kafka als Anfang der Abnahme des Anthropozentrismus: ‘Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen TrĂ€umen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt’. Ein Mensch sieht und empfindet die Welt mit dem Körper der Tiere. AllmĂ€hlich sind auch zeitlose Fragestellungen wie die folgenden von Montaigne, Wittgenstein und Thomas Nagel mit der jetzt dazu gehörenden politischen Betonung zurĂŒck auf der Tagesordnung:  
Die erste ist von Michel de Montaigne (1533 - 1592): Spiele ich mit meiner Katze oder spielt sie mit mir? (Quand je me joue Ă  ma...

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SIRI
393 |

U2 UND DER ANTI-TUCKERN-CLUB

Depeschen aus der Kapitale

Manchmal passiert es, dass Wörter, die man in bestimmten ZusammenhÀngen benutzt, plötzlich ihre Umgebung verlassen und woanders hingehen. Das mag linguistisch unsauber klingen und hÀtte als These in keiner UniversitÀt Bestand. Doch so stelle ich es mir vor und meine damit keine Jugendsprache.

Woody Allen schrieb eine Kurzgeschichte ĂŒber ein haariges, unregelmĂ€ĂŸiges Verb, das einen Lustmolch in einem felsigen GelĂ€nde jagt. Obwohl man heutzutage nicht genau weiß, ob Woody Allen nicht selbst ein Lustmolch ist, habe ich das haarige, unregelmĂ€ĂŸige Verb immer gerngehabt, zumal es aus einem spanischen Wörterbuch ausgebrochen ist. Mir wĂ€re es lieb, wenn es das Wort jagen wĂŒrde, ĂŒber das ich heute sprechen möchte: tuckern. Ich bringe es kaum in die...

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Dörwald, Uwe
392 |

DINGE VON GESTERN

Ein Fotoalbum

Es ist nicht so sehr, dass man nicht mehr kriegen kann, was man frĂŒher hatte, sondern einsieht, dass es Dinge gibt, die man nie mehr kriegen wird. (M.M. Driessen)

 

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GRÜNES KLEID UND JEDE MENGE ZIGARETTEN

Die drei Leben der Hannah Arendt

Irgendwie kennt sie jeder, aber so richtig verstanden wurde sie wohl von den Wenigsten. Ihre Werke werden vom interessierten Fachpublikum studiert und fĂŒr viele wird ihre Theorie einfach nur kompliziert sein. Vielleicht kennt man sie ĂŒber den Spielfilm von Margarethe von Trotta aus dem Jahr 2012: „Hannah Arendt. Ihr Denken verĂ€nderte die Welt“. Aber gesprochen hat man vermutlich mehr darĂŒber, ob die Sukowa in der Rolle der Arendt ĂŒberzeugend war, auch oder weil man Hannah Arendt nie gekannt hatte. Irgendwie hatte man wohl auf eine ungenaue Weise ein Bild von ihr, hatte Vorstellungen aufgebaut und sich aus den Bildern ein eigenes Bild gemacht, wenn einen das Denken dieser Frau jemals ĂŒberhaupt interessiert hat, weil es kompliziert ist. Es...

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Berger, Thomas
390 |

FUNDAMENT DER SCHULD

"Unterm Birnbaum" von Theodor Fontane

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erschien ein Werk der Kriminalliteratur, das bis heute breites Interesse hervorruft. Einen zusĂ€tzlichen Genuss vermittelt das entsprechende Hörbuch des unvergleichlichen Rezitators Gert Westphal (1920−2002).

Der Prosatext Unterm Birnbaum (1885) verarbeitet eine tatsĂ€chliche Fallgeschichte, die sich 1842 in der Oderbruch-Gemeinde Letschin zutrug, wo Fontanes Vater, Louis Henri Fontane (1796−1867), der – wie seine Gattin Emilie (1797−1869), geborene Labry − von Hugenotten abstammte, eine Apotheke besaß. Beim Graben entdeckten Straßenarbeiter im Garten des Gasthauses Zum Alten Fritzen ein Skelett, das einem Handlungsreisenden aus Stettin zugeordnet wurde. Der Wirt Fitting geriet in Verdacht, der Mörder zu sein....

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